Also doch: iMac Pro bekommt iPhone-Chip für besondere Funktion

Florian Matthey
1

Schon im Sommer hatte Apple den iMac Pro für eine Veröffentlichung im Dezember angekündigt. Doch ist über den Rechner nicht alles bekannt. Jetzt zeichnet sich ab, dass er den Chip des iPhone und iPad bekommt – der ein neues Feature ermöglicht.

Also doch: iMac Pro bekommt iPhone-Chip für besondere Funktion

iMac Pro mit Apple-A10-Fusion-Chip

Auf Apples Website ist eine neue Firmware namens „BridgeOS“ aufgetaucht, die neue Details zum iMac Pro verrät. Offenbar wird der Rechner als erster Mac mit einem Apple-AX-Chip ausgestattet sein; das BridgeOS dürfte dann für die Kommunikation zwischen dem Apple-Chip und dem x86-Intel-Xeon-Chip verantwortlich sein. Eben diese dürfte einige neue Features für den iMac Pro ermöglichen.

Eine kleine Vorschau auf den iMac Pro bietet dieses Video:

4.429
iMac Pro: Power to the Pro

Bei dem Chip im iMac Pro wird es sich offenbar um den Apple A10 Fusion handeln – also den Chip, der sich im iPhone 7 befindet. Das spricht dafür, dass er nicht nur für kleinere Zusatzfunktionen zum Einsatz kommt; immerhin handelt es sich um einen wirklich leistungsfähigen Prozessor – auch wenn er in der iMac-Pro-Variante wohl nur mit 512 MB RAM arbeiten wird. Im MacBook Pro mit Touch Bar kommt bekanntlich ebenfalls ein Chip auf ARM-Basis zum Einsatz; der „Apple T1“ ist aber ein vergleichsweise bescheidener Chip, der nur die Touch Bar und Touch ID betreibt.

iMac Pro mit „Hey Siri“

Was Apple nun mit dem schnellen A10-Chip im iMac Pro vor hat, lässt sich nur erahnen. Eine Funktion scheint die Integration von „Hey Siri“ zu sein – also die Möglichkeit, den Spracherkennungsassistenten jederzeit durch dieses Kommando aufzurufen. Der Entwickler Guilherme Rambo hat sogar die Benutzeroberfläche für das einrichten des Features entdeckt.

Auf den ersten Blick stellt sich die Frage, wozu dafür ein zweiter Prozessor nötig sein soll. Offenbar ist der Apple-A10-Chip aber dafür verantwortlich, dass der iMac Pro selbst dann für diese Kommandos bereit ist, wenn der Rechner eigentlich ausgeschaltet ist. Möglicherweise lässt sich der iMac Pro also sogar über „Hey Siri“-Kommandos hochfahren. Fürs Hochfahren gibt es offenbar sogar einen eigenen neuen „ARM-Mac-Startton“.

Apple-A10-Chip für mehr Kontrolle über die Sicherheit?

Der Entwickler Steve Troughton-Smith glaubt derweil, dass Apple mit dem zusätzlichen Chip dafür sorgen wird, mehr Kontrolle über die Sicherheit eines Mac zu bekommen, ohne das eigentliche System zu sehr einschränken zu müssen, was Benutzer und Entwickler frustrieren könnte. Offenbar wird der Apple-eigene Chip den Hauptprozessor „abschirmen“ und für das Hochfahren des Systems und die Verwaltung der EFI-Firmware verantwortlich sein.

Technik-Geeks werden da hellhörig: Der Apple A10 hat also die Aufgabe, den Rechner zu starten und die Firmware-Daten an den regulären Intel-x86-Chip weiterzugeben. Es ließe sich also sagen, dass der Apple A10 der eigentliche Hauptprozessor ist, der dann die Aufgaben seinem „Assistenten“ – dem viel leistungsfähigeren Xeon-Chip – zuteilt. Das ändert natürlich nichts daran, dass der Intel-Chip immer noch das Gros der Aufgaben übernehmen wird.

Kommt Face ID für den iMac Pro?

Dass eines Tages ein Mac mit Apple-AX-Chip erscheinen wird, vermeldet die Gerüchteküche schon seit langem. Allerdings war auch immer wieder zu hören, dass die Apple-eigenen Chips nur zur Unterstützung des Intel-Chips zum Einsatz kommen würden – und diesen nicht ersetzen sollen. Gerade bei MacBooks wäre ein Wechsel hin zu ARM-Architektur interessant, da die Chips mittlerweile sehr leistungsfähig, aber besonders stromsparend sind; allerdings wäre bei einem solchen Wechsel auch eine aufwändige Migration sämtlicher Apps erforderlich.

Randlos in die Zukunft: Mac, iPhone, iPad und Apple Watch mit Face ID auf spektakulären Bildern

Der iMac Pro scheint wiederum zu zeigen, dass die Apple-eigenen Chips auch bei Desktop-Macs eine wichtige Rolle spielen können. Was der A10 außer Hey Siri und mehr Sicherheit für Vorteile bringen wird, bleibt hingegen abzuwarten.

Da sich in den Apple-AX-Chips des iPhone und iPad auch die „Secure Enclave“ zum Abspeichern der Touch-ID- und Face-ID-Daten befindet, stellt sich die Frage, ob der iMac Pro nicht vielleicht sogar die Gesichtserkennung Face ID als weiteres wichtiges Feature bekommen wird. Entsprechende Gerüchte machten im August die Runde, bisher hat sich Apple aber noch nicht dazu geäußert. Spätestens zur Veröffentlichung des iMac Pro im Dezember werden wir mehr wissen. Was denkt ihr?

Quelle: via 9to5Mac, MacRumors

Weitere Themen: iMac, Apple