iMac 2011: Festplatte lässt sich dank proprietärer Apple-Firmware nicht austauschen

Florian Matthey
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Wer sich einen iMac der jüngsten Generation kauft, sollte sich gute Gedanken über die Auswahl der Festplatte machen – diese lässt sich nämlich nicht so einfach austauschen. Seit 2009 setzt Apple im iMac auf Festplatten, deren Temperatursensoren sich im Festplattengehäuse selbst befinden, was den Austausch bereits erschwerte. Das Temperatur-Messsystem der jüngsten iMac-Generation* setzt darüber hinaus auf eine proprietäre Apple-Firmware, so dass nur von Apple selbst vertriebene und eingebaute Festplatten funktionieren.

Die in der Festplatte verbauten Temperatursensoren der iMacs der Baujahre 2009 und 2010 sorgten beim Austausch dafür, dass die Geräte ihre Lüfter auf der höchsten Stufe laufen ließen, wenn der Benutzer die jeweilige Festplatte mit einem anderen Standard-Datenträger austauschte. Der Betrieb funktionierte allerdings prinzipiell, auch gab es Möglichkeiten, das Problem zu beheben – beispielsweise das Verbauen einer anderen Festplatte desselben Herstellers mit integrierten Temperatursensoren oder der Installation eines weiteren Sensors außerhalb des eigentlichen Gehäuses.

In der jüngsten iMac-Generation lässt sich das Problem nicht so einfach beheben: Die Reparatur-Website Other World Computing berichtet in ihrem Blog, dass die SATA-Stromversorgung nicht mehr über ein 4-, sondern ein 7-Stift-Kabel erfolgt. Die Temperaturkontrolle erfolge mit Hilfe dieses Kabels in Verbindung mit einer von Apple auf die Festplatte aufgespielten proprietären Firmware. Sobald jemand die Festplatte aus dem Schacht entfernt, laufen die Lüfter mit voller Lautstärke. Tauscht der Benutzer die Festplatte mit einem anderen Datenträger aus, verweigert der iMac wegen eines fehlgeschlagenen Apple Hardware Test den Dienst.

Other World Computing versuchte mit verschiedenen Methoden, das Problem zu beheben – unter anderem durch den Austausch der im iMac von Apple verbauten Festplatte mit einem eigentlich identischen Modell. Auf dieser Ersatz-Festplatte fehlte dann aber die Apple-Firmware, so dass der Apple Hardware Test auch dann einen Fehler meldet. Auch die Installation eines SSD-Datenträgers funktionierte nicht.

Weiterhin ließen sich natürlich Festplatten an die zusätzliche eSATA-Schnittstelle anschließen, darüber hinaus stehen dem 2011er iMac noch USB-, FireWire- und Thunderbolt-Schnittstellen für den Betrieb größerer Datenträger zur Verfügung. Sollte die interne Hauptfestplatte aber eines Tages den Dienst verweigern, bleibt nur eine Reparatur durch Apple selbst – mit eingeschränkten Auswahlmöglichkeiten: So bietet Apple aktuell beispielsweise keine 3,5-Zoll-Festplatte an, die mehr Kapazität als zwei Terabyte bietet. Darüber hinaus fallen durch eine Reparatur durch Apple selbst natürlich deutlich höhere Kosten als bei einem Austausch der Festplatte durch den Benutzer selbst an.

Weitere Themen: firmware, Apple Watch Special Event 9. März 2015 – Liveblog

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