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iMac 2011: Kaufberatung

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Die Gerüchte bewahrheiteten sich, letzte Woche gesellte sich schlussendlich der aktualisierte iMac* ins Portfolio der Rechner-Riege von Apple. Das Erscheinungsbild veränderte sich nicht, vielmehr erhielt der All-in-One eine grundlegende, innere Frischzellenkur verpasst. Doch welche Vorteile versprechen diese Neuerungen und für wen könnte sich der Kauf eines iMacs tatsächlich lohnen? macnews.de fasst die wichtigsten Informationen zusammen und hilft bei der Entscheidung – für oder gegen einen neuen iMac.

Welche iMac-Modelle und Optionen gibt es?
Auch die Modellreihe des Jahres 2011 besteht zunächst aus vier Standardvarianten (2x 21,5-Zoll,2x 27-Zoll), die sich über zahlreiche CTO-Optionen individualisieren lassen. Allen Modellen gemein ist vorderhand der Prozessortyp: Ein Quad-Core i5 aus dem Hause Intel beschleunigt den iMac, gewählt werden kann zwischen Taktfrequenzen von 2,5 bis 3,1 GHz. Wem dies nicht genügt, der greife zu einem Quad-Core i7 (2,8 bzw. 3,4 GHz) – allerdings nur erhältlich bei den zwei Topmodellen der 21,5- bzw. 27-Zoll-Variante. Der Arbeitsspeicher beschränkt sich zunächst auf vier Gigabyte je Modell, kann aber auf bis zu acht (21,5-Zoll-Modell) bzw. 16 GB (27-Zoll-iMacs) ausgebaut werden. Apropos: Der RAM ist übrigens die einzige Komponente, die mit Apples Segen vom Kunden selbst ausgetauscht werden kann, insofern sollte die jeweils persönliche Konfiguration von Anfang an gut durchdacht werden. Besonders im Hinblick auf die Wahl der internen Massenspeicher gilt dies mehr als je zuvor. Zwar kann fortan neben den 27-Zöllern auch das größere 21,5-Zoll-Modell mit einer SSD bestellt werden, die nachträgliche Erweiterung ist indes sehr kompliziert. Nicht nur erfordert dies sehr geschickte Hände und den Mut zum unausweichlichen Garantieverlust, zugleich fehlt es an den notwendigen Strom- und Datenkabeln, die so wohl nur von Apple selbst zu beziehen wären. Die SSD (256 GB) kann gleichfalls sowohl einzeln als auch zusätzlich mit einer normalen Festplatte (ein bis zwei Terabyte) verbaut werden. Wir empfehlen in Zeiten des Speicherplatzmangels die letztgenannte Lösung.

Auch die Grafikkarten wurden durch neue, schnellere Varianten ausgetauscht: Das Einstiegsmodell greift auf eine günstige AMD Radeon HD 6750M zurück, sein schnellerer Bruder und das 27-Zoll-Einstiegsmodell verfügen aktuell über eine AMD Radeon HD 6770M – alle drei GPUs erfreuen sich an 512 MB Speicher. Die AMD Radeon HD 6970M mit 1 GB Speicher bleibt allein dem Topmodell des 27-Zoll-iMac vorbehalten – auf Wunsch gegen einen Aufpreis auch mit zwei Gigabyte zu haben.

Dass Apple auch auf seine Kunden hören kann, beweist die neue Flexibilität bei der Wahl der Eingabegeräte. Konnte vorher das Magic Trackpad nur zwangsweise zusammen mit der Magic Mouse geordert werden, so ist es dem Kunden ab sofort auch zusätzlich möglich, das magische „Touch-Brett“ als alleinigen Mausersatz zu bestellen – sehr löblich! Selbstverständlich lässt sich diese Option nach Belieben mit dem Apple Wireless Keyboard oder der Tastatur mit Ziffernblock kombinieren. Mit derlei CTO-Optionen ergibt sich eine theoretische Preisspanne von 1.149 bis knapp 4.000 Euro (Apple UVP) – doch für welches Modell sollte man sich nun entscheiden? Bevor wir diese Frage abschließend klären, werfen wir zunächst einen Blick auf weitere, interessante Fakten.

Geschwindigkeitszuwachs durch Sandy-Bridge und Co?
Oh Wunder: Die neuen iMacs sind doch tatsächlich schneller als ihre Vorgänger. Diese Binsenweisheit bewiesen wir zuletzt in unserem macnews.de-Benchmarktest. Vor allem die Sandy-Bridge-Prozessoren und hier wiederum die besonders schnelle Speicheranbindung sind letztlich der Grund. Die beiden Einstiegsmodelle kommen demnach auf eine Steigerung von fast einem Drittel, allerdings nur bei Betrachtung der CPU und des Arbeitsspeichers (Geekbench). Im Gesamtsystemtest (Xbench) reicht es immer noch für reichliche 15 Prozent Geschwindigkeitsgewinn. Wer seinem neuen iMac aber wirklich schnelle Beine machen möchte, sollte und muss zur teuren SSD-Option greifen – der derzeitige Flachenhals ist und bleibt die langsame Standard-Festplatte. Zukünftig könnte auf Grundlage der nicht dokumentierten, im neuen iMac aber wohl möglichen Smart Response Technology das Thema SSD neue Flügel bekommen – macnews.de berichtete. Natürlich erlauben auch die Grafikkarten einen Zugewinn an Geschwindigkeit , wobei der Zuwachs besonders bei den größeren Modellen (ab AMD Radeon HD 6770M) in der Praxis auffällt.

Was für Möglichkeiten bietet Thunderbolt im iMac – heute und in Zukunft?
Thunderbolt – die neue, schnelle Universalschnittstelle der Zukunft! Besonders auf dem letztgenannten Wort liegt derzeit der Fokus. Schließlich gibt es Stand heute keinerlei Peripheriegeräte zu erwerben, angekündigt sind indes bisher nur einige Wenige – macnews.de thematisierte schon dieses Problem. Nun sei es drum, selbstverständlich verfügt auch der neue iMac über diese neuen „Wunderport“, das 27-Modell besitz ferner gleich zwei. Zukünftig können wir uns demnach auf besonders schnelle, externe SSD- und RAID-Systeme freuen, Audio- Videointerfaces, PCI-Express-Gehäuse und derlei mehr. Das Potential scheint unendlich – der Wunsch vieler Kunden nach einem Mac Pro verklingt. Wächst hier vielleicht eine neue, interne Konkurrenz zum derzeitigen Profi-Rechner von Apple heran? Doch vergessen wir nicht: Nur müssen diese Möglichkeiten zunächst noch durch eine Armada von Zubehörherstellern auch wahrgenommen werden. Praktisch lassen sich diese zunächst nur als Mini-DisplayPort-Ersatz nutzen, was uns zum nächsten Thema bringt.

Einsatz mehrerer Bildschirme?
Noch immer lässt sich am iMac ein zweiter Monitor anschließen – vorzugsweise ein Apple Cinema Display mittels Thunderbolt (vormals Mini DisplayPort). Dank zahlreicher Adapter (DVI, VGA, HDMI) finden aber auch alternative Bildschirme den Weg an den iMac. Der eigentliche Clou verbirgt sich jedoch im 27-Zoll-Modell: Dieser verfügt über zwei Thunderbolt-Anschlüsse, ergo lassen sich insgesamt zwei Monitore an den iMac anschließen. Im Ergebnis erhalten wir ein Drei-Monitor-System – die Redaktion von Engadget beweist dies im unteren Video. Bisher war es unumgänglich, zu diesem Zweck einen wesentlich teureren Mac Pro mit zusätzlicher Grafikkarte zu erwerben – ein weiterer Schritt zur bevorstehenden Kannibalisierung der Macs? Doch es gibt nicht nur Grund zur Freude. Der bisherige iMac (27-Zoll-Modell) verstand sich des Weiteren auf die Funktion „Target Display Mode“ – hiermit war es möglich, den iMac als Bildschirm zu nutzen. Unkompliziert war dies vor allem für Rechner, die über einen Mini DisplayPort verfügten. Auch gab es Adapterlösungen (beispielsweise Display Link von Dr. Bott), die es ermöglichten, DVI- oder HDMI-Gerätschaften wie PS3 und Co mit dem iMac zu verbinden. Mit den neuen iMacs beschränkt sich der „Target Display Mode“ nur noch auf das Zusammenspiel mit Thunderbolt-Rechnern (aktuell neue iMacs und MacBook Pros), dafür ist nun auch das 21,5-Zoll-Modell mit diesem Feature ausgestattet. Doch Vorsicht: Praktisch lässt sich dieses heute noch nicht nutzen, denn es bedarf ferner eines „echten“ Thunderbolt-Kabels – was bisher nicht zu erwerben ist. Der Einsatz eines zwar optisch identischen, technisch aber unterschiedlichen Mini-DisplayPort-auf-Mini-DisplayPort-Kabels ist zum Scheitern verurteilt – der Autor dieser Zeilen konnte dies selbst testen und auch Apple verweist nunmehr in einem Service-Dokument auf diesen Umstand.

Für welche Einsatzgebiete eignet sich ein iMac?
Kommen wir wie folgt zur eigentlichen Kaufberatung: Für wen und zu welchem Einsatzzweck qualifiziert sich ein iMac nunmehr? Betrachtet man die Evolution des All-in-One über die letzten Jahre bzw. das letzte Jahrzehnt, kommt man zur Feststellung, dass der einst pummelige Teenager, sich in der Zwischenzeit zum jungen Erwachsenen entwickelte. Ein iMac lässt sich heutzutage vergleichsweise zu wesentlich mehr nutzen, nicht nur in Relation zur Entwicklung der letzten Jahre, sondern vor allem in der direkten Gegenüberstellung mit dem einst, alleinigen Power-Werkzeug Mac Pro – vormals Power Mac. So stellen auch rechenintensivere Aufgaben keine allzu große Hürde dar, den durchweg schnellen CPUs der Sandy-Bridge-Reihe sei dies gedankt. Vielmehr orientieren sich die denkbaren Anwendungsmöglichkeiten an der Bildschirmgröße: Das Einstiegsmodell mit 21,5-Zoll-Display präsentiert sich als kostengünstige Alternative – beispielsweise zum derzeitig preislich recht unattraktiven Mac mini. Er ist der perfekte Familienrechner und erledigt Standardaufgaben vorzüglich. Hierunter zählt zum Beispiel die Nutzung der iLife-Suite. Wer auf dem 21,5-Zoll-Modell auch mal ein anspruchvolleres Spielchen wagen möchte, der greife zu den Varianten mit schnellerem Prozessor und Grafik.

Für Anwendungen die mehr Platz benötigen, empfehlen sich die jeweiligen 27-Modelle. Wer also den Bereich des Desktop-Publishing (Adobe InDesign, QuarkXPress) oder der Bildbearbeitung (Adobe Photoshop) oder –Verwaltung (Aperture, Lightroom) als seine Heimstätte bezeichnet, der wird den 27-Zöller zu schätzen wissen. Doch ist der iMac aufgrund seines spiegelnden Displays dafür auch wirklich geeignet? Grundsätzlich können wir dies bejahen, allerdings sollte der Aufstellort gut gewählt sein. So sollte beispielsweise eine starke Lichtquelle im Hintergrund vermieden werden. Alternativ schließt man einfach den (matten) Wunschmonitor an und benützt das interne Display des iMacs als „Paletten-Bildschirm“ – mögliche Spiegelungen wären in diesem Fall zu tolerieren. Die Modellvarianten mit schnellerer CPU und vor allem Grafik sollten in erster Linie für Videoschnitt (Final Cut Pro etc.) und CAD-Anwendungen inklusive 3D-Visualisierung genutzt werden. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die bereits erwähnte Möglichkeit des gleichzeitigen Anschlusses von zwei weiteren Bildschirmen. Wer auf interne Erweiterungsoptionen verzichten kann, für den wird der iMac so zu einer ernstzunehmenden und vor allem preiswerten Mac-Pro-Alternative.

Lohnt sich die Anschaffung?
Die neuen iMacs sind in der Tat leistungsfähige Rechner, bezogen auf ihre gute Ausstattung sind sie zudem noch immer recht preiswert. Insofern eignen sie sich auch als Einstieg in die Welt der Macs. Allerdings gehören die direkten Vorgängermodelle noch lange nicht zum alten Eisen, wem es vor allem auf ein stimmiges Gesamtpaket und gute Displays (hier vorderhand das 27-Zoll-Modell) ankommt, der kann bedenkenlos zu den teilweise noch verfügbaren Vorgängermodellen greifen – eine kleine Preisersparnis sollte zudem helfen. So erhält man beispielsweise die ehemalige Einstiegsvariante* mit 21,5 Zoll bei Cyberport schon für 999 Euro, das 27-Zoll-Modell* für 1379 Euro. Besitzer eines solchen Rechners müssen also nicht zwangsweise auf die neuen iMacs „upgraden“. Wer dennoch nicht widerstehen kann und sein ein älteres Modell daher verkaufen möchte, der findet hierzu mehrere Möglichkeiten. Besonders ertragreich sind nach wie vor die Wege über eBay oder diverse Kleinanzeigen in den diversen Foren. Allerdings trägt hierbei der Verkäufer auch ein erhöhtes Risiko, nebst höherem Aufwand. Alternativ lassen sich Kauf-Tausch-Angebote nutzen – macnews.de berichtete – größter Nachteil hier, der verhältnismäßig geringe Verkaufspreis.

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