Apple Mac mini: Quadratisch, praktisch und gut?

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Ursprünglich musste ein Käufer vor einigen Jahren den überschaubaren Betrag von 499 Euro für einen Mac mini aufbringen – diese Zeiten sind leider vorbei. War der originale Mac mini die wohl günstigste Möglichkeit, bisherige Windows Anhänger zum Mac zu bekehren, so präsentiert sich das aktuelle Modell zwar in einem ungleich schickeren Aluminiumgehäuse mit mehr Anschlüssen als je zuvor, allerdings auch zum wesentlich höheren Basispreis von 709 Euro. Wie das Ursprungsmodell erhält der Käufer zunächst nur den Rechner an sich – Tastatur, Maus und Display sind somit entweder schon bei ihm vorhanden, oder müssen neu erworben werden. Doch lohnt sich nun die Anschaffung des „kleinen Hobbits“ unter den Macs?

Modelle und Ausstattung
Im Gegensatz zum Vorgängermodell wirkt der aktuelle Mac mini sehr edel und hochwertig. Dem kompakten Design (knapp 20 x 20 x 3,6 cm) und einem Gehäuse aus Aluminium sei dank. Trotz der noch immer kleinen Abmessungen findet sich nunmehr das Netzteil direkt im Gehäuse – platzsparend und clever. Der Anwender kann im Bestellprozess des Apple Stores zudem unter verschiedenen Ausstattungsoptionen wählen: Wer etwas mehr Power benötigt, greift beispielsweise zu einem etwas schnelleren Prozessor mit 2,66 GHz statt der standardmäßig verbauten CPU mit 2,4 GHz. Auch stehen zwei verschiedene Festplatten (320GB oder 500GB) zur Wahl, ebenso wie beim Arbeitsspeicher (2GB, 4GB oder 8GB). Dieser lässt sicher aber auch leichtgängig selbst aufrüsten, denn neuerdings besitzt der Mac mini im unteren Bereich eine leicht zu öffnende, kreisrunde Zugangsklappe. Leider verzichtet Apple auf moderne Core i-Prozessoren, allein der Klassiker Core 2 Duo aus dem Hause Intel muss es richten. Zumindest steht mit dem NVIDIA GeForce 320M ein aktueller Grafikchip zur Seite, so dass eine Verdopplung der Leistung – besonders bei Spielen – im Vergleich zur Vorgängergeneration erreicht werden konnte.

Wie die meisten Macs besitzt der Mac mini ein SuperDrive-Laufwerk, WLAN-n, Bluetooth und neben Mac OS X 10.6 Snow Leopard die aktuelle iLife Suite, so dass auch Mac-Einsteiger sofort kreativ starten können. Eine Ausnahme bildet hier das Server-Modell – dieses verzichtet u.a. auf das optische Laufwerk, siehe hierzu unseren gesonderten Artikel. Ein Blu-ray-Laufwerk ist jedoch nach wie vor für Apple kein Thema, auch gegen Aufpreis erhält der Käufer nicht die Nachfolgegeneration der DVD – sehr bedauerlich.

Zu den Stärken des Mac minis gehören seine vielfältigen Anschlussmöglichkeiten: Neben vier USB-Anschlüssen, einem Gigabit-Ethernet-Port, Audioein- und Ausgängen, FireWire 800 und einem Mini DisplayPort finden sich sogar ein zusätzlicher HDMI-Anschluss und ein SD-Kartensteckplatz. Apple ist so großzügig und liefert außerdem einen HDMI-auf-DVI-Adapter mit, so dass auch ein zweiter Monitor angeschlossen werden kann. Möchte man jedoch sein altes VGA-Display weiterhin nutzen, muss dafür einen separaten Adapter (Mini DisplayPort auf VGA) erwerben.

Leider verzichtet Apple weiterhin auf die Integration von USB 3.0 oder eSATA – schnelle externe Festplatten müssen somit allein auf FireWire 800 zurückgreifen. Dies ist bei den heutigen Geschwindigkeiten nicht mehr zeitgemäß. Praktisch dagegen ist sicherlich der integrierte SD-Kartensteckplatz, allerdings findet sich dieser kurioserweise auf der Rückseite des Gehäuses, nicht unbedingt der beste Platz für eine solche Option.

Einsatzmöglichkeiten
Der Mac mini richtet sich noch immer an wechselfreudige Anwender aus der PC-Welt, die ihre ersten Mac-Erfahrungen machen möchten. Ein Preisvorteil – beispielsweise zum iMac – ergibt sich aber nur, wenn man die restliche Peripherie (Maus, Tastatur und Maus) schon sein Eigen nennt. Beim notwendigen Neuerwerb dieser, lohnt sich indes vielfach der besser ausgestattete iMac. Ideal jedoch ist der Mac mini als platzsparendes Media-Center am Flachbildfernseher. Dank HDMI ist der Direktanschluss kein Problem (zu beachten gilt, dass ein HDMI-Kabel erworben werden muss) und das schicke, kleine Gehäuse fügt sich nahtlos ins Gesamtbild ein.

Alternativen zum Mac mini
Wie schon erwähnt dürfte sich in einigen Fällen sicherlich die Anschaffung eines iMacs gegenüber dem Mac mini lohnen. Betrachtet man den Preis und die Ausstattung (u.a. mit schnelleren CPUs) des All-in-One-Rechners, spricht nicht mehr viel für den kompakten „Halb-Würfel“ von Apple. Aber auch die MacBooks könnten einen Alternative sein – die Technik ist vergleichbar bzw. fast identisch (abgesehen von der Anschlussvielfalt).

Vorteile:

  • HDMI-Anschluss
  • Hochwertiges Gehäuse
  • Grafikchip auf Höhe der Zeit

Nachteile:

  • Preis
  • nur begrenzt intern aufzurüsten

Fazit
Der Mac mini ist hochwertiger verarbeitet und hat mittlerweile eine Vielzahl an Anschlüssen, leider ist er momentan einfach zu teuer. Ein echter Preisvorteil (Ausstattungsbereinigt) zum iMac ist daher kaum noch auszumachen. Dies allein führt vor allem zum Punkteabzug. Davon abgesehen ist der Mac mini noch immer die wohl kompakteste Bauart eines Macs: Quadratisch, praktisch und gut!



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