Finger weg! So wird die Hülle des Mac Pro gepresst [Video of the day]

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Impact extrusion
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Der neue Mac Pro ist ein echter Hingucker. Die nahtlose, schwarze Außenhaut umhüllt einen genauestens verplanten Innenraum. Aber wie schafft Apple es, das Aluminium in diese Form zu bringen? Die Antwort: Mit viel, viel Druck.

Der deutsche Begriff für die gezeigte Technik lautet Napf-Vorwärts-Fließpressen Tiefziehen (kundige Kommentatoren verbesserten mich bereits, danke dafür!). Auf englisch nennt sich das Verfahren „impact extrusion“ — das klingt doch gleich viel besser.

Ein kalter „Puck“ aus Aluminium wird in eine Form gelegt und ein Zylinder presst mit enormem Druck auf diesen Puck, bis er nicht anders kann, als nach oben zu entweichen. Was entsteht, ist eine Art Topf oder Napf. Daher der deutsche Name. Mit diesem Verfahren werden auch hergestellt.

Der Vorteil dieser Technik: Man kann ein Gefäß mit Boden aus einem Stück erstellen. Andere Methoden bringen nur Hülsen, also hohle Zylinder ohne Endstücke hervor.

Natürlich wird die Außenhülle anschließend noch in mehreren Arbeitsschritten weiter verändert. Neben den Löchern für die Anschlüsse muss der Boden ausgeschnitten werden, um die Öffnung an der Oberseite zu erhalten. Anschließend wird das gesamte Werkstück lackiert und poliert.

Wie wir bereits in unserem historischen Vergleich des Mac Pro zum Cube festgestellt haben, ähneln sich die beiden Computer stark. Auch im inneren Aufbau gibt es Parallelen. Das dreieckige Aluminiumprofil (ebenfalls in schwarz gehalten) sorgt zusammen mit dem Lüfter für Wärmeabfuhr. Im Cube gab es eine ähnliche Temperaturregelung, allerdings ohne Unterstützung eines Lüfters.

Dieser Aluminium-Kern des Mac Pro wird in einem ähnlichen Verfahren aus einem Werkstoff-Zylinder hergestellt. Er wird erwärmt und anschließend durch eine Matrize gepresst, in der eine Öffnung für den späteren Querschnitt sorgt. Das ganze ähnelt stark dem, was viele von uns früher mit Knete und einer Presse veranstaltet haben.

Außerdem bietet dieses Bauteil dem gesamten Computer Struktur und Halt. Jede Komponente ist an ihm befestigt. Das spart eine Menge Teile, Gewicht und Kosten bei der Fertigung.

Bei all dem Alu muss man sich aber fragen, was mit den Antennen ist. Ein weiteres Antennagate kann Apple sich eigentlich nicht leisten. Es scheint aber, als könnten Wi-Fi- und Bluetooth-Signale ungehindert eintreten, und zwar über die große Öffnung an der Oberseite. Direkt dort vermutet Don Lehman von Gizmodo die Antennen, möglicherweise hinter einer Kunststoffverkleidung.

(via Gizmodo)


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