Acorn: Bildbearbeitung für Menschen

Katharina Sckommodau
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Das Bildbearbeitungs-Programm Acorn von flyingmeat richtet sich bewusst an Einsteiger, liefert jedoch auch Funktionen für Fortgeschrittene. Die letzten Updates haben Acorn für Lion lauffähig gemacht.

Nicht jeder kann auf Anhieb sagen wie Ebenen, Masken und Pfade bei der Bildbearbeitung einzusetzen sind. Trotzdem möchte wohl fast jeder, der einen Rechner besitzt, seine Fotos darauf auch bearbeiten. Hier setzt der Software-Hersteller flyingmeat an: “Bildbearbeitung für Menschen” ist das Motto des ganz auf den Mac zugeschnittenen Foto-Editors. Einziger Wermutstropfen: eine deutsche Version ist nicht verfügbar.

Acorn ist noch relativ jung; erst vor drei Jahren erschien die erste Version, gefolgt von vielen Updates. Und die Liste der Neuerungen in den einzelnen Versionen ist lang: Sie endet bei Version 3.1.1 vom 23. September dieses Jahres, hier wurden einzelne Fehler behoben. Bereits die Vorversion 3.1, vier Tage zuvor, brachte die vollständige Unterstützung von Mac OS X Lion.

Werkzeuge

Acorn liefert die wichtigsten Auswahlwerkzeuge, eine Farbauswahl ist jedoch nicht möglich. Eine Auswahl lässt sich über das Auswahl-Menü weiter bearbeiten, etwa weichzeichnen oder umkehren. Zum Füllen der Auswahl stehen der Farbeimer und das Verlaufswerkzeug bereit. Neben den angebotenen Verläufen lassen sich eigene Verläufe kreieren. Gezeichnet wird mit Pinsel und Stift; für falsch gesetzte Striche gibt es den Radiergummi. Eigene Pinselspitzen ermöglicht ein Pinsel-Designer. Retuschieren von Details gelingt mit dem Klon-Werkzeug, das auch ein angeschlossenes Grafik-Tablett unterstützt. Texte erscheinen auf der Bildfläche mit dem Textwerkzeug, auch fünf fertige Textstile stehen bereit, die sich jedoch leider nicht bearbeiten lassen. Neben Rechteck und Kreis bietet das Formwerkzeug die Option eigene Vektorformen zu zeichnen.

Ebenen

Unter den Werkzeugen ist die Ebenenpalette angesiedelt. Ebenen können gruppiert, in ihrem Modus geändert oder verschoben werden. Für fortgeschrittene Anwender gibt es auch Ebenenmasken: Damit werden bestimmte Bildbereiche maskiert, also geschützt, um dann auf die unmaskierten Bereiche beispielsweise einen Filter anzuwenden.

Alle Optionen zu den Ebenen stehen im Menü “Layer” bereit. Hier sind auch die Ebenenstile zu finden: Wurde ein Stil auf eine Ebene angewandt, erscheint in der Ebenenpalette rechts neben dem Ebenen-Namen ein kleines fx. Ein Doppelklick darauf öffnet erneut die Stile, die sich dann nachträglich anpassen lassen.

Filter

Zu den Filtern gehören Weich- und Scharfzeichner, Farbfilter für die Korrektur und für Effekte, verschiedene Überblendungsfilter, Mustergeneratoren und Stilisierungsfilter.

Wird ein Filter angewandt, öffnet sich das eigene Filter-Fenster, welches links eine Vorschau, rechts die Einstellungs-Parameter zeigt. Per Klick auf “Add Filter” lassen sich verschiedene Filter miteinander kombinieren. Praktisch: Jeder neue Filter wird vor der Anwendung in animierter Form am gewählten Bild gezeigt, sodass auch Einsteiger genau überprüfen können, welches Ergebnis zu erwarten ist. Dabei berücksichtigt die Vorschau bereits angewandte Filter. Zwar lässt sich das Filter-Fenster beliebig groß aufziehen, das Zoomen in das Vorschaubild ist jedoch leider nicht möglich. Filterkombinationen lassen sich als Voreinstellung speichern und auf andere Bilder anwenden.

Weitere Funktionen

Acorn erlaubt das Einbinden von Scripts. Hierzu kann der Anwender AppleScript, den Automator oder auch JavaScript verwenden. Neben dem Export in die gängigen Formate bietet das Programm einen eigenen Web Export. Hier stehen alle wichtigen Web-Formate und deren Einstellungen mit einer Vorschau bereit. Eine weitere Funktion ermöglicht Bildschirmfotos mit Ebenen.

Fazit

Acorn ist eine preiswerte Lösung zur schnellen Bildbearbeitung, die dank der einfach gehaltenen Oberfläche leicht zu erlernen ist. Das Programm bietet zwar auch Funktionen für Fortgeschrittene, etwa die Ebenenmaske oder das Werkzeug zum Zeichnen von Vektor-Formen. Leider fehlen zum Teil wichtige Optionen, etwa der Zoom im Filter-Fenster oder die Pipette beim Auswählen der freizustellenden Farben. Das Programm ist also eher für Heimanwender als für professionelle Bildbearbeiter geeignet.

Im Test hat sich das Programm als durchwegs Lion-tauglich und stabil erwiesen. Alle Funktionen und Werkzeuge funktionierten flüssig. Acorn ist über den App Store* für 39,99 Euro zu erwerben.

Info: flyingmeat

Vorteile
+ flüssiges Arbeiten, läuft unter Lion stabil
+ einfache Einarbeitung
+ automatische Korrekturen erleichtern den Einstieg

Nachteile
- bei manchen Funktionen fehlen wichtige Optionen
- keine deutsche Version

Weitere Themen: Bildbearbeitung

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