Flash Player: Adobe stellt Entwicklung von Mobil-Version ein

Florian Matthey
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Adobe hat die Einstellung des Flash Player für Mobilgeräte bekannt gegeben. Zwar werde es in Zukunft noch Wartungs- und Sicherheitsupdates für die aktuell unterstützten Plattformen, aber keine größeren Updates mehr geben. Bei den Apple-Verantwortlichen in Cupertino dürfte die Meldung Genugtuung hervorrufen.

In einem Blogeintrag gab Adobe die wegweisende Entscheidung bekannt: In Sachen Flash werde sich das Unternehmen in Zukunft auf PCs und Mobil-Apps konzentrieren. Weiterhin sollen Flash-Entwickler also mit Adobes Entwicklungsumgebung AIR Apps für verschiedene Plattformen – darunter auch Apples iOS – entwickeln können. Die Mobil-Version des Flash Player werde Adobe aber nach dem nächsten anstehenden Update, dem Flash Player 11.1, nicht mehr weiterentwickeln.

Zwar werde es weiterhin wichtige Bugfixes und Sicherheitsupdates geben. Auch werden Lizenznehmer des Flash-Player-Quellcodes weiterhin mit diesem arbeiten können, um eigene Implementierungen zu entwickeln. Allerdings werde es keinen Mobil-Browser-Flash Player für neue Konfigurationen von Mobil-Geräten – also neue Chipsätze, Browser, OS-Versionen oder ähnliches – geben.

Als Begründung nennt Adobe die Tatsache, dass die wichtigen Mobil-Geräte die Technologie HTML5 unterstützen – “in manchen Fällen exklusiv”. Letzterer Zusatz dürfte eine Anspielung auf Apples Betriebssystem iOS sein. Deshalb sei HTML5 die beste Lösung, um Browser-Inhalte für Mobil-Geräte herzustellen und zu vertreiben. Deswegen möchte sich Adobe in Zukunft auf die Fortentwicklung dieser Technologie für Mobil-Geräte konzentrieren.

Die Verantwortlichen bei Apple dürften die Entscheidung zumindest wohlwollend zur Kenntnis nehmen, wohl aber auch Genugtuung empfinden. Seit der Veröffentlichung des ersten iPhones hat sich Apple dagegen gesträubt, Flash auf seinen Mobil-Geräten zuzulassen. Der verstorbene Apple-Chef Steve Jobs teilte der Welt sogar in einem offenen Brief mit, dass Flash eine veraltete Technologie sei und HTML5 der Zukunft gehöre.

Seiner Einschätzung zufolge sei die Adobe-Technologie vor allem zu Ressourcen-hungrig: Letztes Jahr stellte er die These auf, dass die Batterielaufzeit des iPad mit Flash nur bei anderthalb Stunden läge. Hersteller anderer Mobil-Geräte beworben ihre Produkte daraufhin auch damit, dass sie im Gegensatz zum iPhone oder iPad Flash unterstützen. In Folge von Adobes Entscheidung dürfte sich dieser Vorteil bald erledigt haben.

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