Android 4.2: Mit Customization Center, verbesserter Akkulaufzeit und neuem PlayStore [Gerücht]

Amir Tamannai
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Gestern berichtete euch Daniel von ersten Hands-On-Erfahrungen mit dem kommenden LG Optimus G Nexus, die den gewöhnlich gut informierten Kollegen von AndroidandMe über einen anonymen Informanten zugeraunt wurden – dieselbe Quelle hat nun auch weitere Details zu den Features der nächsten Android-Iteration 4.2 verraten.

Android 4.2: Mit Customization Center, verbesserter Akkulaufzeit und neuem PlayStore [Gerücht]

[UPDATE:] Die Gerüchte in diesem Artikel haben sich als falsch herausgestellt. [/UPDATE]

Ein ganzer Reigen an neuen Informationen zu kommenden Android-Iterationen wurde Taylor Wimberly von AndroidandMe zugetragen – angefangen von Details zum bereits erwähnten Nexus-Programm bis hin zu neuen Features wie dem Project Roadrunner und einem aktualisierten Play Store. Einiges davon hatten wir bereits am Donnerstag ebenfalls über AndroidandMe erfahren, nun wird es noch konkreter. Schauen wir uns alles der Reihe nach an:

Android 4.2 ist bereits in freier Wildbahn unterwegs

Im gestrigen Hands-On zum LG Optimus G Nexus war die Rede davon, dass dieses Gerät bereits mit Android 4.2 laufe. AndroidandMe hat inzwischen die Zugriffe von mobilen Geräten auf ihre Website überprüft und tatsächlich festgestellt, dass sich unter den Besuchen auch zunehmend solche befinden, die von Geräten mit Android 4.2 aus getätigt wurden – Google scheint also mehr und mehr Mitarbeiter bereits mit kommenden Nexus-Geräten inklusive Android 4.2 ausgestattet zu haben.

Die Quelle, die die Informationen zu der kommenden Android-Iteration ausgeplaudert hat, ist dieselbe, die gestern über die Hands-On-Erfahrungen mit dem LG Optimus G Nexus berichtete – und die darf auch ob der obigen Erkenntnis als nicht ganz unglaubwürdig angesehen werden. AndroidandMe betont überdies, dass der Informant bereits in der Vergangenheit mehrfach akkurate Informationen preisgegeben hätte.

Weitere Details zum Nexus-Programm

Dass Google das Nexus-Programm umstrukturieren wird, darf inzwischen als halbwegs gesichert gelten; Kollege Frank meldete schon am Donnerstag dass sich das Ganze weg von der „Ein-Gerät-pro-Jahr“-Politik hin zu einer Art Gütesiegel verändern wird. Auch den neuesten Gerüchte zufolge, könnte das Label „Nexus“ künftig also wie das Zertifikat „HD Ready“ bei Fernsehern genutzt werden (Nexus muss somit auch nicht mehr Teil des Produktnamens sein). Dafür müssen die Geräte mit Stock-Android ausgeliefert werden, über die nötige Hardware-Power verfügen, um alle „Nexus Games“ spielbar zu machen und Google Wallet respektive NFC unterstützen.

Wir hatten auch schon gehört, dass gewisse Voraussetzungen für das Streamen von Videos erfüllt sein müssen, weil Google einen entsprechenden Service vermutlich in den Play Store integrieren wird. Außerdem scheint es über kurz oder lang Spiele zu geben, die exklusiv auf Nexus-Geräten laufen – das könnte ein starkes Verkaufsargument und somit ein triftiger Grund für OEMs werden, am Nexus-Programm teilzunehmen.

Was die Software-Updates für Nexus-Geräte angeht, so sollen diese nicht von den Geräteherstellern, sondern direkt von Google kommen; was den Zwang, Stock-Android zu verwenden, erklärt.

Das klingt alles so, als ob Google nun verstärkt versucht, mehr Kontrolle über Android zu gewinnen – was einerseits gut ist, weil es unter anderem der vielbeschworenen Fragmentierung entgegen wirkt; andererseits könnte es aber auch zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft führen: Tolle Features und zeitnahe Updates für Nexus-zertifizierte Geräte, während nicht Nexus-Geräte stiefmütterlich behandelt werden. Das ist nicht zwingend anzuprangern, wird aber zu einer neuen Situation mit Vor- und Nachteilen führen, auf die wir uns werden einstellen müssen.

Das neue Customization Center

Auch vom Customization Center hatte Frank schon am Donnerstag berichtet, nun wird es etwas konkreter. Über das Customization Center lassen sich zentral Änderungen am Look des User Interfaces vornehmen, vom Klingelton, über den Hintergrund bis hin zu kompletten Themes. Dabei gibt es zwei Neuerungen: Templates, die den Look der neuen dynamischen Symbole auf einen Schlag ändern (also Icon-Sets) und Filter, die, ähnlich wie Instagram, das Erscheinungsbild des UI variieren. Beziehen kann man neue Sets aus dem Play Store, auch die Geräte-Hersteller können ihre Themes über das Customization Center anbieten.

Und jetzt wird es spannend: Versäumt ein Hersteller bei einem OS-Update rechtzeitig ein ebenfalls aktualisiertes Custom-UI bereitzustellen, wird die Geräte-Oberfläche eben auf Vanilla-Android gesetzt. Google will hiermit offensichtlich die von uns ohnehin ungeliebten Hersteller-UIs reglementieren, die zu oft dafür gesorgt haben, dass Software-Updates für Geräte mit starker Verzögerung oder überhaupt nicht ausgerollt wurden. Benutzer, die auf das Hersteller-UI nicht verzichten möchten, können dann freiwillig entscheiden, mit dem Update zu warten, bis der OEM nachgezogen hat.

Wenn das wirklich so implementiert wird, verneigen und bedanken wir uns bei Google.

Mehr Akkulaufzeit dank Project Roadrunner

Mit Project Butter hat Google Android butterweich gemacht, mit Project Roadrunner wird an der Akkulaufzeit geschraubt – leider liegen dazu keine weiteren Informationen vor, wir gehen aber davon aus, dass Google hier ähnlich effektiv optimieren wird wie mit Project Butter und freuen und insofern auf spürbar längere Aufenthalte unserer Smartphones und Tablets abseits der Steckdose.

Aktualisierter Play Store

Der Play Store soll mit Features wie personalisierter Suche, Promo-Kampagnen mit Integration in das Notification Center, mehr Bezahl-Optionen und einfacheren In-App-Micro-Transaktionen versehen werden.

Erweitertes Google Now

Google Now wird um Hilfe-Funktionen für Smartphone-Einsteiger erweitert und kann künftig auf Fragen à la „Wie aktiviere ich Bluetooth?“ oder „Wo regle ich die Bildschirmhelligkeit?“ antworten. Wir hoffen derweil, dass das tolle Feature an sich bald auch auf deutsch verfügbar sein wird.

Neuer Video-Player

Der Android-Video-Player soll im großen Stile überarbeitet werden und unter anderem mehr APIs für die Integration weiterer Services bieten – wir denken vor allem „Streaming“.

Epilog

Soweit die kolportierten Neuerungen – auch wenn es sich dabei wir eingangs erwähnt, um ungesicherte Gerüchte handelt, klingt alles ziemlich sinnvoll und nachvollziehbar. Wir gehen also davon aus, dass sich vieles bewahrheiten wird. Das Android 4.2 bereits „live“ ist, darf als gesichert betrachtet werden und dass es demnach im November gemeinsam mit einem oder mehreren Nexus-Geräten vorgestellt wird ist sehr wahrscheinlich. Es könnte allerdings sein, dass einige der Features ihren Weg noch nicht in Android 4.2, sondern vielleicht vollständig erst in Android 5.0 finden werden.

Was sagen unsere Leser zu den Gerüchten? Wahrscheinlich oder unglaubwürdig? Und was ist von den neuen Features, vor allem aber der Nexus-Politik zu halten? Ein Schritt nach vorne oder ein falscher in Richtung Zweiklassengesellschaft?

Quelle: AndroidandMe

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