Android 5.0 Lollipop: Umgang mit microSD-Speicherkarten wird verbessert

Frank Ritter
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Das letzte größere Android-Update auf Version 4.4 KitKat brachte einschneidende Limitierungen, was die Möglichkeit für Apps anging, auf microSD-Speicherkarten zu schreiben. Das erzürnte Nutzer und App-Entwickler. In der anstehenden Android-Version 5.0 Lollipop schaltet Google wieder zurück. Mithilfe neuer APIs können Apps nun wieder deutlich freier auf externen Speicher zugreifen.

Android 5.0 Lollipop: Umgang mit microSD-Speicherkarten wird verbessert

So berechtigt der Zorn vieler Nutzer und App-Entwickler war, dass Apps unter Android 4.4 KitKat nur noch sehr eingeschränkt auf externen Speicher schreiben konnten, so nachvollziehbar war die Angelegenheit zumindest aus Sicht der Android-Entwickler bei Google. Denn microSD-Karten sind unzuverlässig: Sie können nach Belieben eingelegt und herausgenommen werden, sie variieren stark in puncto Schreib- und Lesegeschwindigkeit und geben mitunter auch im laufenden Betrieb den Geist auf. Die Verwaltung von internem und externem Speicher ist für Nutzer verwirrend und das für Apps früher beliebig mögliche Auslesen und Schreiben auf externem, unverschlüsselten Speicher stellte zudem ein Risiko für das Sicherheitskonzept von Android dar. All diese Gründe führten dazu, dass Google in die Nexus-Geräte keine microSD mehr einbaut und mit Android 4.4 KitKat starke Einschränkungen einführte.

So konnten Apps von Drittanbietern (System-Apps und Anwendungen der Hersteller ausgenommen) seit Android 4.4 zwar den externen Speicher weiter auslesen, aber nur noch in bestimmte, App-spezifische Ordner schreiben. Das führte dazu, dass viele Apps nach dem Update eines Gerätes auf KitKat nicht mehr ordnungsgemäß funktionierten. Außerdem wurden die App-spezifischen Ordner nach der Deinstallation einer App gelöscht. Das hatte zum Beispiel die absurde Konsequenz, dass, wenn die Kamera-App eines Drittanbieters Fotos auf die microSD-Karte speicherte, diese nach Deinstallation der App weg ware. Auch die Nutzer von Offline-Navigations-Apps, bei denen das mitunter riesige Kartenmaterial oft auf externem Speicher abgelegt wird, funktionierten plötzlich nicht mehr richtig.

Mit Android 5.0 Lollipop lockert Google nach vielen Protesten diese Einschränkungen wieder. Mithilfe neu eingeführter APIs (Programmierschnittstellen) erhalten Apps beispielsweise die Option, über den Intent ACTION_OPEN_DOCUMENT_TREE den Schreibzugriff für einzelne Verzeichnisse auf dem externen Speicher beim Nutzer anzufragen. Wenn also eine App, die dafür allerdings angepasst sein muss, in ein anderes SD-Verzeichnis schreiben will als das eigene, wird der Nutzer gefragt, ob er das zulassen möchte. Der Nutzer hat dabei Einfluss auf das Verzeichnis, sogar das Schreiben ins oberste Verzeichnis und damit auf die gesamte Speicherkarte soll so möglich sein.

Außerdem kann Apps mit der Methode getExternalMediaDirs() zukünftig ein gemeinsames Medienverzeichnis auf der SD-Karte zur Verfügung gestellt werden, ohne dass für dieses explizit Lese- und Schreibberechtigungen angefordert werden müssen. Dieses Verzeichnis ist praktisch ein „öffentliches“ Verzeichnis, auf das alle Apps zugreifen können.

Unterm Strich hat Google mit Android 5.0 einen Weg gefunden, die Konflikte im Zusammenhang mit dem Gebrauch von Speicherkarten, wenn schon nicht komplett zu beseitigen, so doch wenigstens einzudämmen. Uns freut das – denn die Tatsache, dass man im Android-Ökosystem für Speicher-Upgrades nicht zwingend 100 Euro und mehr zahlen muss, sondern auf immer noch zahlreichen Geräten einfach preiswertere Speicherkarten nachrüsten kann, ist und bleibt einer der größten Vorteile.

Wie seht ihr den neuen Ansatz von Google in Bezug auf Speicherkarten? Eure Meinung in die Kommentare.

Quellen: Android Police, Dianne Hackborn @ G+

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