AOKP – Custom-Rom mit der Power des Einhorns

AOKP ist eine “AfterMarket”-Firmware, die offiziell für über 52 Android-Geräte angeboten wird. Die sogenannte “Custom Rom” bietet wie CyanogenMod zahlreiche Features, die das Android-System um Funktionen und Tweaks erweitern.

Was ist AOKP genau?

AOKP ist wie CyanogenMod ein alternatives Betriebssystem für Android-Geräte. Es basiert auf dem von Google und dem Android Open Source Project bereitgestellten Quellcode und wird von Entwicklern auf der ganzen Welt für einige Geräte angepasst. Zusätzlich zu dem reinen “Google”-Android-System bietet AOKP zahlreiche Funktionen, Einstellungen und Tweaks.

Der gesamte Quellcode des Projekts steht, wie der Android-Quellcode, für jeden verfügbar online. Das bietet Entwicklern die Möglichkeit, eigene Patches und Programmideen einzubringen und AOKP auch für Geräte zu entwickeln, die vom offiziellen Entwicklerteam nicht unterstützt werden.

Was hat es mit dem Einhorn-Logo auf sich?

Eine Frage, die meist sehr früh auftritt, ist die, wie es zu dem AOKP-Logo kam. Für Euch habe ich mich auf die Suche begeben und die Geschichte zusammengetragen:

Das AOKP-Team formierte sich gegen Ende des Jahres 2011. Zu dieser Zeit hieß das System noch Juggernaut und die Entwickler Roman, Whitehawkx und Kwes waren auf der Suche nach einem Team-Logo. Whitehawkx war der Meinung, dass es unbedingt pink sein müsse und so kam man auf die Idee, ein Einhorn zu benutzen.

Auf der Suche nach einem passen Einhorn-Emblem stieß Kwes schließlich auf die Seite, auf der er das ursprüngliche Logo mit dem wütenden Einhorn-Logo (hier im Bild) fand. In der zugehörigen Bildbeschreibung hieß es, dass das Einhorn einen Entwickler auf der Jagd nach dem perfekten Code repräsentiere, den dieser jedoch niemals finde. In anderen Worten: Er jage ein Einhorn, das er niemals finden wird, und das mache ihn wütend.

Somit war das erste AOKP-Logo gefunden, das zunächst zu nichts anderem diente, als die User zu „trollen“. Denn ca. 90% hassten das Logo einfach nur. Zwischenzeitlich sah sogar der Lockscreen mehr als fragwürdig aus:

Trotz der anfänglichen Unbeliebtheit des Logos sind die Entwickler dabei geblieben, sodass es zu einem unverkennbaren Markenzeichen der Rom geworden ist.

2012 wurde das Logo von renommierten Icon-Designer ThaPhlash überarbeitet und moderner gemacht.

Was unterscheidet AOKP von CyanogenMod?

Während das CyanogenMod-Projekt zum Ziel hat, möglichst viele Geräte mit der aktuellsten Android-Version zu versorgen, versucht AOKP, das Android-System um möglichst viele Features zu erweitern. AOKP bietet weitaus mehr Einstellungen und Möglichkeiten, das System zu manipulieren, als es CM tut. Aus diesem Grund ist die Custom-Rom eher für fortgeschrittenere Custom-Rom-Nutzer zu empfehlen, die mit einem mächtigen und manchmal nicht ganz stabilen System umzugehen wissen.

Das AOKP-Team ist außerdem wesentlich kleiner, als das von CyanogenMod. Das führt dazu, dass nicht alle Geräte gleich schnell mit neuen Features und Versionen versorgt werden. Einige ältere Geräte, wie beispielsweise das HP Touchpad, werden als unterstützt angegeben, besitzen aber eine recht instabile AOKP-Version, die nicht auf dem neuesten Google-Android basiert.

Generell ist zu sagen, dass das AOKP-Team das aktuelle System zuerst auf die Nexus-Geräte bringt und diese sehr gut unterstützt werden. Alle anderen Geräte erhalten die aktuellste AOKP-Version später oder auch gar nicht, je nachdem wie die Teammitglieder Zeit finden. Welche Version es für welches Gerät gibt, findet sich auf der AOKP-Seite.

Was bietet AOKP?

AOKP wird immer wieder auf die aktuellste Android-Version portiert. Üblicherweise schreibt das AOKP-Team nach Veröffentlichung einer neuen Android-Version den Systemcode komplett neu, um eine möglichst hohe Kompatibilität und Stabilität der Features zu gewährleisten. Das führt dazu, dass Features von einer auf die nächste Android-Version verloren gehen können und nicht portiert werden. So gab es beispielsweise bei der auf Android 4.0 basierten AOKP-Rom einen Energiespar-Manager, der es aber nicht in das Jelly Bean System geschafft hat.

 

Die aktuelle AOKP Rom basiert auf Android 4.2.1, hört auf den Namen AOKP JB-MR1 Build 2, und bietet unter anderem folgende zusätzlichen Funktionen:

Sprache

Das System ist in zahlreichen Sprachen verfügbar, darunter auch Deutsch. Da das Team nicht ganz so groß ist wie CyanogenMod, sind nicht alle Features direkt ins Deutsche übersetzt. Grundlegende Englischkenntnisse und etwas Experimentierfreudigkeit reichen aber völlig aus, um zu verstehen, was gewisse Einstellungen bewirken.

Themes

Ein Feature, das die Custom-Rom von den „Stock-Roms“ (ursprüngliches Herstellersystem) unterscheidet, ist der integrierte Theme-Manager. Dieser ermöglicht nach Installation passender Themes, dem System und sogar installierten Apps (wenn vom Theme unterstützt) einen neuen Anstrich zu verpassen. Auf diese Art kann das System persönlicher gestaltet und mehr an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Bildergalerie Android Theme-Beispiele

Themes können im Play Store unter dem Suchbegriff „CM10 Theme“,  in unserem Themes-Artikel oder auf Seiten wie XDA gefunden werden.

Statusbar/-bereich-Einstellungen

Die Zahl und Art der unter Android 4.2 eingeführten Quick-Toggle-Kacheln (hier im Bild) können frei gesetzt werden, sodass wichtige Einstellungen schneller verfügbar sind. Als Hintergrund des Benachrichtigungsbereiches kann ein eigenes Bild gewählt werden und es gibt Anpassungsmöglichkeiten, die die Darstellung der Uhr, sowie der Signal- und Batterieanzeige betreffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Navigationsleisten-Einstellungen

Die Navigationsleiste kann mit weiteren Icons und Funktionen belegt werden. Des weiteren kann der Navigationsleistenring mit weiteren Apps und Shortcuts belegt werden.

NavBar Widgets

Ein Feature, das AOKP einzigartig macht, sind die sogenannten Navbar Widgets. Dabei handelt es sich um Widgets, die mit einem Button in der Navigationsleiste verknüpft werden können, sodass sie aus jeder App heraus aufgerufen werden können.

Call statistics

Bei Call statistics handelt es sich um ein Feature, das von den AOKP-Entwicklern entwickelt und auch von den CM-Entwicklern in ihr System integriert wurde. Call statistics bietet ausführliche und übersichtliche Statistiken zum Telefonverlauf. Diese können über die Verlaufsanzeige in der Telefon-App aufgerufen werden.

 

Lockscreen-Einstellungen

AOKP bietet Einstellungen, um Widgets maximiert am Lockscreen anzuzeigen, Lockscreen Rotation und vieles mehr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Performance Control

Ein Feature, das zeigt, wie tief man in das System eingreifen kann, ist Performance Control. Hierbei handelt es sich um eine integrierte App, mit der sich zahlreiche Kernel-Optionen wiedie CPU-Taktung und der CPU-Governor anpassen lassen. Außerdem lässt sich damit überwachen, wie viel Zeit das Gerät in welchem CPU-Zustand verbringt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Letzte Apps

Eine weitere Besonderheit ist die Anzeige der zuletzt geöffneten Apps. Diese bietet die Option, alle Apps zu schließen und zeigt an, wie viel RAM momentan belegt sind. Das macht jeden Taskmanager überflüssig.

LED Einstellungen

Unter AOKP kann das Verhalten des Benachrichtigungs-LEDs komplett angepasst werden. Verschiedene Farben und Frequenzen für einzelne Apps oder App-Gruppen sind einstellbar.

Vibrationsmuster

Weiterhin ist es möglich, eigene Vibrationsmuster zu erstellen, die beliebig abgespielt oder auch als Standardvibration gesetzt werden können.

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Anpassungen und Erweiterungen, die das AOKP-Team an dem Google-System vorgenommen hat. Diese alle hier aufzuführen würde aber den Rahmen sprengen, weshalb ich mich auf die wichtigsten Besonderheiten konzentriert habe. Außerdem gibt es so oft neue Features und Tweaks, dass die Liste innerhalb weniger Tage nicht mehr vollständig wäre.

Woher bekomme ich AOKP?

AOKP kann auf zwei verschiedene Wege bezogen werden:

1. Besitzt man ein offiziell unterstütztes Gerät, so kann auf der AOKP-Seite aokp.co nach dem eigenen Gerät gesucht werden.

2. Findet sich das eigene Gerät nicht in der Liste, so gestaltet es sich schwieriger. In diesem Fall ist das Forum für das eigene Gerät auf XDA oder RootzWiki (dem offiziellen AOKP-Forum) die erste Anlaufstelle. Dort lässt sich schnell herausfinden, ob ein entsprechender Port für das eigene Gerät existiert.

AOKP-Begriffe:

Möchte man eine AOKP-Version laden, hat man die Auswahl zwischen Nightlies, Builds und Milestones.

  • Nightlies sind auf dem aktuellsten Code basierende und potentiell instabile Versionen. Sie finden sich grundsätzlich nicht auf der AOKP-Homepage, sondern nur über den jeweiligen Entwickler für das eigene Gerät oder in Foren. Um an diese zu kommen, ist etwas Sucharbeit erforderlich. Für das Nexus 4 beispielsweise finden sich die Nightlies bei Goo.im.
  • Builds werden veröffentlicht, sobald das AOKP-Team der Meinung ist, dass das System und die neuen Features bereit dazu sind „auf die Öffentlichkeit losgelassen“ zu werden. Im Grunde sind alle integrierten Features lauffähig, aber nicht unbedingt bugfrei. Von Build zu Build kommen immer wieder neue Features und Bugfixes dazu.
  • Milestones werden veröffentlicht, wenn das Team eine für die Nutzer stabile und alltagstaugliche Implementierung der Features erreicht hat und keine größeren Bugs mehr zu erwarten sind. Milestones unterscheiden sich von Builds hauptsächlich durch die Ausgereiftheit der Features.

Wie installiere ich AOKP?

Direkt vorweg: Beim Experimentieren mit Roms ist eine gewisse Kenntnis des Android-Systems nötig und es ist wichtig, sich einzulesen. Der Prozess, um von einem Gerät mit Herstellersystem zu einem Gerät mit Custom-Rom zu kommen, ist von Gerät zu Gerät unterschiedlich und nicht simpel.

Voraussetzung für eine Custom-Rom ist ein installiertes Custom-Recovery-System. Mit einem Custom-Recovery-System ist es unter anderem möglich, andere Systeme auf das eigene Gerät zu spielen. Um zu erfahren, wie man ein solches installiert, verweise ich wieder auf die Geräteforen auf XDA und Android-Hilfe, wo sich für (fast) alle verfügbaren Geräte Informationen zu dem Thema finden lassen.

Ist ein Custom-Recovery-System installiert muss lediglich die heruntergeladene ZIP-Datei mit dem AOKP-System geflasht werden, nachdem ein Full-Wipe (ACHTUNG: Hier gehen alle Apps und App-Daten verloren) durchgeführt wurde. Abschließend sollten noch die passenden Google-Apps mit dem Play Store etc. geflasht werden, da diese nicht in AOKP enthalten sind.

Mach den Test! Welche Custom-ROM passt am besten zu dir?

Quiz: Welche Custom-ROM für Android passt zu dir? (Test)
Welches Gerät besitzt ihr?

Quellen: AOKPknowtechbetterRootzWiki

 

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