Alternativen zu Aperture und Adobe Photoshop Lightroom im Überblick

Sven Kaulfuss
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Apple wird die Entwicklung von Aperture für den Mac einstellen – wir berichteten. Für Anwender eine grauenhafte Vorstellung. Die Wettbewerber indes nehmen die Nachricht mit Freude auf und werben gezielt bestehende Nutzer ab. Die Liste der Alternativen...

Alternativen zu Aperture und Adobe Photoshop Lightroom im Überblick

Die Kritiker sehen sich erneut bestätigt. Schon seit Jahren beklagen sie die Vernachlässigung der professionellen Kundschaft. Apple konzentriere sich nur noch allein auf „Mr. Otto Normal“ und „verdongelte“ Hardware. Jüngstes Beispiel: Aperture. Die Software – vereinfacht ausgedrückt ein RAW-Konverter mit Katalogisierungsfunktion für Fotografen – wurde in den letzten Jahren nur noch selten gepflegt. Jetzt zieht Apple komplett den Stecker, stellt die Entwicklung ein und lässt die Anwender im Regen stehen.

Der Aufschrei ist groß – verständlich. Im Gegensatz zum normalen Endverbraucher zielt Software wie auch Aperture auf ein gewerbliches Umfeld. Die App dient nicht dem alleinigen Vergnügen, sondern soll vielmehr ein Werkzeug sein, mit dem man Geld verdient. Regelmäßige Updates und eine zuverlässige Versionspolitik werden somit erwartet. In den Augen bisheriger Anwender bricht Apple nunmehr mit der Einstellung von Aperture einen nicht ausgesprochenen Vertrag, erschüttert die Beziehung zwischen Kunden und Hersteller.

Nutzer sehen sich konfrontiert, nach Alternativen Ausschau zu halten. Ein gewichtiges Problem dabei: die Umgewöhnung. Noch weit vor den eigentlichen Funktionen einer professionellen Software steht der Umgang mit dieser im Vordergrund. Immerhin hat man sich über Jahre einen effektiven Workflow erarbeitet. 1:1 übertragen lässt sich dieser meist nicht auf die Alternativen im Markt. Zwar versprechen Wettbewerber wie beispielsweise Adobe, aktuell noch mehr an Funktionen und Benutzung zu arbeiten, einen Klon von Aperture wird jedoch keiner von ihnen anbieten.

Doch bevor wir die einzelnen Alternativen auflisten, möchten wir vorab noch einige, wichtige Fragen beantworten.

Wird Aperture noch mit OS X 10.10 funktionieren?

Ja, Apple hat für das laufende Jahr ein kleines Service-Update für Aperture angekündigt. Dieses sorgt für die notwendige Kompatibilität mit OS X 10.10 Yosemite. Neue Funktionen gibt's aber nicht mehr.

Wird „Fotos in OS X“ ein vollwertiger Ersatz?

In die Fußstapfen von Aperure soll laut Apple die neue kostenlose Foto-App in OS X 10.10 Yosemite treten. Allerdings erscheint diese erst Anfang 2015. Ausstattung und Funktion bleiben noch weitestgehend ungenannt. Unsere Einschätzung: Die bisherigen Erfahrungswerte berücksichtigt (zum Beispiel mit Final Cut Pro X), halten wir es für höchst unwahrscheinlich, das „Fotos in OS X“ ein vollwertiger Ersatz für Aperture ist. Apple wird mit Sicherheit eine Vielzahl der bisherigen Funktionen nicht übernehmen, gegebenfalls später Stück für Stück unvollständig nachreichen. Kurzum: Der Profi steht bei „Fotos in OS X“ nicht mehr an oberster Stelle.

Wann soll ich umsteigen und nach Alternativen suchen?

Akuter Handlungsbedarf besteht noch nicht. Aktuell funktioniert Aperture problemlos mit OS X 10.9 Mavericks und auch für OS X 10.10 ist die Kompatibilität gewährleistet (siehe oben). Ob dies allerdings auch für ein potentielles OS X 10.11 im Herbst 2016 gilt? Eine Garantie gibt es nicht. Gleichfalls dürften auch zukünftige Kameramodelle in Aperture nicht mehr zwangsläufig unterstützt werden. Ergo: Spätestens in sechs bis zwölf Monaten sollte man sich aktiv nach einer Alternative umschauen. Idealerweise macht man sich jedoch schon früher, parallel zur täglichen Arbeit mit Aperture, mit einem Ersatz vertraut – das verkürzt die Einarbeitung und hilft bei der Umstellung der Arbeitsprozesse. Dies ist wichtig: Denn Zeit ist bekanntlich Geld.

Was gilt es zu beachten?

Bevor man sich für eine Alternative für Aperture entscheidet und diese kauft, sollte man nach Möglichkeit die Kandidaten ausgiebig vorher testen – die meisten Anbieter offerieren hierfür eine kostenlose Demoversion. In diesem Zusammenhang sollte man gleichfalls prüfen, inwiefern die Software die RAW-Formate der eigenen Kamera unterstützt. Übrigens: In unserer Liste findet ihr gleichfalls auch drei komplett kostenlose Alternativen. Sicherlich mal einen Blick wert.

Adobe Photoshop Lightroom: Der direkte Konkurrent

Der bisher stärkste Konkurrent von Aperture war und ist sicherlich Lightroom von Adobe. Mittlerweile in Version 5.5 verfügbar, hat sich die Fotosoftware zu einem starken Gesamtpaket gemausert – mobile Anwendungen für iPad und Co inklusive. Im Zuge der Abkündigung von Aperture machte sogar die Meldung die Runde, Apple würde aktiv an der Migration der Daten von Aperture an Lightroom arbeiten und eine Lösung demnächst anbieten. Dies stimmt jedoch nicht. Apple hat derartiges nicht vor.

Gegenwärtig kann Lightroom noch als eigenständiges Programm gekauft werden (aktuell ), allerdings bietet Adobe die Software alternativ auch zur Miete an. Kosten: 12,29 Euro pro Monat. Mit dabei im Fotografie-Bundle Adobe Photoshop CC. Wir befürchten: Zukünftige Versionen von Lightroom wird es nur noch als Miet-Software geben, die Cloud-Anwendungen machen es vor. Für professionelle Anwender sicherlich weniger abschreckend, Semi-Profis jedoch bevorzugen wohl lieber Kaufsoftware.

 

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