Test Snapseed: iPhone-/ iPad-Bildbearbeitung von Nik Software

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Ambitionierte Fotografen und Bildbearbeiter werden hellhörig, wenn der Begriff “Nik Software” fällt. Der Entwickler hat Plugins für Adobe Photoshop und Apple Aperture im Programm, die einige hundert Euro kosten – dafür aber sehr interessante Möglichkeiten bieten.

Nik Software hat die App Snapseed für die Bildbearbeitung auf iPhone und iPad veröffentlicht, die sich preislich an den Otto-Normal-App-Käufer richtet. “Snapseed ist die einzige Foto-App, auf die Sie keinen Tag verzichten möchten!” behauptet der Entwickler sehr, sehr selbstbewusst. Wie gut ist das Konzept, bietet die Anwendung die bekannten Profi-Funktionen der Entwickler, lohnt sich der Kauf? Fragen, für die wir Snapseed nun getestet haben.

Test Snapseed: iPhone-/ iPad-Bildbearbeitung von Nik Software

Erst im August hat Nik Software die Version 1.2 veröffentlicht – neben iPad wird nun auch das iPhone unterstützt, Snapseed ist also eine Universal-App. Mit (aktuell) 3,99 Euro liegt sie im üblichen Preisniveau – einzelne gute Fotoapps anderer Entwickler sind sogar deutlich teuerer. Die Features der hochpreisigen erwartetet man dabei nicht gleich.

Snapseed (AppStore Link)
QR-Code
Snapseed
| Preis: Gratis

Und doch hat Nik Software Funktionen integriert, die keine Selbstverständlichkeit sind. Wichtigste Punkte:

  • RAW-Fotos können bearbeitet werden, sofern sie über das auf das iPad geladen werden
  • Die U-Point-Technologie ermöglicht eine selektive Anpassung von Farben, Helligkeit und Kontrast – die Erfindung von Nik Software.

Nicht nur die Fotos aus der Bibliothek können geöffnet werden, es kann auch direkt in der App über die Gerätekamera ein Bild geschossen werden.

Die Basisfunktionen

Die Bearbeitungsmöglichkeiten liegen wie kleine Programmpackungen in einer Leiste.

Innerhalb einer Funktion (z.B. Bildabstimmung Tune Image) werden die einzelnen Parameter (z.B. Sättigung, Helligkeit) mit einen vertikalen Fingerstrich auf dem Bildschirm ausgewählt.

Durch einen horizontalen Wisch wird dann ähnlich wie bei Adobe Photoshop Express die Ausprägung (z.B. -100 bis +100) festgelegt. Es hat den Vorteil, dass man nicht mit kleinen Einstellreglern rumfummeln muss. Gerade auf dem iPhone ist dies nützlich.

Nicht vergessen (und das passiert leicht): Den Bestätigen-Knopf am Ende einer Filtereinstellung drücken.

Selective Adjust – U-Point

Die U-Point-Technologie macht so manches Nik-Plugin für den Desktop-Rechner überhaupt erst interessant. Sie ist deshalb in der App der spannendste Bestandteil. Über Kontrollpunkte werden einzelne Bildelemente in Helligkeit, Kontrast und Sättigung verändert, ohne dass Masken erstellt werden müssen.

Im Prinzip funktioniert das auf dem iPad recht gut. Einen Direktvergleich mit der OS X-Version konnte ich nicht machen. Meinen Eindruck, dass die Ergebnisse qualitativ nicht so gut sind wie auf dem Desktop-Rechner, konnte ich somit nicht bestätigen. Die Kontrollpunkte auf dem iPad bieten zumindest nicht so viele Parameter, wie in den teueren Plugins. Halb so schlimm, denn die drei gebräuchlichsten (Helligkeit, Kontrast, Sättigung) sind integriert. Schön, dass es diese Möglichkeit nun auch auf iPad und iPhone gibt!

Effekte

Neben den Basisfunktionen bietet die App nützliche und spielerische Effekte.

Ein Style-Button liefert jeweils mehrere Vorlagen, in denen unterschiedliche Ausprägungen weiter verändert werden können.

Mit dem Grunge-Effekt macht die App zum Beispiel fast überflüssig,

und Center Focus lässt sich schon mal als missbrauchen (allerdings nur mit kreisförmigem Filter).

Fazit

Snapseed für iPhone und iPad bietet fast alle wichtigen Bildbearbeitungsmöglichkeiten und darüber hinaus gute Effekte. Retuschier-Möglichkeiten fehlen, und für RAW-Entwicklung bräuchte es noch Rauschreduzierung und Schärfen.

Nik Software hat nicht einfach den Kopierer angeworfen, sondern stellt ein eigenes Konzept für die App vor, das sich sehr gut bedienen lässt. Schade ist allerdings, dass die einzelnen Arbeitsschritte destruktiv angewendet werden. Heißt: Ist ein Filter einmal bestätigt, lässt er sich nicht wieder zurücknehmen oder verändern. Ein Mangel, den auch andere Bildbearbeitungs-Apps haben.

Snapseed ist eine sehr gute App und verdient auf jeden Fall eine Empfehlung. Schön, dass Nik Software für 4 Euro so viel liefert.

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Weitere Themen: Aperture, Bildbearbeitung, Software, iPhone, iPad


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