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Wie viel Leid steckt im iPhone?

Tizian Nemeth
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Wie viel Leid und Blut stecken im neuen iPhone 4? Diese Frage hat sich New-York-Times-Kolumnist Nicholas Kristof gestellt. Hersteller elektronischer Geräte vermeiden das Thema gerne, verständlicherweise. Sie wollen, dass Anwender beim Anblick eines Geräts vom Design begeistert sind – und nicht an Blut denken. Eine Initiative macht sich nun daran, vor allem die Verwendung von Mineralien aus dem Kongo und dessen Folgen anzuprangern.

Laut Nicholas Kristof fordern die Aktivisten von Unternehmen wie Intel Apple und Research in Motion, sogenannte Konflikt-Minerale nicht weiter zu verwenden. Vor allem Tantal aus dem Kongo wird für die Produktion von Kondensatoren verwendet, wie sie in Mobiltelefonen, mobilen Rechnern und Spielekonsolen zum Einsatz kommen.

Im Kongo lagern größere Vorkommen des seltenen Elements und trotz eines Friedensabkommens kämpfen mehrere Parteien um den Besitz. Mit dem Abbau finanzieren sie unter anderem Waffen und Soldaten.

Das sogenannte Enough Projekt möchte auf das Leiden im Kongo aufmerksam machen, ohne allerdings die führenden Technik-Hersteller alleine für das Leid der kongolesischen Bevölkerung verantwortlich zu machen. Vielmehr möchte das Projekt ein Bewusstsein nicht zu Letzt beim Konsumenten schaffen. “Es gibt keine magische Kugel, die eine Lösung für den Frieden im Kongo präsentieren kann,” erklärt David Sullivan vom Enough Project. Aber die Verwendung von Tantal aus dem Kongo sei einer der Antriebe für diesen Konflikt.

Neben der Diskussion in den Medien und dem Ansprechen von Herstellern haben die Aktivisten zusammen mit einer Reihe von Hollywood-Schauspielern auch ein Video gedreht, indem sie nach dem Schema der “I’m a Mac – I’m a PC”-Spots die Verwendung von “Konflikt-Mineralien” in Elektronischen Geräten überspitzt darstellen.

Mittlerweile hat sich Steve Jobs in einer E-Mail zur Frage geäußert, ob Apple Mineralien aus konfliktfreien Regionen bezieht und die Quellen auch ausweisen kann. “Wie fordern alle unsere Lieferanten auf, uns zu bestätigen, dass sie ‘konfliktfreie Mineralien’ verwenden,” schreibt Jobs. Allerdings könne er nicht sicher sein, ob die Angaben auch tatsächlich stimmten. Das Nachverfolgen von Mineralien von der Mine bis hin zum Hersteller von elektronischen Bauteilen sei aufgrund der vielen Wege schwierig.

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