Bitcoin: Android-App für die digitale P2P-Währung verfügbar

Frank Ritter
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Ein Thema erhitzt gegenwärtig die Gemüter in der Tech- und Nerd-Szene: Bitcoins. Eine technisch hochkomplex kostruierte digitale Währung, die dezentral und ohne Kontrolle einer staatlichen oder anderweitigen Instanz funktioniert. Mittlerweile existieren Wechselkurs-Statistiken zu allen relevanten Währungen und zahlreiche Dienstleister (auch aus dem halbseidenen Bereich), die Bitcoins akzeptieren. Nun gibt es auch eine Android-App für Bitcoins, die schnelle Bezahlvorgänge mit der digitalen Währung ermöglicht.

Bitcoin: Android-App für die digitale P2P-Währung verfügbar

Taugen Bitcoins? Die einen frohlocken: Anonym Geld transferieren, Waren kaufen und Dienstleistungen in Anspruch nehmen, ohne staatlich gesteuerte Inflation oder anderweitige Kontrolle. Gegner wenden ein, dass Bitcoins eine Blase seien, die bald platzen werde. Andere Kritiker befürchten, dass Bitcoins zur Geldwäsche und zur Abwicklung von illegalen Geschäften verwendet werden könnten. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Immerhin kann man Bitcoins als gigantisches Experiment sehen, in der das Konzept von lokalen Währungen auf einen globalen Markt ausgedehnt wird.

bitcoins android

Nun ist auch eine Android-App für Bitcoin-Nutzer erschienen. Diese kann zwar selbst nicht Bitcoins “minen”, aber Geld zu anderen Nutzern über spontan generierte QR-Codes übertragen. Der Vorgang sieht dabei konkret so aus, dass man einen QR-Code als “Rechnung” generiert, also Bitcoins anfordert. Der Sender muss den Code einscannen, die Bitcoins werden dann transferiert.

Die App ist quelloffen, gerade bei einen sensiblen Thema wie Geld ist es sicher nicht verkehrt, wenn man in der Lage ist, in den Quellcode zu schauen und zu überprüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Eine weitere nützliche Sicherheitsfunktion: Die eigenen Bitcoin-Daten werden in der Cloud per Google-Account gespeichert. Nichtsdestotrotz weist Entwickler Brian Armstrong darauf hin, dass durchaus noch Fehler vorhanden sein könnten und man im schlimmsten Fall seine gesamten Bitcoins verlieren könnte. Aus diesem Grund sollte man die App zunächst nur mit kleinen Beträgen testen.

android-bitcoins

Technisch versierte Bitcoin-Nutzer, die befürchten, dass die gesamte Bitcoin-Blockchain mit der App übertragen werden muss, können beruhigt sein: Der Entwickler betont, dass bereits ein vereinfachte Version der Blockchain mitgeliefert wird. Beim ersten Start der App müssen etwa eine Minute lang Daten über WLAN übertragen werden, danach passieren Transaktionen mit nur geringer Zeitverzögerung, selbst über 3G-Datenverbindungen. Selbst eine Offline-Benutzung der App ist möglich, sämtliche Transaktionen werden beim nächsten Kontakt des Smartphones mit dem Internet ausgeführt.

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Wer sich für Bitcoins interessiert, sollte als Einführung diesen Wired-Artikel zum Thema lesen, der sich überwiegend auf den Drogenkauf per Bitcoins auf dem mittlerweile nicht mehr öffentlich zugänglichen Marktplatz “Silkroad” konzentriert. Eine Gegenrede bei Quora versucht zu belegen, dass Bitcoins ökonomisch nicht auf Dauer funktionieren können. Einen guten Überblick zur Geschichte und technischen Funktionsweise bieten der Chaosradio Express-Podcast 182 “Elektronisches Geld” sowie der englische und deutsche Wikipedia-Artikel.

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