MediaDefender legt Internet-Sender lahm

Leserbeitrag

(Holger) Am vergangenen Wochenende gab es beim US Internet-Sender Revision3 eine groß angelegte Denial-of-Service-Attacke (DoS). Wie sich herausstellte war das Unternehmen MediaDefender, welches beispielsweise der RIAA und MPAA beim Kampf gegen Internet-Piraterie unter die Arme greift, schuld an dem Angriff.

MediaDefender legt Internet-Sender lahm

In einem Blog-Eintrag von Revision3s CEO Jim Louderback werden die Ereignisse vom vergangenen Wochenende näher beschrieben. So kam es dazu, dass das gesamte Netzwerk des Unternehmens durch eine DoS-Attacke lahmgelegt wurde.

Wer sich hinter dem Angriff versteckte war zunächst unklar, im Laufe der Untersuchungen stellte sich aber heraus, dass die Angriffe aus dem Netz von MediaDefender kamen. MediaDefender hat es sich zum Ziel gesetzt, der illegalen Verbreitung von Filmen, Songs und Anwendungen über P2P-Netze ein Ende zu bereiten. Zu ihren Kunden gehörten in der Vergangenheit unter anderem Firmen wie Sony, Universal Music sowie die Vereinigungen MPAA und RIAA.

Ins Fadenkreuz kam Revision3, da sie zur Verbreitung ihrer Sendungen das BitTorrent-Protokoll verwenden. In einer Konfiguration ihres BitTorrent-Trackers gab es eine Lücke, die dafür sorgte, dass MediaDefender den Tracker für eigene Zwecke missbrauchen konnte, um so eigene Torrents zu verbreiten.

Bis dahin gab es allerdings keine DoS-Attacke. Erst als man die Lücke bei Revision3 geschlossen hatte, schalteten die Server von MediaDefender zum Angriff. Die daraus resultierenden 8.000 Pakete pro Sekunde sorgten für einen Ausfall der Webseite, der RSS-Feeds und des Mail-Verkehrs.

MediaDefender gab gegenüber Revision3 zu, dass man deren Netz ohne Einwilligung über einen Zeitraum von mehreren Monaten für eigene Zwecke benutzt habe.

Die Angelegenheit wird jetzt vom FBI untersucht.

Weitere Themen: Internet, BitTorrent

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