OnlineTVRecorder.com: Kostenlos Filme aus dem Internet
Mit dem OnlineTVRecorder kann man kostenlos Fernsehsendungen im Internet aufnehmen, verspricht der Anbieter. Durch das kostenlose Angebot von Online-Speicher und Aufnahmefunktion hebt er sich von der kostenpflichtigen Konkurrenz wie Safe.tv und Bong.tv ab. Ob es einen Haken gibt und was der Dienst leistet, hat sich macmagazin.de einmal genauer angesehen.

Direkt nach der Anmeldung erhält man eine Bestätigungsnachricht via E-Mail mit einem Klick auf den Link bestätigt man die Anmeldung und schon kanns los gehen. Der erste Eindruck: Die Oberfläche wirkt nüchtern im Vergleich zu Bong.tv und Safe.tv, nach einem zweiten, dritten, vierten … Klick bemerkt man, dass man sich schnell in den Menüs unter Untermenüs verläuft. Ohne zumindest einen kurzen Blick ins Handbuch zu werfen, kommt man nur mit viel Geduld weiter. Zudem öffnen sich nach einigen Klicks immer mehr zusätzliche Fenster mit Werbeeinblendungen. Die liegen zwar hinter dem Hauptfenster des Browsers, aber hat man sich erst eine Weile durch die Menüs geklickt, hat man im Anschluss einen Wust von Fenstern zu schließen.
Die Kosten
Der OTR-Dienst ist kostenlos – allerdings kann der Anwender mit dem Beginner-Status nur 15 Sendungen pro Monat dekodieren. Zu Beginn des Jahres waren es noch 17, aber auch hier wird gespart. Aufzeichnungen sind in dieser Rechnung nicht das Problem, sondern die Dekodierung mittels des OTR-Decoders. Wer mehr Sendungen dekodieren und Filme auch in High-Quality sehen möchte, der kommt um den Premium-Status nicht drum herum. Zudem stehen dem Fernsehkonsumenten mit dem Beginner-Account 240 Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung, als Premium-Nutzer soll es keine Beschränkung geben und für die Aufzeichnungen via Wishlist sollen 6000 Gigabyte zur Verfügung stehen. Damit kann man zum Beispiel alle Fernsehsendungen eines bestimmten Genres oder das gesamte Angebot eines Fernsehsenders aufzeichnen.

Der Premium-Status kostet 50 Punkte (GWP) – die Dienst-interne Währung. Diese kann man sich verdienen, indem man auf Werbebanner klickt. Pro Klick erhält man so zwischen 0,1 und 1 GWP – um den Premium-Status zu erreichen, muss man rund 250 Mal klickern. Wem das zu Nerven kostet, dem bleibt die Wahl, zum Beispiel per Paypal die nötigen GWPs zu erwerben: Für einen Euro erhält man 100 GWP, mithin kostet der Dienst pro Monat 50 Cent und im Jahr 6 Euro, immer noch günstiger als die Konkurrenz. Mit dem Premium Status kann man dann 125 Sendungen pro Monat dekodieren und die Werbung nach Bedarf abschalten. Auch die Download-Zeiten sollen sich verkürzen.
Das Senderangebot
Bei den angebotenen Sendern stiehlt OnlineTVRecorder.com den Mitbewerbern die Schau: 62 Sender versorgen den TV-Enthusiasten mit einer Flut von Fernsehbeiträgen.

Das Programm umfasst die öffentlich-rechtlichen nebst ihrer Spartenkanäle wie ARD Eins, ARD Einsfestival, ARD Einsplus, ZDF Info, ZDF_neo, ZDF Theaterkanal, daneben findet man private Sender wie Sat1, RTL, RTL2, SuperRTL, Pro7, Kabel 1, VOX und Spartensender wie MTV, VIVA, Euronews, EuroSport und DSF.
Die Programmierung

Damit der Online-Videorekorder die gewünschten Sendungen aufnimmt, muss man sie der persönlichen Aufnahmeliste anfügen.

Hat man mal vergessen, den Online-Rekorder zu programmieren und ist unterwegs, kann man auch via Handy das Versäumnis nachholen. Dazu sendet man eine SMS mit der entsprechenden OTR-Nummer oder dem Namen der Sendung an OTR (0152 04705010) und schon nimmt der Dienst das Gewünschte auf.
Noch ein Pluspunkt des Online-Videorekorders, sollte sich die Sendung mal verspäten oder aus einem anderen Grund der Anfang oder das Ende fehlen, dann ergänzt der Dienst dieses im Nachtrag. So hat man nach dem Download und der Dekodierung einen Film oder dergleichen ohne verstümmelten Anfang oder fehlendem Ende.
Der Download und die Dekodierung

Die eigenen Aufnahmen kann man direkt vom OTR-Server herunterladen – wobei “direkt” den Kern der Sache nicht beschreibt. In unserem Test verwenden wir den Beginner-Status, die Sendung haben wir um 12.45 Uhr aufgenommen, die Datei steht laut Information allerdings erst rund sechs Stunden später zum Download bereit. Also nichts für Anwender, die mal eben eine halbe Stunde nach der Fernsehausstrahlung den Beitrag sehen möchten.



Danach liegt die Aufzeichnung im XviD- oder im .mp4-Format (beim Premium-Account) auf der Festplatte. Mit dem Beginner-Account kann man jede Aufzeichnung drei Mal umwandeln, Anwender mit Premium-Status können sie bis zu 10 Mal dekodieren. Ein weiterer Nachteil des Beginner-Accounts, man muss nicht nur Geduld mitbringen bis zum Download, sondern auch währenddessen. In Stoßzeiten, wenn die Server überlastet sind, haben Premium-Kunden Vorrang vor dem Beginner und so steht man oft genug in der Warteschlange.
Qualität und Format der Videos

Als Beginner landen die Fernsehaufzeichnungen als XviD-Datei mit einer Auflösung von 576 auf 324 Bildpunkte auf dem Rechner, der Ton liegt im MP3-Format und wird in Stereo mit 128 Kilobit kodiert. Premium-Anwender kommen bei einigen, aber längst nicht bei allen Sendungen in den Genuss von H.264-Dateien, die eine Auflösung von 720 auf 576 Bildpunkte haben und auch der Ton ist mit 192 Kilobit etwas besser.
Fazit
OnlineTVRecorder ist tatsächlich unter den Online-Videorekordern ein kostenloser Vertreter, allerdings hat er einige kleine Haken. Gelegenheits-Fernsehgucker können mit dem Beginner-Status aus dem riesigen Senderangebot schöpfen und 15 Sendungen pro Monat dekodieren.
Wer häufiger Filme aufnehmen möchte, wird sich früher oder später für den Premium-Status entscheiden. Entweder klickt man dann endlos auf Werbebannern herum oder bezahlt 50 Cent im Monat. Damit ist der Dienst aber immer noch günstiger als die Konkurrenz von Bong.tv und Safe.tv. Auch bei der Film-Qualität für Premium-Anwender bräuchte sich der Anbieter nicht zu verstecken, wenn das Angebot nicht auf so wenige Sendungen beschränkt wäre. Schön ist hingegen die Möglichkeit, via SMS eine Aufnahme zu programieren.
