CPU Temperatur auslesen und überwachen

Marco Kratzenberg
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Moderne CPUs enthalten eine Funktion, mit der Ihr die CPU-Temperatur anzeigen könnt. Mit den richtigen Tools könnt Ihr die CPU Temperatur sogar überwachen und werdet alarmiert, wenn der Prozessor zu heiß ist.

Wenn sich die Abstürze häufen und es anscheinend keinen vernünftigen Grund dafür gibt, dann kann das an einer überhitzen CPU liegen. In dem Fall sollte man die CPU Temperatur auslesen, um einem Schaden vorzubeugen. Der Grund ist dann häufig kein CPU-Schaden, sondern vielmehr eine mangelhafte Kühlung. Um allerdings einzugrenzen, ob es wirklich an der CPU liegt, sollte man die CPU-Temperatur messen und im laufenden Betrieb unter verschiedenen Belastungen kontrollieren.

Seit geraumer Zeit schon enthalten CPUs Sensoren zur Temperaturüberwachung. Unter anderem soll das als Sicherheit dienen, um eine Notabschaltung bei Überhitzung zu garantieren. Doch wie kommt Ihr an diese Temperatur, um sie zu kontrollieren?

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CPU Temperatur auslesen

CPU Temperatur anzeigen – erst als zweiten Schritt

Mit einem kleinen Programm könnt Ihr die CPU Temperatur auslesen. Aber das nützt ja nur etwas, wenn Ihr eine Überhitzung vermutet und alle dafür infrage kommenden Probleme bereits gelöst habt. Also z.B. die Beseitigung aller Staubschichten an den Lufteinlässen am Gehäuse. Die Kontrolle, ob der Kühlventilator wirklich läuft. Und eventuell eine gründliche Reinigung aller erreichbaren Prozessorteile mit einem Wattestäbchen und Reinigungsalkohol. Wenn es dann nach wie vor zu unerklärlichen Abstürzen kommt, ist vielleicht tatsächlich ein Prozessorschaden der Grund und dann ist es sinnvoll, die CPU Temperatur zu messen. Und vorher sollte man sich auch informieren, welche CPU-Temperatur normal ist. In der Regel sollte die CPU Temperatur nicht über 60 bis 70 Grad steigen.

 

Es gibt mehrere Freewareprogramme, mit denen man die CPU-Temperatur anzeigen lassen kann. Sie alle greifen nicht auf eigene Messgeräte zurück, sondern auf die Temperatursensoren der CPU selbst. Das erklärt auch, warum auf dem Bild oben beide Programme dieselbe CPU-Temperatur zeigen. Das erklärt auch, warum es keinen Unterschied macht, ob man die CPU-Temperatur in Windows 10 misst, oder die CPU-Temperatur bei Windows 7 anzeigen lässt.

Ein geeignetes Werkzeug dafür ist der Core Temp Download. Das kleine Freewareprogramm zeigt laufend die CPU-Temperatur an. In den Einstellungsoptionen gibt es u.a. die Möglichkeit, eine Logdatei mit den gemessenen Werten anzulegen oder sogar einen Screenshot der aktuellen Messung zu machen – gewissermaßen als Beweisfoto.

Eine Besonderheit: Verkleinert Ihr das Tool, dann zeigt es die CPU-Temperatur in der Taskleiste aktuell an.

Noch umfangreicher ist die Anzeige eines anderen Tools: Der HWMonitor Download kann natürlich die CPU-Temperatur auslesen, zeigt aber nebenbei auch noch die Umdrehungszahl des Ventilators an und spuckt jede Menge weiterer Messwerte aus.

Sollte sich bei längeren Tests herausstellen, dass die CPU Temperatur unter Belastung (Spiele, Grafikprogramme) immer wieder deutlich zu hoch ansteigt, dann lohnt es sich vielleicht, über eine neue Kühlung nachzudenken. Manchmal tritt so ein Problem auch auf, wenn der Kontakt zur Kühlung fehlerhaft ist oder wenn der Ventilator nicht mehr die volle Leistung bringt. Wenn die CPU-Auslastung zu hoch ist” href=”http://www.giga.de/downloads/microsoft-windows/tipps/cpu-auslastung-zu-hoch-gruende-tipps/” target=”_blank”>CPU-Auslastung zu hoch ist, kann das aber tatsächlich auch andere Gründe haben. Beispielsweise sind einfach zu viele Programme geladen. Bei bestimmten Prozessoren hilft es auch, die CPU zu köpfen, um anschließend eine bessere Wärmeleitfähigkeit zu erreichen.

CPU Temperatur anzeigen fürs Übertakten

Bislang habe ich ja beschrieben, wofür man die CPU Temperatur auslesen will, wenn man von einem Schaden ausgeht. Doch manchmal riskiert man ja absichtlich einen Schaden, um seinen PC zu beschleunigen. Nach wie vor lieben es einige Anwender, ihren Computer zu tunen, indem sie die CPU übertakten. Das ist ein bisschen so, als würde man sein Auto immer mit einer zu hohen Drehzahl fahren. Dann wird der Motor, in diesem Fall die CPU, deutlich heißer als sonst. Und dann ist eine dauerhafte CPU-Temperatur-Messung unbedingt nötig.

Hier hilft ein Feature von Core Temp, größeren Schaden der CPU zu vermeiden. Ein “Überhitzungsschutz” genanntes Feature kann die CPU Temperatur überwachen und warnt den Anwender aktiv beim Erreichen einstellbarer Grenzwerte. So gesehen sollte das Programm auf keinem getunten Rechner fehlen. Ihr solltet einen kritischen Wert angeben, bei dem zum Beispiel ein Warnton abgespielt wird. Und arbeitet ein übertakteter Rechner intensiv und unbeaufsichtigt, etwa beim Rendern von Grafiken, dann solltet Ihr zum letzten Schalter greifen: Sobald die ausgelesene CPU-Temperatur dauerhaft einen kritischen Wert erreicht, kann man den Rechner in den Ruhezustand herunterschalten oder ihn ganz runterfahren.

Weitere Themen: CPU-Z, HWMonitor, SiSoft Sandra Lite, ALCPU

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