Eigentümer und CEO Thorsten Trotzenberg selbst zeigt mir seine Kollektion, die auf den ersten Blick sehr düster wirkt. Nahezu komplett in schwarzem Kunststoff („ballistic Nylon“, dazu später mehr) sind Hüllen, Rucksäcke und Taschen gehalten. Doch bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die vermeintlichen Mauerblümchen als recht praktisch – und eigentlich sogar schön.
Cobra courier M: Ein Messenger Bag fürs MacBook Pro
Ob iPad, MacBook oder beides, auch für die Kombination mit Spiegelreflexkameras gibt es eine Lösung. Ich besah mir das Modell Cobra courier M genauer. Dabei handelt es sich um das, was heutzutage wohl „Messenger Bag“ genannt wird – The Artist Formerly Known As Umhängetasche.
Der Cobra courier ist zugeschnitten auf das MacBook Pro im 15-Zoll-Format, doch es passen natürlich auch anderen Notebooks mit vergleichbaren Maßen hinein. Die Tasche besteht in der Hauptsache aus “ballistic Nylon”, das seinen Beinamen aufgrund der ursprünglichen Verwendung als Schutz vor Granatsplittern im zweiten Weltkrieg trägt.
Da im hiesigen Alltag glücklicherweise nur in den seltensten Fällen mit Granatsplittern gerechnet werden muss, gilt die größere Sorge der Beschädigung des transportierten Computers durch Stöße oder Herunterfallen. Hiergegen schützt die mitgelieferte Hülle. Sie sorgt, zusammen mit der Tasche selbst, für ausreichende Polsterung.
Die booq-Geschichte: Von der kleinen zur großen Tragetasche
Wie Trotzenberg zu diesem Material kam erklärt gleichzeitig den Ursprung der Idee, Laptop- und Tablet-Taschen und -Rucksäcke zu entwerfen. Ursprünglich war der gelernte Produktdesigner für ein Unternehmen tätig, das Geräte zur Hautkrebsdiagnostik herstellt. Der gebürtige Husumer, der seit 1995 in Los Angeles lebt, war für die Schutzhüllen dieser Geräte zuständig. Sie bestanden, man ahnt es, aus „ballistic Nylon“.
Der Wunsch, seine eigenen Vorstellungen umsetzen zu können und die guten Verbindungen zu Herstellern in Asien flossen in das 2002 gegründete Unternehmen booq.
Nachts sind alle Taschen schwarz – tagsüber auch
Wie bereits erwähnt, ist die Tasche nicht gerade die Ausgeburt der Farbenfröhlichkeit. Wer aber auf schlichtes, dezentes Schwarz steht, wird an der Cobra courier M seine wahre Freude haben.
Im Inneren wird der düstere Grundton zudem durch helles Beige, helles Orange und orange abgesetzte Nähte aufgebrochen. Tragegurt und Applikationen an der Unterseite bestehen ebenfalls aus schwarzem Nylon, das stark an Kfz-Sicherheitsgurte erinnert.
Raumwunder oder Kleinod?
Von den optischen nun zu den praktischen Reizen – und vorab die Feststellung: Für Menschen mit vielen Büchern, Ordnern oder ähnlich sperrigen Transportgütern wäre ein größeres Modell tunlich.
Diese Tasche fasst neben dem MacBook Pro des Autors inklusive Ladegerät einen DIN-A4-Ordner, diverse kleinere Utensilien (Stifte, Aufnahmegerät, Sonnenbrille, Notizblock) sowie den einen oder anderen losen Notizzettel. Weiteres Gepäck würde die Kapazität der Cobra courier M sprengen und die zwei Klettstreifen am Verschluss könnten ihren Gegenpart nicht mehr erreichen.
Eine Magic Mouse, unter Umständen auch ein Magic Trackpad oder eine kleine Tastatur könnte man eventuell noch unterbringen, müsste dafür aber auf andere Mitbringsel verzichten.
Praktische Details: Bitte-Melde-Dich-Plakette und Schlüsselanhänger
Wer aber nicht immer seine Privatbibliothek oder mannigfaltiges Zubehör mit sich herumträgt, sondern mit bescheidenem Gepäck unterwegs ist, dem reicht dieses Modell. Gut gefallen haben mir kleine Details, wie etwa die Plakette, die es einem Finder ermöglicht, dem Eigentümer eine Nachricht über den Verbleib der Tasche zukommen zu lassen.
Nett ist auch der praktische Schlüsselanhänger-Clip. Am Schlüsselbund befestigt, lässt sich dieser ganz einfach in einer der äußeren Taschen befestigen. Durch einen Reißverschluss ist diese Befestigung auch von der Unterseite her zugänglich. Vor allem wird dadurch aber die Möglichkeit eröffnet, den Cobra courier M auf den Griff eines Rollkoffers zu schieben.
Robustes Nylon, bequemer Gurt
Das Material macht auch nach mehrwöchigem Einsatz im harten Großstadtdschungel einen robusten Eindruck. Der Tragekomfort geht in Ordnung, die recht breite Tasche kann jedoch bei schmaleren Hüften aufgrund ihres zumeist starren Inhalts etwas merkwürdig sitzen. Der gut gepolsterte Tragegurt sorgt dank leicht gummierter Innenseite für bequemen und vor allem rutschsicheren Halt auf der Schulter.
Ein zusätzlicher Tragegriff direkt an der Tasche ist für kurze oder besonders enge Wege willkommen. Schon bei leichter Beladung neigt der Cobra courier M sich allerdings stark nach vorn, er fällt also nicht gerade, sondern hängt schief. Das mag an der Balance dieses Modells liegen oder allen Messenger Bags gemein sein, führte aber in jedem Fall dazu, dass diese Art des Transports in den vergangenen Wochen bei mir nicht den Regelfall darstellte.
Fazit
Der Cobra courier M Messenger Bag von booq ist insgesamt robust und bequem zu tragen, jedoch nichts für Leute mit schmalem Geldbeutel und großem Platzbedarf. Nimmt man die Kosten (225,01 Euro UVP, auf der Straße (lies: „bei Amazon“) derzeit 172 Euro*) pro Raumeinheit als Grundlage, kommt man bei anderen Herstellern besser weg. Trotzenberg erklärt die hohen Preise mit dem vergleichsweise teuren Material.
Das Platzangebot hat mir persönlich darüber hinaus in vielen Fällen nicht ausgereicht. Kaum sollte etwas mehr als einige wenige Zubehörteile oder etwas Lesestoff mit, musste doch wieder der alte Laptop-Rucksack herhalten. Insgesamt gibt es dafür gerade noch 3 von 5 Sternen.
Allerdings bietet booq auch Modelle mit deutlich mehr Stauraum. Wenn es Euch ähnlich geht, der Stil der Taschen aber sonst gut gefällt, solltet Ihr einen Blick auf das Cobra case* (ca. 272 Euro) werfen. Wer dagegen nur nach einer zweiten Haut für sein MacBook Air sucht, wird bei dem booq Viper hardcase fündig.
Vorteile
+ robustes Material
+ recht bequem zu tragen
Nachteile
- vergleichsweise hoher Preis
- knappes Raumangebot
Cobra courier M
Hersteller: booq
Preis: 225 Euro UVP
macnews.de-Wertung: 3 von 5 Sternen






