Das bessere Android: CyanogenMod gründet Firma, plant Installer und eigenes Gerät

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CyanogenMod ist ohne Frage die beliebteste Android-Custom Rom. Mehr als 7,5 Millionen Geräte haben das System offiziell installiert, die inoffiziellen Zahlen liegen wahrscheinlich weitaus höher. Heute verkündet man einen neuen Meilenstein: Die Gründung der Cyanogen Inc. und große Zukunftspläne.

Das bessere Android: CyanogenMod gründet Firma, plant Installer und eigenes Gerät

Bis in den Mai 2009 reicht die Geschichte der Custom Rom CyanogenMod zurück. In einem ausführlichen Blogpost, den ich jedem CyanogenMod-Interessierten nur empfehlen kann, beschreibt Team-Gründer Steve Kondik (Cyanogen) die Anfänge und die Geschichte des Systems bis heute.

Seit 2009 hat sich viel getan: Das Team ist gewachsen, zahlreiche Geräte werden offiziell oder inoffiziell mit dem System versorgt und Features wie der Theme Manger haben Einzug in andere Systeme gehalten. In den vergangenen Monaten hat das CM-Team unglaublich und geradezu verdächtig viel geleistet: CM Account, Focal, Project Nemesis, Privacy Manager und viel mehr. Sogar eine Überarbeitung des Theme Managers ist geplant. Der Grund hinter diesem Aktivitätsanstieg wurde nun enthüllt: CyanogenMod macht sich selbstständig und wird zu einem eigenen Unternehmen.

CyanogenMod Inc. mit großen Plänen

Seit April arbeitet ein 17-köpfiges Team ganztägig in den firmeneigenen Büros in Seattle und Palo Alto an der Custom Rom und ihrer Zukunft. Mit 7 Millionen Dollar Startkapital, bereitgestellt von Benchmark Capital und Redpoint Ventures, möchte man das Projekt auf ein neues Level bringen.

Der erste Schritt soll die Erleichterung der Installation der Custom Rom sein: aktuell müssen sich Interessierte durch Foren-Threads oder Installationsanleitungen auf der CM-Seite kämpfen, um ihr Herstellergerät mit der Custom Rom zu versorgen. Das soll sich mit dem CyanogenMod Installer ändern. Eine einfache Play Store-App soll die Installation der Rom auf allen unterstützten Geräten anleiten und durchführen. Details erwarten wir in den nächsten Wochen, wenn die App offiziell im Play Store landen wird.

Der nächste Schritt dürfte durchaus interessant werden: CyanogenMod hat einen Deal mit einem Hardware-Hersteller abgeschlossen, der nächste Woche detaillierter erklärt werden soll. Höchstwahrscheinlich dürfen wir zu diesem Termin die Vorstellung eines Smartphones mit CyanogenMod als offiziellem System erwarten. Natürlich drängen sich jetzt viele Fragen auf: Was kann das Gerät? Wer wird es herstellen? Was wird es kosten? Und vor allem: Kommt es nach Europa? Nächste Woche erfahren wir mehr. Ich persönlich (und viele andere auch) vermute, dass man Oppo als OEM gewählt hat, da das chinesische Unternehmen in der Vergangenheit sehr eng mit Entwicklern zusammengearbeitet hat und Custom Roms fördert.

Kirt McMaster, der CEO der Cyanogen Inc. erwägt auch ein Rebranding der Custom Rom. Der aktuelle Name sei nicht sehr “konsumentenfreundlich” und vielleicht werde das System im kommenden Jahr einem Namenswechsel unterzogen.

Die allgemeinen Ziele der frisch gegründeten Cyanogen Inc. lesen sich wie folgt:

* Organize, lead, and support our community (Communitypflege)
* Create amazing user experience centered around how YOU work (verbesserte User Experience)
* Security solutions that really work (bessere Sicherheitslösungen)
* Stay committed to building the features our users need (nutzerorientierte Features)
* No junk (keine unnötige Software)
* Constant updates (regelmäßige Updates)
* Available on everything, to everyone (allgemeine Verfügbarkeit des Systems)

Die Custom Rom bleibt kostenlos. Geld benötigt man dennoch.

In der vergangenen Zeit war vermehrt eine Kommerzialisierung des Systems CyanogenMod befürchtet worden. Laut dem Unternehmen werde die Custom Rom aber weiterhin kostenlos bleiben. Man möchte sich bei der Cyanogen Inc. mehr auf Produktivität und sinnvolle Features konzentrieren, als auf Kommerz. Nichtsdestotrotz muss sich das Unternehmen irgendwie finanzieren. McMaster und Kondik geben aktuell noch keine genaue Auskunft darüber, wie das Unternehmen auf dauer Profit abwerfen soll. Sie werden aber mit der Aussage

Wenn man das Standardsystem auf einem Gerät bereitstellt und 50 Millionen Nutzer besitzt, gibt es viele Wege, um Geld zu verdienen.

zitiert (von uns übersetzt). Es besteht also durchaus die Möglichkeit, dass die Rom in Zukunft auf irgendeine Art und Weise monetarisiert wird. Ich persönlich denke da an den CM-Account und verschiedene damit zusammenhängende Dienste, die für eine Art monatliche Abgabe nutzbar sein könnten. Das ist aber nur ein Hirngespinst meinerseits und es gibt keine Hinweise darauf seitens des Unternehmens.

Große Herausforderungen warten auf das Team.

Die Cyanogen Inc. möchte wachsen. Deshalb sucht das Unternehmen aktuell neue Mitarbeiter im Bereich Design und Technik.

Während wir gespannt sein dürfen, welche tollen Ideen das Team mit den gewachsenen Kapazitäten in Zukunft noch schneller und besser realisieren kann, gibt es auch viele Herausforderungen. Neben der Frage nach der Unternehmensfinanzierung erfordert die Bereitstellung eines offiziellen Systems für ein Gerät viel Aufwand: Die Arbeit mit Hardwarepartnern, die Lizenzierung von Technologien (Abwenden von Patentstreits), ausgiebige Softwaretests und mehr. So muss das Unternehmen beispielsweise das eigene Smartphone durch Google lizenzieren lassen, um Zugriff auf den Play Store offiziell anbieten zu können. Dies sei laut Mitarbeiter Koushik Dutta aber bereits in Arbeit.

CyanogenMod ist auf dem besten Weg, mehr Smartphones mit dem eigenen System zu befeuern als Microsoft mit Windows Phone, wie der CEO McMaster bemerkt. Es dürfte also durchaus interessant sein, in welche Richtung sich das Unternehmen noch entwickelt.

Quelle: The Verge, CyanogenMod

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