Facebook Home: Statement zum Datenschutz und Googles Reaktion

Facebook hat nach der Vorstellung von Facebook Home Kritik dafür geerntet, dass nicht klar war, wie das Unternehmen es mit dem Datenschutz hält, wenn durch Home eine umfangreiche und dauerhafte Interaktion mit dem Service des sozialen Netzwerkes stattfindet.

Facebook Home: Statement zum Datenschutz und Googles Reaktion

Facebook gerät immer wieder ins Visier von Datenschützern, hier in Europa noch mehr als in den USA. Dass man in weniger als einer Woche mit Facebook Home einen Service starten könnte, der noch mehr Daten über das Nutzungsverhalten der Benutzer am Smartphone sammelt, entspannt die Beziehung nicht gerade.

Um den Aufschrei im Vorfeld möglichst schnell einzudämmen, wurde eine Liste mit Fragen und Antworten zu den Themen Privatsphäre und Datenschutz veröffentlicht.

In dieser wird erklärt, dass wie in den anderen Facebook-Anwendungen bestimmte Daten gesammelt werden. Dazu gehören ortsbezogene Daten (komplett deaktivierbar) und wie Ihr in dem sozialen Netzwerk unterwegs seid (Likes, Kommentare, Interaktionen).

Neu dazu kommt mit Home, dass gespeichert wird, welche Android-Apps auf dem Smartphone installiert sind. Laut eigenen Angaben soll nicht analysiert werden, was Ihr mit anderen Apps macht, sondern es könnten nur Informationen über Benachrichtigungen (nicht aber deren Inhalt) und ob bestimmte Apps aus dem Launcher gestartet werden, an Facebook übertragen werden. Diese Daten werden für 90 Tage gespeichert und sollen dabei helfen, den Service zu verbessern.

Facebook

Positiv zu bewerten ist bei Facebook definitiv, dass das Unternehmen durch den hohen Druck der Verbraucherschützer klarmachen muss, für welchen Zweck welche Daten gesammelt und genutzt werden. Theoretisch könnte jeder Android-Launcher und jede Root-App völlig unkontrolliert und für längere Zeit unbeobachtet das Nutzerverhalten mitschneiden und Dubioses damit tun. Nicht so bei Facebook, das zumindest unter strenger Beobachtung steht. Außerdem sollte jedem Facebook-Nutzer bereits von vornherein klar sein, dass bei Nutzung des Dienstes Daten über ihn oder sie gesammelt und ausgewertet werden, sei es für Werbung oder Verbesserung des Angebots. Google und andere Dienste, die kostenlos nutzbar sind, macht es nicht anders.

Googles Antwort auf Facebook Home

Mit Spannung erwartet wurde auch, was Google von Facebook Home hält. Eigentlich hätte man erwartet, dass der Internetgigant es nicht gut-heißt, dass die Konkurrenz Werbung auf Android Home- und Lockscreen platziert, doch die Reaktion fällt positiv aus.

The Android platform has spurred the development of hundreds of different types of devices. This latest collaboration demonstrates the openness and flexibility that has made Android so popular. And it's a win for users who want a customized Facebook experience from Google Play — the heart of the Android ecosystem — along with their favorite Google services like Gmail, Search, and Google Maps.

Android habe die Entwicklung von hunderten verschiedenen Gerätetypen gefördert und die aktuelle Kooperation zwischen Facebook und Herstellern von Android-Geräten unterstreiche ein weiteres Mal die Offenheit und Flexibilität, die Android so erfolgreich gemacht habe. Für die Nutzer, die solch eine Oberfläche von Google Play herunterladen möchten, sei Facebook Home zusammen mit den Google-Diensten sicherlich ein Gewinn.

Ein kleiner Seitenhieb in Richtung Apple, dem Facebook aufgrund der Geschlossenheit des Systems eine Absage für eine Home-App erteilen musste, ist in der Aussage sicherlich zu erkennen. Außerdem betont man stark, dass Home nur in Verbindung mit den Google-Diensten einen Mehrwert darstelle, nicht aber ohne diese. Android und Google Play First, nicht Facebook!

Quellen: Caschys Blog, Smartdroid

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