Final Cut Pro X und iMovie: Gemeinsame Wurzeln und Zukunft

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Final Cut Pro X* oder “iMovie Pro”? Die Kritiker sind sich fast einig, Apple verschmäht Profis und verramscht statt dessen ein aufgemotztes Amateur-Tool. Doch wie ist das Verhältnis zwischen Final Cut Pro X und iMovie wirklich? Entstand eines aus dem anderen oder sitzen sie doch auf verschiedenen Ästen des Software-Stammbaumes?

Randy Ubillos, Apples Chefentwickler für Video-Programme, hat bereits an den ersten drei Versionen von Adobe Premiere mitgearbeitet. Unter seinen Schöpfungen findet sich auch KeyGrip – ein Videobearbeitungsprogramm, das später bei Apple als Final Cut Pro berühmt wurde. Doch irgendwann merkte er, dass es nicht sonderlich gut für die erste Clip-Auswahl geeignet war.

Er schrieb also eine App, die genau diese Aufgaben übernehmen konnte. Sortierung, Markierung, Erstellung eines ersten Schnitt-Entwurfs. Dann: Exportieren an Final Cut Pro. Ubillos nannte das Programm First Cut und Steve verkaufte es als iMovie ’08. Für den großen Schritt weg von iMovie 6 hatten damals nur wenige Verständnis.

Amateur- und Hobby-Filmer konnten nur anhand der Export-Option zu Final Cut Pro erahnen, dass es sich hier eigentlich um eine Vorstufe zu dem Profi-Tool handelte, nicht um ein für sich allein stehendes Programm.

Ähnlich sei es auch bei Final Cut Pro X, meint Josh Mellicker von DVcreators.net, auch wenn dieses komplett neu geschrieben wurde und in keiner Weise auf iMovie basiere. Der Wunsch, schnell die richtigen Video-Schnipsel zu finden und praktisch organisieren zu können, ganz ohne “Vorstufe”, sei die Grundlage von FCP X. “Wer meint, Final Cut Pro X sei lediglich “iMovie Pro” hat ebenso unrecht, wie jemand der glaubt, der Mensch stammt vom Affen ab. Wir haben nur gemeinsame Vorfahren”, erklärt Mellicker.

Sobald Apple Final Cut Pro X 1.1 oder gar 2.0 vorstellt, seien die Wünsche der meisten Profis erfüllt, mutmaßt er. Wichtige Funktionen wie Abwärtskompatibilität für FCP 7 oder ein SDK für Plug-In-Entwickler könnten nicht mehr weit sein und sollen sogar innerhalb der kommenden drei Monate umgesetzt werden.

Mellicker hätte ohnehin eine andere Marketingstrategie vorgeschlagen. Anstatt Final Cut Pro X als direkten Nachfolger von FCP 7 zu präsentieren, hielte er es für sinnvoller, ein komplett neues Produkt mit dem geheimnisvollen Namen “Z” vorzustellen. Was keiner bisher kannte, könne auch nicht enttäuschen. Apple hat diesbezüglich jedoch, wie so oft, ganz eigene Vorstellungen.

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