Final Cut Pro X: Von Apple enttäuscht, aber Hoffnung auf Update

Sebastian Trepesch
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Apple hat seine Videoschnittsoftware gründlich umgestaltet und am Dienstag veröffentlicht. Final Cut Pro X will einen revolutionären Videoschnitt, bestens organisierte Medien und eine herausragende Leistung bieten. Viele, die die Anwendung bereits ausprobiert haben, stören sich an einigen Änderungen – allen voran die professionellen Nutzer. Hoffnung auf ein Update macht sich breit.

Sowohl in dem Beitrag auf macnews.de, als auch im Mac App Store* und in weiteren Foren mehren sich die Klagen über das neue Final Cut Pro. Eine ganze Reihe von Funktionen nennen Nutzer, die ihrer Ansicht nach mangelhaft umgesetzt sind oder gänzlich fehlen. Darunter fallen zum Beispiel:

  • Anzeige: Timecodes, Monitoring
  • Layout für zwei Monitore
  • Kompatibilität zu älteren Projekten
  • Formate, Editier-, und Beschriftungsmöglichkeiten
  • Medienorganisation
  • Vorhanden dagegen: Fehler und Abstürze

Eine ausführliche Liste hat Creative Cow aufgestellt. “Es ist komplett nicht auf Profis ausgelegt”, zieht Red Pill auf macnews.de sein Fazit, “Avid oder Adobe werden sich freuen – der Zulauf wird gigantisch sein.” Für BitBeisser im Mac App Store ist klar: “Ich bin von Apple noch nie so enttäuscht worden.”

49 unserer Leser haben die Software bewertet: Final Cut Pro erreicht 2 von 5 Sternen.

Neue Zielgruppe im Visier?

In der ganzen Kritik scheinen die positiven Punkte unterzugehen, denn auch davon gibt es jede Menge. Die dynamische Schnittoberfläche mit Magnetic Timeline, verknüpfbare Clips, alternative Versionen mit Auditions, intelligente Sammlungen, 64

Bit-Unterstützung,  “Wir lieben es!” schreibt Miower2010 im Mac App Store, “Nüchtern betrachtet richtet sich diese Software an all diejenigen, die gerne schnell und unkompliziert Filme produzieren wollen.”

Und damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen: Apple spricht mit der Profi-Software mehr als zuvor Hobby-Nuzter an. Automatismen, übersichtlichere Oberflächen und integrierte Verwaltungen gehen nicht immer, aber oft mit einer Reduzierung der individuellen Möglichkeiten einher. Der Experte kann nicht mehr so viel machen, der Amateur dafür mehr, und zwar auf simple Weise. Der Preis ist nicht auf dem Niveau der Einsteiger-Software Adobe Premiere Elements (rund 80 Euro), aber auch weit, weit entfernt von den Top-Produkten, die Adobe und Avid im vierstelligen Eurobereich anbieten. Viele Kommentarschreiber sind sich einig: Final Cut Pro ist sehr günstig für seine Leistung: 239,99 Euro*, gegebenenfalls plus je 39,99 für Motion 5-Effekte und Compressor 4.

Von der Adobe  Creative Suite träumen, oder Apple Aperture und Final Cut Pro kaufen? Eine Frage, die sich der medienbegeisterte Hobbyproduzent mit Blick auf seine Urlaubsfotos und den privaten Hochzeitsfilm stellt und mit “Apple” beantworten könnte. Mit dem Einzug in den Mac App Store ist die Fotobearbeitung Aperture auf 62,99 Euro* gefallen.

Der Vertrieb über den Mac App Store, das ist wieder genau etwas, das der Heimanwender begrüßt. Installation und Updates laufen simpel, über einen einzelnen Klick. Manche Unternehmen sehen dagegen Probleme mit Lizenzen, Rabatten, den Rechnungen von Apple.

Offiziell soll das Produkt weiterhin eine professionelle Software bleiben. Das sagt nicht nur der Name, sondern Apple direkt: Sie wurde speziell als Profi-Anwendung entwickelt, erklärte Apples Pro-Video-Produkt-Marketing-Manager Richard Townhill bei einer ersten Präsentation im April.

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