Musik-Software: Reason und ProTools mit neuen Versionen gegen Logic Pro X

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Logic Pro X kommt, das ist so sicher, wie der Apple Mac App Store existiert. Sicher ist auch, dass es günstiger wird und damit zur Musiksoftware für alle werden könnte – mit umfangreichen Features. Sollte Apple jedoch seine große Musikerbasis mit Logic Pro X verschrecken, stehen dieser wesentlich mehr Alternativen mit aktuellen Updates als den Apple-Filmemachern zur Verfügung. 

Wir hatten es ja schon einmal diskutiert: Apple wird sein Profi-Audio-Paket Logic Studio zerschlagen und zum Download im Mac App Store anbieten. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Unabhängig davon, ob Logic Pro X wie berichtet kurz vor der Fertigstellung ist, oder nicht.

Interessant wird werden, wie die Anwender auf die neue Version reagieren. Denn Logic Pro nutzen sicher zehn Mal mehr Menschen am Mac als Final Cut Pro. Dort hatte es einen zornigen Aufschrei der Profis gegeben, als sie die mangelnde Eignung der neuen Version Final Cut Pro X für ihre bisherige Infrastruktur und ihren Workflow erkannten. Jetzt wirbt Adobe wirbt beinahe schon damit, dass viele Apple-Anwender zu Premiere Pro gewechselt seien und bietet weiterhin günstige Preise für Switcher (und Nicht-Switcher) an.

Mehr Logic Pro- als Final Cut-Anwender

Wie wird die geschätzt zehn Mal größere Basis der Musiker, Künstler und Audio-Arrangeure im Besitz von Logic Pro 9 die neue Logic Pro X annehmen? Schließlich gibt es Dutzende interessanter DAW für die eigene Arbeit im Apple-Sektor. Dennoch denken viele Musiker bei Apple gleich an Logic – und umgedreht. Denn wie Final Cut ist Logic auch Apple-only.

Musiker legen wie alle Künstler wert auf das Ergebnis, die Produktion soll soweit wie möglich in den Hintergrund treten, aber alles ermöglichen, was sich der Künstler wünscht. Und das möglichst einfach, mit hoher Qualität und stressfrei. Wer eigene Sounds am Mac programmiert, weiß, dass die digitalen Musikstudios nicht einfach sind. Man muss sich reinfinden, um sich zurecht zu finden. Hat man das, bleibt man beim gewohnten Programm, schon allein, weil man weiß, wo alles ist und wie man es bedient.

Logic Pro X wird sicher zu einem sehr günstigen Preis in den Mac App Store kommen. Wir schätzen mal: 50 bis 35 Prozent vom ursprünglichen Preis des Logic Studio Pakets für 500 Euro. Also knapp 180 Euro bis 240 Euro, wie Final Cut Pro X. Eine Feature-reduzierte Logic Express Version wäre bei diesem Preis überflüssig.

Logic Pro X wird Preisbrecher

Damit könnte Logic zum Knüller unter den DAW werden. Vollgepackt mit Features und mit einer, nun ja, klassisch Apple-typisch-ergonomischen Oberfläche. Wobei noch niemand weiß, wie die neue aussieht. Vielleicht ist die ja auch eher grafischer wie die von Ableton Live, wer weiß. Damit wäre es die Musik-Software für jedermann. Ein Preisbrecher mit fast vollem Funktionsumfang, denn einiges wird ja noch extra angeboten. Wie MainStage für geschätzt 40 Euro.

In jedem Fall wird Apple dadurch für Logic eine bessere Marktposition erobern. Den neuen Schwerpunkt scheint Apple auf die Studioproduktion zu legen, wenn es Waveburner in Logic integriert und das Live-Performance Tool MainStage extern anbietet. Schließlich war das auch die originale Nische, die Apple mit Logic füllte: ein Midi-Sequenzer und eine Produktionsstudio-Umgebung.

Die kommen, die Alternativen

Doch der große Markt der Musiker-Möglichkeiten bleibt nicht allein auf Apple konzentriert – und vor allem nicht stehen. Propellerhead hat seine neue Version von Reason angekündigt, für den 30. September 2011. Reason integriert dann auch Record, das bisher als externes Tool für Audio-Tracks zuständig war, aber wenig Aufmerksamkeit hatte, obwohl Reason ohne Audiospuren eigentlich keine vollständige DAW-Lösung war. Ähnlichkeiten mit der Verbindung Logic und Waveburner sind rein zufällig. Logic Pro X wird mit Waveburner wie Reason mit Record als Stand-alone-DAW keine zusätzlichen Werkzeuge benötigen, um als komplett zu gelten.

Reason vom schwedischen Hersteller Propellerheads hat wie Logic eine lange Tradition, begeistert hat die Software immer schon sowohl Hobby- wie Profi-Musiker. Reason 6 wird jetzt auch den voll ausgebauten Solid-State-Logic-Mixer beinhalten, den viele bekannte Musik-Profis in den Music Making Month Sessions von Propellerheads kennen und schätzen gelernt haben.

Die Musik-Software Reason wird damit offenbar immer größer und umfangreicher: Viele professionelle, kreative Features ergänzen die DAW in der Version 6. Sounds können mit Puveriser und The Echo genre-spezifisch leicht verändert werden. Die Einfachheit steht dabei im Vordergrund.

Sollte Apple also seine musikbegeisterten Logic-Anwender mit der Pro X-Version so entsetzen, wie die Final Cut Pro-Nutzer, stehen ihnen wesentlich mehr und bessere Alternativen als Adobe Premiere Pro zur Auswahl. Reason 6 ist nur eine davon, Pro Tools von Avid eine andere, bisher noch renommiertere. Die Macht unter den DAW stellte Avid bei der IBC-Messe in Amsterdam 2011 mit neuen Features vor, siehe Video. Auch von dort gibt es also bald ein Update zu erwarten.

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Weitere Themen: Logic, Software


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