Online-Petition gegen Final Cut Pro X

Flavio Trillo
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In einer virtuellen Unterschriftenliste haben sich inzwischen mehr als 2.900 unzufriedene Final Cut Pro X-Anwender eingetragen. Die User fordern unter anderem, dass “ihr” Final Cut Studio 3 wieder voll unterstützt und Final Cut Pro X als Teil der iMovie-Familie verkauft wird. Wahlweise möge Apple den Quellcode bis zum 1.1.2012 versteigern.

Cutter und Filmemacher, die bislang mit Final Cut Pro 7 arbeiteten, sehen sich nach wie vor in der Rolle der Betrogenen. Ein solch harter Bruch mit Konventionen sei dem Profi-Anwender nicht zuzumuten, der seinen Lebensunterhalt mit einem Programm verdient, heißt es in den Forderungen.

Die Kosten für die Anpassung von Hardware und Software seien zu groß und Apple müsse sich seiner Verantwortung als Hersteller eines “Industrie-Standards” bewusst werden. Demzufolge soll das Unternehmen, so die Unterzeichner, Final Cut Studio 3 als “Profi-Software” unterstützen und mit gewohnter Bedienoberfläche und bekannten Funktionen wieder aufleben lassen.

Außerdem möge Final Cut Pro X ausdrücklich als Produkt für “Prosumer”, also eine Mischung zwischen Profi und Consumer, bezeichnet werden, um unnötige Verwirrung zu vermeiden. Für den Fall, dass Apple sich hierzu nicht bereit erklärt, bestehe hilfsweise die Möglichkeit, den Quellcode von Final Cut Pro 7 zu versteigern oder an jemanden zu verkaufen, der das Programm im Sinne der Anwender weiter entwickelt.

Hierfür räumt die Petition dem Unternehmen eine Frist bis zum 1. Januar 2012 ein. Es wäre nicht das erste Mal, dass Apple sich dem Willen einer Online-Petition beugt. Im März dieses Jahres zog Cupertino eine Anti-Homosexuellen-App aus dem App Store zurück, nachdem sich fast 150.000 Unterzeichner in einer solchen Liste gegen derartige Programme ausgesprochen hatten.

In diesem Fall ist jedoch fraglich, in wieweit die Petition an sich für die Reaktion Apples verantwortlich war und ob nicht auch auf anderem Wege auf den Verstoß gegen die Entwickler-Richtlinien mit ähnlichem Erfolg hätte hingewiesen werden können.

Dies hält “Petitionisten” aber nicht davon ab, von FireWire-Schnittstellen im MacBook Pro über Freigaben für iPhone-Apps bis hin zu Betriebsgeräuschen von Apple-Rechnern alles mögliche mithilfe von Unterschriftenlisten im Internet einzufordern. Ob und wenn ja wie Steve Jobs auf die jüngste Online-Petition reagiert, bleibt abzuwarten. Immerhin hatten Verantwortliche bereits angekündigt, dass Final Cut Pro X bald mit einigen Funktionen nachgerüstet wird, die viele Anwender schmerzlich vermissen.

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