Aufnehmen und Sehen: Firefly – Aufbruch der Serenity

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Science Fiction spielt im Weltall und die Raumbesatzung hat es mit seltsamen Wesen auf fernen Planeten zu tun. Das Klischee bedient auch die Serie Firefly, aber ganz anders. Der Buffy-Erfinder Joss Whedon mischte in seiner Produktion klassische Western-Motive mit Science Fiction und würzt das mit einer Crew, die mit reichlich Macken gesegnet in ständiger Geldnot durchs All trudelt.

Super RTL strahlt die Serie derzeit noch im Free-TV aus, im iTunes Store findet man Soundtrack und Serenity: Der Kinofilm schließt die nach der ersten Staffel eingestellte Serie ab, denn Firefly ist ein typischer Sleeper-Hit.

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Der erste Link führt in den Online-Programmführer Tvtv.de, EyeTV-Besitzer können ihre TV-Sticks damit sogleich programmieren.

Wem Firefly und Serenity überhaupt nichts sagen: Jeden Samstag gegen 23.15 Uhr (Achtung – Anfangszeit ist immer ein bisschen anders) hat Super RTL eine Folge als deutsche Erstausstrahlung im Programm – mehr als ein „Schnupperangebot“ ist das nicht, um den Kauf der DVD-Box kommt man eh nicht drum herum, wenn einen das galoppierende Firefly-Fieber packt. Die Box enthält dann auch neben der deutschen – übrigens hervorragenden – Synchronisation eben auch den Originalton.

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Cowboy Bebop lässt grüßen: Die Idee, Western und Science Fiction zu verbinden, hat die japanische Anime-Serie vorbildlich umgesetzt, eine “zusammengewürfelte” Crew von Kopfgeldjägern kämpft ums Überleben. Klingt bekannt? Es ist durchaus möglich, dass sich Joss Whedon von Cowboy Bebop hat inspirieren lassen, die asiatischen Einflüsse sind weder zu übersehen noch zu überhören.

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Wir schreiben das Jahr 2507 iridischer Zeit. An Bord der Serenity hält Malcolm ‚Mal‘ Reynolds die Fäden zusammen – den Unabhängigkeitskrieg gegen die Allianz hat der ehemalige Sergeant nachdem seine Einheit in Stich gelassen wurde nur knapp überlebt. Jahre später: Reynolds befehligt in bester Han Solo-Manier ein stets überholungsbedürftiges Schmuggler-Raumschiff. Die bunt gemischte kleine Mannschaft, die durch kleinere Kriminalitätsdelikte der ständigen Geldnot begegnen will, hat so ihre ganz eigenen Macken und eigentlich klappt es auch mit der Gesetzlosigkeit nicht so richtig. Die paar Passagiere (irgendwie muss man ja Treibstoff bezahlen, um zum nächsten Planeten zu kommen), die die Serenity aufnimmt, sind zudem selten das, was sie scheinen – trau nie einem „Mann Gottes“, auch das weiß man aus Western.

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Den etwas größeren Rahmen bilden dann zwei Handlungsstränge, einmal um River, die ihren Bruder vor Experimenten der Allianz rettet – die hochintelligente Frau kann zur gefährlichen Waffe mutieren. Auf der anderen Seite hat man es mit durchs All fliegenden Wilden zu tun, die Menschen bei lebendigem Leibe auffressen: Reaver.

Die große Rahmenhandlung klingt also nach Standardkost, ist sie auch, wirklich schön dagegen sind die kleinen Geschichten abseits von bloßer Action. Gerade der letzte Punkt wurde der Firefly zum Verhängnis, der Fernsehsender Fox strahlte die erste Staffel nicht nur in falscher Reihenfolge aus, um von Anfang an mehr Action zeigen zu können, sondern zeigte auch nur elf der vierzehn produzierten Folgen – das war 2003.

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Die Firefly-Serie erschien schon kurze Zeit später als DVD-Box mit allen Folgen, die sich überraschend gut verkaufte: 200.000 Stück in den ersten vier Monaten. Die Fans liebten die Serie und forderten neue Folgen. Sie wurden erhört, zumindest im gewissen Sinne. Joss Whedon konnte sein Drehbuch an die Universal Studios verkaufen, heraus kam der Kinofilm Serenity, der Ende 2005 in die Lichtspielhäuser kam.

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Der Kinofilm gibt einige Antworten auf Fragen der Serie, zum Beispiel zu der Herkunft der Reaver, und hinterlässt einen versöhnlichen Abschluss – oder Einstieg in die Serie. Im Gegensatz zu anderen Leinwandadaptionen von TV-Formaten wirkt Serenity nicht als “Doppelfolge”, sondern überzeugt auch als eigenständiger und dazu vergleichsweise aufwendig gemachter Science Fiction-Film. Dass die Serie trotzdem “besser” ist, liegt an der Glätte, die Serie wirkt härter, schmutziger und näher, während der Film manchmal doch gefälliger ausfällt – die Western-Thematik tritt zudem einen Schritt zurück.

Ebenfalls einer der großen Stärken der Serie ist der Soundtrack, den man unter anderem auch bei iTunes bekommt. Das Firefly-Titelthema hat Joss Whedon selbst eingespielt, die Stücke von Greg Edmonson mischen unter anderem Western mit asiatischen Musik-Einflüssen.

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Serenity – Flucht in neue Welten erhält man im iTunes Movie Store, 2,99 Euro kostet die 48-Stunden-Ausleihe, 7,99 Euro zahlt man, um Serenity der digitalen Bibliothek einzuverleiben. Fast zwei Stunden ist Serenity lang, der Download 1,66 Gigabyte groß – auf die Original-Tonspur muss man verzichten, was das Angebot gegenüber der zum gleichen Preis erhältlichen DVD deutlich verschlechtert. Wer einen amerikanischen Account hat, findet dort neben dem Film auch die Serie: Die komplette Serie kostet im amerikanischen iTunes Store 25,99 US-Dollar, umgerechnet knapp 18 Euro. Sowohl Film als auch Serie sind auch hierzulande auf Blu-ray zu haben.

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