3D-Zeichenprogramm: kostenlos in die CAD-Welt einsteigen

Marco Kratzenberg

Ein 3D-Zeichenprogramm braucht man immer dann, wenn eine bloße Zeichnung nicht ausreicht und es zur Konstruktion nötig ist, eine dreidimensionale Ansicht zu bekommen. Allerdings gehören die gängigen CAD-Programme zur teuersten Software überhaupt. Zum Glück gibt es kostenlose Alternativen.

Bevor man ein 3D-Zeichenprogramm einsetzt, sollte man sich klar machen, dass so eine Anwendung nicht an einem Nachmittag erlernbar ist. Ihr solltet auf jeden Fall ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und schon mal auf Papier dreidimensional gezeichnet haben. Diese Programme sind auch nicht dafür gedacht, naturgetreue Darstellungen zu erzeugen, für die unter anderem auch perspektivische Verkürzungen nötig wären, sondern sollen eine Konstruktions- und Verständnishilfe bieten. Wenn ihr also genug Zeit zum Lernen oder bereits Erfahrung mit solchen Programmen habt, dann ist zum Beispiel FreeCAD genau richtig für euch.

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3D-Zeichnungen mit einer AutoCAD-Alternative anfertigen

Das Programm FreeCAD ist OpenSource. Das bedeutet, es wird von einer Community gemeinsam am offenen Quellcode weiterentwickelt und steht euch kostenlos zur Verfügung. Die Anwendung liegt in einer 32- und 64-Bit-Version vor, ist aber auch für Ubuntu, Linux (als AppImage) und den Mac erhältlich. Es als AutoCAD-Alternative zu bezeichnen, ist vielleicht etwas vollmundig, aber es ist auf jeden Fall sehr leistungsstark. Als 3D-Zeichenprogramm richtet es sich an viele Anwender und ist für erfahrene CAD-Zeichner genauso interessant wie für den ambitionierten Home-User, aber auch für Programmierer.

Dass FreeCAD eben keine vollwertige Alternative zu AutoCAD ist, liegt unter anderem daran, dass es nicht all dessen Formate unterstützt. Wer also einen Umstieg plant, sollte überlegen, ob ihm die Features ausreichen. Fängt man allerdings völlig neu damit an, 3D-Konstruktionen am Computer zu erstellen, dann ist FreeCAD sicherlich ein guter Einstieg. Das liegt auch daran, dass man in der gut gepflegten Community von Fans schnell Hilfestellung bei Problemen bekommt.

Das Programm ist deutschsprachig, die mitgelieferte Dokumentation ist leider englisch. Aber Hilfe bekommt ihr auch im deutschen FreeCAD-Forum.

Wollt ihr bestehende DXF-Dateien bearbeiten, dann lohnt sich vielleicht das deutsche Sharewareprogramm CAD-KAS DXF Editor, das in diesem Video vorgestellt wird:

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CAD-KAS DXF Editor

Andere 3D-Zeichenprogramme

Theoretisch sind ja alle Grafikanwendungen 3D-Zeichenprogramme, wenn man das dreidimensionale Zeichnen beherrscht. Aber im Allgemeinen sind damit CAD-Programme gemeint, die das zwei- und dreidimensionale Entwerfen von Konstruktionszeichnungen beherrschen. Es gibt nicht viele kostenlose Anwendungen in diesem Gebiet. Umso erfreulicher ist es, wenn dann mit MEDUSA4 Personal ein weiteres deutsches Programm verfügbar ist.

Das Programm ist nicht nur für Privatpersonen und Bildungseinrichtungen kostenlos, sondern kann auch in Firmen genutzt werden. Gegen eine geringe Gebühr können die Grafiken vom programmeigenen Format ins DXF-Format umgewandelt werden.

Ansonsten gibt es natürlich zahlreiche kostenpflichtige Anwendungen, die euch das 3D-Zeichnen ermöglichen. Geht es um einen weitreichenden Datenaustausch, kommt ihr um den Marktführer AutoCAD nicht herum. Aber wenn ihr die Zeichnungen hauptsächlich selbst oder in einem eingeschränkten Kreis benötigt, dann spricht nichts gegen Anwendungen wie FreeCAD. Dann ihrer vielen Features und Erweiterungsmöglichkeiten wächst sie mit euren Ansprüchen.

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