VMware Fusion

Einfach zwischen mehreren Betriebssystemen wie Linux, Windows und OS X auf dem Mac wechseln, ohne Reboot, dazu braucht es eine Virtualisierung wie VMware Fusion. Die neue Version 4 ist jetzt auch für den Einsatz unter OS X 10.7 alias Lion optimiert und soll deutlich schneller sein als der Vorgänger. Update: Statement von VMware zur Virtualisierung von Lion unter Snow Leopard.

Auch wenn man mit seinem Mac und dem darauf installierten OS X rundum glücklich und zufrieden ist, muss man immer noch auf eine ganze Reihe von Programmen verzichten. Meistens ist das nicht tragisch, da es fast immer OS-X-kompatible Alternativen gibt.

Manchmal legt aber ein Kunde, der Arbeitgeber oder einfach die eigene Präferenz ein ganz bestimmtes Programm fest. Als Web-Entwickler ist es zum Beispiel unabdingbar, neue Webseiten auch auf einem PC mit dem immer noch am weitesten verbreiteten Browser Internet Explorer zu testen.

Dann muss auch der größte Mac-Enthusiast noch auf Windows ausweichen. Wer sich den ständigen Reboot und die extra Windows-Installation ersparen will ist mit einer <a href=”http://de.wikipedia.org/wiki/Virtuelle_Maschine”>Virtuellen Maschine</a> (VM) gut bedient, so bleibt auch die gewohnte Arbeitsumgebung erhalten.

VMware Fusion ist eine der bekanntesten Virtualisierungslösungen, neben Parallels Desktop. Und nachdem Parallels vor kurzem mit seiner Anpassung des Desktop in Version 7 an Lion vorgelegt hat, zieht VMware jetzt mit Version 4 der Fusion nach. Der Hersteller will nicht nur eine bessere Anpassung an Lion erreicht, sondern auch die Performance deutlich gesteigert haben.
Der Löwe als Wirt
VMware Fusion 4 ist ausdrücklich für Lion optimiert, funktioniert aber natürlich auch unter Snow Leopard. Die Optimierung für Lion schlägt sich in der Integration der Windows-Anwendungen nieder. VMware nennt diese Integration Unity-Modus. In diesem können Windows-Programme in das neue Launchpad übernommen werden.

Auch in der Mission Control Übersicht werden sie wie von Lion gewohnt angezeigt. Außerdem kann über die bekannten OS X Gesten zwischen Mac- und Windows-Programmen im Vollbildmodus gewechselt werden.

Diese Einbettung soll dafür sorgen, dass der Anwender reibungslos Windows- und Mac-Programmen parallel nutzen kann und dabei seine gewohnte Arbeitsumgebung nicht verlassen muss.
Nicht nur für Windows
VMware Fusion wird in erster Linie für die parallele Nutzung von Windows und OS X angepriesen, aber natürlich können in der VM auch andere Systeme wie ein Linux oder weitere OS X Versionen installiert werden.

Besonders für Entwickler ist eine solche Nutzung hilfreich, da entwickelte Programme ohne große Umstände unter den verschiedenen Betriebssystemen ausprobiert werden können.
Deutlich mehr Performance
Die Geschwindigkeit will VMware durch eine optimierte 64-Bit-Engine und eine verbesserte Multicore-Unterstützung deutlich verbessert haben. Programme sollen damit deutlich schneller starten und der Arbeitsablauf noch flüssiger werden. Die Performance bei 3D-Grafiken soll um das 2,5-fache gestiegen sein und damit auch für aufwändige 3D-Anwendungen ausreichen.

Um den Status einer VM zu sichern, können so genannte Snapshots entweder manuell oder in regelmäßigen Abständen erzeugt werden. Diese ermöglichen es, das System zu unterschiedlichen Zeitpunkten festzuhalten und später auf dieselben Zustände zurückzugreifen. Die Snapshots sind Time Machine kompatibel.

Insgesamt kommt Fusion 4 mit über 90 Änderungen, die in englischer Sprache auf den VMware-Seiten aufgelistet sind.

Fazit
Mit der deutlich verbesserten Anpassung auf Lion und der gestiegenen Performance scheint uns ein Update auf VMware Fusion 4 alle Male lohnenswert. Auch die Integration der Windows-Anwendungen in ein laufendes OS X scheinen gut gelungen, der normale Arbeitsablauf sollte nicht beeinträchtigt werden.

Vor allem die Performance-Steigerung muss aber in einem Test untersucht werden um ein abschließendes Fazit ziehen zu können.

Wie es mit der Virtualisierung von Lion in einer VM mit Fusion 4 unter OS X Snow Leopard aussieht, wissen wir nicht, haben wir aber bei VMware angefragt. Bei Parallels Desktop 7 geht es, wie auch Leser in den Kommentaren zu unserer Produktvorstellung bestätigen. VMware schreibt auf seinen Support-Seiten dazu, dass Apple die Installation von Lion unter Snow Leopard nicht erlaubt:
“The updated license agreement between yourself and Apple allows you to install up to two additional copies of Lion on your Mac which is already running Lion. You cannot install OS X 10.6 or OS X 10.5 Client (only OS X 10.5 or OS X 10.6 Server), and you cannot install OS X 10.7 on a Mac running OS X 10.6. For more information, see Apple’s Software License Agreement for Mac OS X (Lion 10.7).
Wir haben VMware dazu angefragt, aber bisher noch keine Antwort. Letztlich können wir uns nicht vorstellen, dass es nicht geht, wenn es unter Parallels funktioniert, unabhängig von Apple Lizenzvorschriften.

Update: VMware gab uns folgende Antwort: “Technisch sollte es funktionieren, dass virtuelle Maschinen in Lion laufen, wenn Sie Fusion unter Snow Leopard installieren. Unser Experte bei VMware hat das bei sich auch so installiert. Infos dazu auch hier: http://www.vmware.com/support/product-support/fusion/faq/requirements.html. Allerdings sind wir uns nicht ganz sicher ob die Apple-Lizenz das erlaubt.”

Update:
Ein Hinweis noch zum Vergleich VMware Fusion vs. Parallels Desktop: Ein Vergleich von Fusion 3 und P-Desktop 5 in der MacUP 1/2010 zeigt einen leichten Noten-Vorsprung von Desktop mit 1,7 vor Fusion mit 1,9. Der Autor betont die einfachere Bedienung von Desktop gegenüber der Eignung auch für IT-Profis von Fusion. Fazit: “Sucht man eine nahtlose Integration von Windows in die Mac-Oberfläche, ist man mit beiden Programmen gut bedient.” Preislich gibt es kaum einen Unterschied: Parallels Desktop 7 gibt es ab 39,99 Euro, Fusion 4 kostet im VMware-Store 37,45 Euro bei Download. Dieser Preis gilt allerdings nur bis zum Ende des Jahres, danach soll er bei 60 Euro liegen.</p>

Virtualisierungsumgebung für weitere Betriebssysteme unter Mac OS X
Fusion 4
Hersteller: VMware
Systemvoraussetzungen: Intel-Mac mit Core 2 Duo, Xeon, i3, i5, i7-Prozessor, 2 GB RAM (4 GB empfohlen), 750MB freier Festplatte für Fusion 4 und 5 GB für jede Virtuelle Maschine, mindestens Mac OS X 10.6.7, OS X Lion empfohlen.
Preis: 37,45 Euro bis Ende des Jahres 2011, danach 68,94 Euro
Update von Fusion 3: frei, bei Kauf nach dem 20. Juli 2011
Testversion: kostenlos für 30 Tage

Alternativen
Parallels Desktop 7
Virtual Box 4

Testberichte
- noch keine verfügbar
- Fusion 3 vs. Parallels Desktop 5 in MacUP 1/2010

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