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OS X 10.8 & Gatekeeper: Auf dem Weg zum geschlossenen System?

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Mit OS X 10.8 Mountain Lion hat Apple eine sehr sinnvolle Sicherheitsfunktion namens Gatekeeper eingeführt. Diese Neuerung kann man jedoch als Weg Richtung „Freiheitsentzug“ deuten: Wird OS X bald ein geschlossenes System wie iOS sein? Dürfen wir auf den Macs bald nur noch die Software installieren, die Apple freigibt?

OS X 10.8 & Gatekeeper: Auf dem Weg zum geschlossenen System?

In OS X 10.8 stellt uns Apple völlig frei, ob wir Gatekeeper nutzen oder nicht. Die Sicherheitsfunktion kann bewirken, dass nur noch Software aus dem Mac App Store oder von registrierten Entwicklern installiert werden kann.

Die meisten Nutzer und Entwickler halten die Funktion für sehr sinnvoll. Sie stellt eine gute Möglichkeit dar, Schadsoftware vom Mac (weitgehend) fernzuhalten.

Bei ausgeschalteter Gatekeeper-Funktion kann ein Nutzer auf seinem  Mac jede OS X-Software installieren. Auf iPhone, iPod touch und iPad ist diese Möglichkeit nicht gegeben: Hier können nur Apps heruntergeladen werden, die im App Store zu finden sind, sprich: die Apple erlaubt.

Ist Gatekeeper ein Schritt dorthin gehend, dass auch OS X ein geschlossenes System wird? Können wir in zwei Jahren nur noch Software installieren, die Apple in seinem Downloadshop aufnimmt?

Geschlossenes OS X? Geteilte Meinungen

Michael Göbel ist ein Entwickler aus Mainz, der unter dem Namen MOApp in erster Linie entwickelt. Auf unsere Frage, ob OS X früher oder später ein geschlossenes System wie iOS wird, gibt er eine klare Antwort:

Ja – wird es. Und wer seine Brötchen mit Apple verdient, der hat sich schon immer anpassen müssen. Wenn man das nicht will oder kann, dann steht es einem ja frei, etwas anderes zu tun.

Was bedeutet das für Nutzer und Entwickler? Michael Göbel:

Für die überwältigende Mehrheit der Nutzer bedeutet dies vermutlich rein gar nichts. Die klappen ihren Rechner auf und arbeiten, spielen und schreiben Mails. So lange sie dies in ‘Sicherheit' und ohne wirkliche Einschränkung tun können, geht denen das am Rechner vorbei.

Die anderen werden immer Mittel und Wege finden und auch dies dient letzen Endes auch wieder der Gemeinheit an Nutzern und Entwicklern.

Auch wenn wir alle immer gerne von uns behaupten, dass wir ach so flexibel sind – wir hassen Veränderungen. Punkt. Drum meckern wir immer erst einmal, sobald etwas nur nach Veränderung riecht. Bis jetzt waren diese Veränderungen nach der ersten Aufregung gar nicht mal so schlecht und wenn man sich mit ihnen auseinandersetzt, findet man immer etwas Positives und Alternativen – egal ob als Entwickler oder Nutzer.

Und die Sicherheit meiner Daten/meiner Arbeit sollte mir wichtiger sein, als alles andere ...

Die höhere Sicherheit eines geschlossenen Systems hat uns ein Hersteller von Virensoftware anhand des Beispiels iOS versus Android bestätigt: „Android ist durch die verschieden Versionen, Updates und Implementionen ein chaotisches Ökosystem. In iOS ist die Situation anders: Das Ökosystem ist geschlossen. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, ist es viel schwieriger, als Angreifer auf die Plattform zu gelangen“, erklärt Senior Malware Analyst Vicente Diaz von Kaspersky gegenüber GIGA.

Michael Göbel sieht die Sicherheitsaspekte als Antrieb für Apple, OS X zum geschlossenen System zu wandeln. Der Kollege Martin Hering von Vemedio (er entwickelte die Mac-Software Snowtape sowie diverse iOS-Apps) glaubt dagegen nicht an ein geschlossenes OS X:

Der Vorteil von OS X gegenüber iOS ist ja gerade das offene System und die mögliche Interoperabilität mit allen möglichen Systemen und Geräten. Dies geht natürlich einher mit erhöhter Komplexität gegenüber iOS, aber genau das wird auf dem Mac gebraucht.

Fazit

Selbst in Expertenkreisen ist also umstritten, was Gatekeeper für die Zukunft von OS X bedeutet. So wie es jetzt ist, ist es jedenfalls gut: Jeder Nutzer von Mountain Lion kann in den Einstellungen zwischen drei Optionen wählen (voreingestellt ist zunächst Variante 2):

  1. Ich will eine möglichst hohe Sicherheit, auf meinem Mac sollen nur die geprüften Anwendungen aus dem Mac App Store installiert werden können.
  2. Nur die Software soll installiert werden von Entwicklern, die sich bei Apple registriert haben. Die Verifizierung stellt für seriöse Anbieter kein Problem dar, egal welche Software sie programmieren – ein guter Kompromiss für alle Mac-Besitzer!
  3. Ich möchte die Freiheit, jede Software auf meinem Mac installieren zu können – auch wenn ich dadurch stärker in Gefahr laufe, Schadsoftware zu installieren.

Zum Thema:

Weitere Themen: Mac OS X 10.8 Mountain Lion , Apple

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