Browsernutzung: Willkommen im Königreich Chrome

Stefan Bubeck
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Der Browserkrieg ist zu Ende und Chrome hat alle anderen besiegt – das gibt sogar der ehemalige Technikchef von Mozilla zu. Ist Googles Browser einfach besser als Firefox, Edge und der Rest?

„Warum ein besserer Browser nicht zu einem besseren Marktanteil führt“ – das ist der Titel eines Eintrags im Blog von Andreas Gal, ehemaliger CTO von Mozilla. Hier führt er aus, wie es dazu kommen konnte, dass Firefox keine Chance gegen Googles Chrome hat – obwohl die Technik zum Teil überlegen sei.

Ex-Mozilla-CTO: „Firefox verliert einen aussichtslosen Marketing-Krieg gegen Google“

Laut Gal könnten einfache Screenshots am besten erklären, wie Chrome nach und nach konkurrierende Browser verdrängen konnte. Dazu verweist er auf eine Sammlung des Mozilla-Entwicklers Chris Lord auf Twitter, die zahlreiche Aufforderungen zum Umstieg auf Chrome zeigt:

Diese Aufforderungen blendet Google häufig dann ein, wenn auf Google-Dienste wie YouTube, Gmail, Drive oder Maps zugegriffen wird und der aktive Browser nicht Chrome ist. „Steige auf Chrome um, um Google Calendar offline nutzen zu können“, „Hol dir Chrome, ein schneller, sicherer Browser mit eingebauten Updates“ – wer mit Firefox oder Safari unterwegs ist, dürfte schon einmal auf diese Form der Werbung gestoßen sein. Warum umgarnt Google die User außerhalb der Chrome-Welt so sehr?

Der Desktopmarkt sei gesättigt, er wachse kaum noch, so Andreas Gal. Google könne nur schwer neue Nutzer dazu gewinnen, daher versuche der Konzern, die Nutzer anderer Browser zum Umstieg zu bewegen. Google nutze hierbei seine Monopolstellung bei Internetdiensten „aggressiv“ aus, um Chrome zu bewerben. Die Folge: Firefox verliert Stück für Stück Marktanteile, wird zunehmend in eine Nische gedrängt.

Dabei handle es sich nicht um ein technisches Problem, so der Ex-Mozilla-Technikchef: Firefox sei ein großartiger Browser, der – obwohl er sogar immer besser werde – trotzdem einen aussichtslosen Marketing-Krieg gegen Chrome verliere. Dazu gäbe es keine Lösung aus Entwicklerhänden – die einzige Chance sei es, den Markt zu wechseln (Firefox OS sei ein solcher Versuch) oder einen neuen Markt zu erschaffen (Gal nennt das Browserprojekt Brave von Brendan Eich).

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Chrome ist auch bei GIGA-Lesern die Nummer 1

Ein kurzer Blick in die Zugriffsstatistiken von GIGA zeigt: Auch hier dominiert Chrome. Der Zweitplatzierte Safari kann nur halb so viele Nutzer aufweisen, Firefox auf Platz 3 kommt auf ein Viertel der Nutzer, die Googles Browser hat. Wenn man die mobile Nutzung einzeln betrachtet, ist die Situation noch verschärfter, denn der mobile Chrome-Browser überflügelt die mobile Version von Firefox um das 27-fache.

Quellen: Andreas Gal, Statista

Weitere Themen: Mozilla Firefox, Microsoft Edge, Internet Explorer 11, Apple Safari, Google Chrome, Google

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