Chrome OS: Erste "Chromebooks" mit Googles Betriebssystem ab 15. Juni erhätllich

Florian Matthey
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Es war etwas still geworden um Chrome OS, Googles schlankes Netbook-Betriebssystem. Auf der eigenen Entwicklerkonferenz I/O hat Google nun aber die ersten Chromebooks vorgestellt, die das Unternehmen zusammen mit Samsung und Acer entwickelt hat. Die Rechner, auf denen lediglich ein Minimal-Betriebssystem mit Googles Browser Chrome als einziger Anwendung installiert ist, sollen am 15. Juni erscheinen – und dann eine schlankere Alternative zu Windows, Mac OS X und Linux bieten.

Auf den Chromebooks arbeitet als Kern eine aufs Nötigste beschränkte Linux-Installation als Kern des Chrome OS. Den Rest der Arbeit sollen der Browser Chrome und in diesem installierte Web-Apps übernehmen. Durch den geringen Umfang der Software können die Geräte binnen Sekunden hochfahren, für zukünftige Updates verspricht Google weitere Geschwindigkeitszuwächse. Die Verbindung zum Internet nehmen die Geräte entweder über WLAN oder einen optional erhältlichen integrierten UMTS-Chip auf.

Die Acer- und Samsung-Chromebooks sind 11,6 beziehungsweise 12,1 Zoll groß und arbeiten mit einem Intel-Atom-Prozessor mit zwei Prozessorkernen. Das Acer-Chromebook bietet bis zu sechs, das Samsung-Modell sogar bis zu achteinhalb Stunden Batterielaufzeit. Ein Blick auf die integrierten SSD-Datenträger verdeutlicht, welche Philosophie Google mit dem Chrome OS verfolgt: Lediglich 16 Gigabyte lassen sich jeweils auf den Rechnern speichern. Die Daten soll der Benutzer in erster Linie nicht auf seinem Chromebook selbst, sondern auf Googles Servern abspeichern. Das Chrome OS setzt also fast vollständig auf die “Cloud” – dazu passt auch Googles kürzlich vorgestellter Musik-Streaming-Dienst Google Music.

Im Gegensatz zu früheren Beta-Versionen von Chrome OS hat Google das System nun aber doch auch für den Offline-Einsatz etwas brauchbarer gemacht: Ein Datei-Manager hilft dabei, zumindest einige Daten nun doch auf dem Gerät selbst zu speichern, darunter auch diverse Web-Apps. Diese laufen weiterhin alle in einer eigenen “Sandbox”, also unabhängig von anderen Apps und dem Betriebssystem selbst, wodurch Google ein hohes Sicherheitsniveau verspricht. Zu Demonstrationszwecken zeigte Google eine Browser-Version des beliebten Rovio-Spiels Angry Birds, das Google schon jetzt über den Chrome Web Store auch für andere Betriebssysteme – auch für den Mac – vertreibt.

Die WLAN-Version des Samsung-Chromebooks soll 429 US-Dollar, die UMTS-Version 499 Dollar kosten (rund 300 beziehungsweise 350 Euro). Das Acer-Gerät soll es bereits ab 349 Dollar geben (rund 245 Euro). Den Vertrieb übernehmen in den USA das Versandhaus Amazon und die Elektro-Händler-Kette BestBuy. Die Preise für den europäischen Markt sind noch nicht bekannt, die Geräte sollen aber auch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Italien und Spanien bereits am 15. Juni erscheinen.

Unternehmen möchte Google durch ein Abonnement-Angebot für Chrome OS gewinnen: Für 28 Dollar pro Monat pro Arbeitsplatz (rund 20 Euro) erhalten sie ein Chromebook, Bildungsinstitutionen müssen sogar nur 20 Dollar (rund 14 Euro) bezahlen. Damit möchte Google in Verbindung mit seinen Google-Docs-Web-Apps vor allem eine günstigere Alternative zu Windows-Rechnern mit Office-Installation anbieten.

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