Google Chrome: Adblocker gegen nervige Onlinewerbung angekündigt

Kaan Gürayer
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Die Tage nervtötender Werbung sind gezählt – zumindest in Chrome. Wie Google heute bekanntgab, wird der Konzern ab Anfang 2018 einen Adblocker in seinen Internetbrowser integrieren.  

Google Chrome: Adblocker gegen nervige Onlinewerbung angekündigt

Update, 02.06.2017, 14:30 Uhr: Die Berichte des Wall Street Journals waren korrekt. Ab Anfang 2018, so Google in einem Blogeintrag, wird Chrome besonders aufdringliche Werbung blockieren. Dazu zählen beispielsweise Autoplay-Videos, Popups, Werbebanner mit Sound und andere Formate. Sogar Werbung, die von Googles Werbenetzwerk selbst ausgespielt wird, soll blockiert werden.

In diesem Zusammenhang hat sich der US-Konzern auch der sogenannten „Coalition for Better Ads“ angeschlossen, in der unter anderem auch Facebook, News Corp. oder Reuters Mitglied sind und die es sich zum Ziel gesetzt hat, Internetwerbung nutzerfreundlicher zu gestalten.

Originalmeldung:

Beinahe 90 Prozent seines Umsatzes, im vergangenen Jahr immerhin 60 Milliarden US-Dollar, erzielt Google durch die Anzeige von Onlinewerbung. Dementsprechend sorgt es zunächst für Kopfkratzen, warum nun ausgerechnet Google einen Werbeblocker in der Desktop- und Mobilvariante seines Chrome-Browsers einbauen möchte.

Der Plan des US-Konzerns besteht offenbar darin, Nachfrage und Wachstum von Abblockern von Drittanbietern zu bremsen, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Gesprächen mit Insidern berichtet. Das Kalkül: Wenn Chrome bereits von Haus aus Werbung blockiert, werden sich Nutzer nicht mehr nach Third-Party-Lösungen wie etwa Adblock Plus umschauen.

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Nicht jede Werbung soll blockiert werden

Damit Googles Einnahmen aus Onlinewerbung trotzdem nicht wegbrechen, soll der integrierte Werbeblocker in Chrome nicht jede Art von Werbung blockieren, sondern nur besonders aufdringliche. Dazu könnten etwa aufdringliche Pop-ups gehören oder Videos, die automatisch und mit Ton starten.

Ein weiterer Vorteil läge im Einsparpotenzial, das sich für Google durch dieses Vorgehen womöglich ergeben könnte. Bereits heute zahlt der Internetgigant enorme Summen an Anbieter von Adblockern, sodass Google-Werbung auf deren „Whitelist“ gelangt und nicht mehr geblockt wird. Diese Zahlungen könnte sich der Suchmaschinenanbieter in Zukunft sparen, wenn Chrome bereits einen Werbeblocker an Bord hätte und damit die Macht von Adblock-Anbietern gebrochen wird.

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Kartellrechtliche Fragen

Ob Google das Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Ganz in trockenen Tüchern scheint der Plan laut Wall Street Journal offenbar noch nicht zu sein. Des Weiteren stellen sich auch kartellrechtliche Fragen. Einerseits besitzt der Chrome-Browser eine marktbeherrschende Stellung, auf der anderen Seite ist Google selbst Anbieter von Onlinewerbung und könnte mit einem in Chrome integrierten Abblocker die Onlinewerbung der Konkurrenz blockieren.

Quelle: Wall Street Journal, TechCrunch

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