Gegen nervige Onlinewerbung: Google Chrome soll integrierten Adblocker erhalten

Kaan Gürayer
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Sind die Tage nervtötender Onlinewerbung bald gezählt? Laut Insiderberichten plant Google die Entwicklung eines eigenen Adblockers, der direkt im Chrome-Browser integriert ist. Hinter dem Vorhaben steckt offenbar eine listige Strategie. 

Gegen nervige Onlinewerbung: Google Chrome soll integrierten Adblocker erhalten

Beinahe 90 Prozent seines Umsatzes, im vergangenen Jahr immerhin 60 Milliarden US-Dollar, erzielt Google durch die Anzeige von Onlinewerbung. Dementsprechend sorgt es zunächst für Kopfkratzen, warum nun ausgerechnet Google einen Werbeblocker in der Desktop- und Mobilvariante seines Chrome-Browsers einbauen möchte.

Der Plan des US-Konzerns besteht offenbar darin, Nachfrage und Wachstum von Abblockern von Drittanbietern zu bremsen, wie das Wallstreet Journal unter Berufung auf Gesprächen mit Insidern berichtet. Das Kalkül: Wenn Chrome bereits von Haus aus Werbung blockiert, werden sich Nutzer nicht mehr nach Third-Party-Lösungen wie etwa Adblock Plus umschauen.

Nicht jede Werbung soll blockiert werden

Damit Googles Einnahmen aus Onlinewerbung trotzdem nicht wegbrechen, soll der integrierte Werbeblocker in Chrome nicht jede Art von Werbung blockieren, sondern nur besonders aufdringliche. Dazu könnten etwa aufdringliche Pop-ups gehören oder Videos, die automatisch und mit Ton starten.

Ein weiterer Vorteil läge im Einsparpotenzial, das sich für Google durch dieses Vorgehen womöglich ergeben könnte. Bereits heute zahlt der Internetgigant enorme Summen an Anbieter von Adblockern, sodass Google-Werbung auf deren „Whitelist“ gelangt und nicht mehr geblockt wird. Diese Zahlungen könnte sich der Suchmaschinenanbieter in Zukunft sparen, wenn Chrome bereits einen Werbeblocker an Bord hätte und damit die Macht von Adblock-Anbietern gebrochen wird.

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Kartellrechtliche Fragen

Ob Google das Vorhaben tatsächlich in die Tat umsetzt, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Ganz in trockenen Tüchern scheint der Plan laut Wallstreet Journal offenbar noch nicht zu sein. Des Weiteren stellen sich auch kartellrechtliche Fragen. Einerseits besitzt der Chrome-Browser eine marktbeherrschende Stellung, auf der anderen Seite ist Google selbst Anbieter von Onlinewerbung und könnte mit einem in Chrome integrierten Abblocker die Onlinewerbung der Konkurrenz blockieren.

Quelle: Wallstreet Journal, TechCrunch

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