Google Chrome 12: Mehr Sicherheit, mehr 3D und mehr für Switcher

Ralf Bindel
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Etwa anderthalb Monate sind vergangen, da erscheint die nächste stabile Version des Google Browsers Chrome. Mittlerweile ist es die 12. Ausgabe. Besonders Nutzern beider Plattformen bietet die aktuelle Version mehr Sicherheit, zudem ist eine Lücke im Flash-Player geschlossen. Google steckt zunehmend mehr Energie in die Entwicklung und Verbreitung, um den Webbrowser als zukunftsfähige PC-Oberfläche zu etablieren.

Neues aus dem Google-Konzern: Das Projekt Browser als Oberfläche wächst weiter. Selbst unter den eher als skeptisch wahr genommenen macnews.de-Lesern ist der Anteil der Chrome-Nutzer gestiegen und liegt jetzt bei über 5 Prozent (gelbes Tortenstück in der Grafik unten). Etwas weniger als die Hälfte von ihnen nutzt Chrome auf dem PC. Weltweit sind laut Analysen von Netmarketshare die Zahlen für Chrome ebenfalls weiter steigend. Chrome 11 hatte im Mai 2011 einen Anteil von fast 10 Prozent. Alle Safari-Versionen kamen auf knapp 6 Prozent. Bei unserem letzten Testbericht zu Chrome 9 im April hatte der Google-Browser weltweit noch fünf Prozent Anteil.

Mehr Sicherheit

Die neue Version 12 warnt vor allem PC-Nutzer vor dem Download von Schadprogrammen. Dabei funktioniert der Browser immer mehr wie ein Virenschutzprogramm: Die Download- bzw. Datei-Adressen vergleicht er lokal mit denen auf einer schwarzen Liste, die er im Halbstunden-Takt vom Google-Server lädt, berichtet heise.de. Wer den schnellen Chrome und seine Bookmarks zwischen Mac und Windows abgleichen muss, erhält nun mehr Sicherheit.

Mehr Sicherheit auch in Sachen Flash. Hier schlägt sich Chrome aufgrund seiner guten Grafik-Performance hervorragend. Wo man mit Safari Schwierigkeiten hat, beispielsweise in der Arte+7-Mediathek, punktet Chrome gehörig. Doch mit Flash-Cookies ließen sich auch noch in der letzten Version Schadprogramme im Browser nieder. Das scheint jetzt vorbei zu sein, denn Chrome nutzt nun auch die ClearSiteData-API von Flash. Adobe unterstützt die Programmierschnittstelle seit der Flash-Version 10.3, die anderen Entwickler der API sind Apple, Google und Mozilla.

An dieser Stelle also mal eine klare Unterstützung von Apple für Flash, denn die Flash-Cookies lassen sich auch im Safari-Browser finden. In Chrome konnte man die lästigen Kekse bisher nur über eine Adobe-Website entfernen, durch die neue Schnittstelle lassen sich sämtliche durch Plug-ins gesammelte Daten löschen. Neben Chrome beherrscht das auch Firefox 4, Safari 5 und Opera 11 können das noch nicht.

Weitere Sicherheitsupdates betreffen insgesamt 13 Lücken, von denen Google fünf selbst als hochriskant eingestuft hatte. Über die Javascript-Engines und -Schnittestellen V8 und DOM konnte man bisher Schadprogramme an einer Authentitätsprüfung vorbeischleusen (Same Origin), Angreifer konnten sogar in der eigentlich geschlossenen Sandbox Schadsoftware walten lassen.

Bessere Bedienung

Verbessert ist in Chrome 12 auch die Bedienung. Die so genannten Google Web Apps lassen sich jetzt ebenfalls in der praktischen Omnibox, dem gemeinsamen Such- und Adressfeld im Browser aufrufen. Zudem ist die Synchronisationsmöglichkeit jetzt als Dialog integriert (Google Account nötig). Für Sehbehinderte am Mac gibt es ebenfalls Neues: Unter OS X 10.6 lässt sich der integrierte ScreenReader VoiceOver mit Chrome nutzen.

Noch mehr Neues für Windows-Switcher bei der Mac-Version des Chrome-Browsers: Wenn sie wie vom PC gewohnt mit der gleichen Tastenkombination ein @-Zeichen schrieben, schloss sich der Browser ohne Warnung. Jetzt lässt sich im Menü unter Chrome die “Warnung vor Schließen anzeigen (Command-Q)” aktivieren.

Mehr Darstellung

Chrome 12 hat auch einen weiteren Schritt in Sachen 3D-Animation gemacht: Die Berechnung von CSS-3D-Transformationen übernimmt jetzt die Hardware. Damit können Videos während des Abspielens im Browser skaliert und gedreht oder auf einer Kreisbahn gedreht werden. Ein Video-Experiment mit Shaun, dem Schaf, zeigt, wie sich das anfühlt – aber nur mit Chrome 12 unter Mac OS X 10.6.

Anwender, die Chrome schon installiert und das automatische Update aktiviert haben, haben die neue Version bereits seit letzter Woche auf dem Mac. Diejenigen, die Chrome noch nicht kennen, sollten der neuen Version 12 und ihren Fähigkeiten besonders wegen Shaun, dem Schaf, einen Blick gönnen.

Mehr Info

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Tests

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Download

Chrome 12, 36.2 Megabyte, mehrsprachig
Hersteller: Google Inc.
Preis: kostenlos

Weitere Themen: 3d, HTC EVO 3D, Google

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