Guitar Hero World Tour: Die Welt ist nicht genug
Stairway to heaven mit Guitar Hero World Tour – schmetterte der Rockstar am heimischen Mac unlängst noch legendäre Hits mit Guitar Hero Rock Legends und im Stand-alone Add-On mit Aerosmith, steht nun eine Welttournee an und dazu muss er nicht einmal das Wohnzimmer verlassen.


Mangelt es im eigenen Haushalt an Musikern, kann sich der Spieler online mit Spielern auf der ganzen Welt zusammenschließen.

War es in den Vorgänger-Versionen noch ein schäbiger Probenraum, steht dem künftigen Superstar nun ein eigenes Musikstudio zur Verfügung.

Die Musiktitel – wichtigste Bestandteile des Spiels – sind noch zahlreicher geworden. In Guitar Hero World Tour finden sich Master-Tracks unter anderem von Black Label Society, Linkin Park, blink-182, Billy Idol und den Beasty Boys – ingesamt 80 bekannte Bands und Einzelkünstler mit über 85 Tracks sorgen für ordentlich Rock in der Hütte.

Auch bei der Hardware hat sich etwas getan, der neue Gitarren-Controller hat einige neue Funktionen und da es nicht nur Gitarristen in einer Band geben kann, gibt es auch noch ein Schlagzeug und ein Mikrofon. Damit vereint Guitar Hero zusätzlich Elemente aus den Spielen Rock Band und Sing Star.
Die Instrumente
Aspyr listet in einer PDF-Datei alle Spiel-Controller auf, mit denen man Guitar Hero spielen kann. Darunter sind auch jene von der PS3, die das Spiel laut Dokument inoffiziell unterstützt. Tatsächlich liegt der Gitarren-Controller in der PS3-Version dem Spiel bei, welches ASH ausliefert. Sowohl das Schlagzeug als auch das Mikrofon liegen dem Spiel von Haus aus nicht bei, allerdings kann man sich das Hardware-Bundle zum Beispiel für die PlayStation 3 für rund 44 Euro besorgen. Dann hat man zudem einen zweiten Gitarren-Controller, falls man den anderen mal während eines emotional geladenen Auftritts auf dem Fußboden zertrümmert, wie es sich für einen Rockstar gehört.

Die Gitarre zum neuesten Teil der Guitar Hero-Reihe ähnelt im Aussehen schon eher dem realen Vorbild. Während der Controller in Guitar Hero III noch schlicht weiß ist, immitieren die Farben nun einen Holztorso. Zudem sieht man statt der grell-bunten Knöpfe dezent schwarze mit farbiger Umrandung. Die Gitarre liegt schwerer als ihr Vorgänger in der Hand und wirkt trotz der einzelnen Bauteile sehr solide. Auch das wird Guitar Hero-Veteranen nämlich überraschen, die Gitarre kommt als Bausatz ins Haus. Den Gitarrenhals muss man mit wenigen Handgriffen an den Korpus bauen, bei Bedarf kann man ihn so ohne Probleme wieder entfernen – falls man den Controller mal platzsparenden einlagern möchte.



Mit dem Touchpad kann der Spieler Noten nur durch Antippen auslösen sowie an geeigneter Stelle einen Power-Slide ausführen um zusätzliche Punkte zu holen. Die Bedienung des Touchpads erfordert ein wenig Übung macht im Verlauf des Spielens aber immer mehr Spaß. Ansonsten findet man den Steuer-Button nun unter dem Tremolo. Alles in allem ist der neue Gitarren-Controller bislang der beste und schönste in der Guitar-Hero-Serie.
In Ermangelung des Mikrofons und des Schlagzeugs muss an dieser Stelle eine Bewertung entfallen. Wer Erfahrung mit einem oder sogar beiden Geräten bereits gesammelt hat, der kann diese in den Kommentaren veröffentlichen.
Das Spiel
Eine tiefergehende Handlung vermisst man auch diesmal, aber das ist in diesem Genre auch nicht unbedingt notwendig. Zwar gewinnt man durch den Eingangstrailer den Eindruck, man müsse die Welt vor dem Teufel retten, im Spiel merkt man davon allerdings nichts. Dafür kann man rund um die Welt in unterschiedlichen Locations spielen – eben eine World Tour. Erst wenn man einen gewissen Ruhm und das nötige Kleingeld erspielt hat, kommt man zur nächsten Station und schaltet weitere Gimmicks frei.

Ansonsten haben die Entwickler das Spielprinzip beibehalten – während der Auftritte laufen auf dem Monitor bis zu fünf farbige Knöpfe im Takt zur Musik auf Dich zu. Jeder dieser Knöpfe entspricht einer Tonlage auf der Gitarre und Deine Aufgabe ist es, die auf Dich zukommenden Noten mit den Grifftasten und dem Anschlagschalter zum richtigen Zeitpunkt zu spielen. Einige Songs erfordern zusätzlich den Einsatz des Tremolo (der Hebel am unteren Teil der Gitarre).

Der Rock-O-Meter ist von der rechten auf die linke Seite gewandert, hat allerdings die Funktion beibehalten und zeigt Dir nach wie vor, wie stark Du rockst. Die Anzeige ist in vier Bereiche eingeteilt: Grün heißt, Du bist der absolute Burner. Gelb steht für das Mittelmaß und bei Rot rollen sich bereits die Zehennägel des Publikums hoch. Die Glühlämpchen über dem Rock-O-Meter zeigen Dir Deine “Starpower”: Je besser Du spielst, desto mehr Lämpchen leuchten auf. Hast Du einmal genug Powerpunkte gesammelt, ziehst Du den Gitarrenhals hoch oder drückst wahlweise beim neuen Controller auf die Starpower-Taste.
Fazit
Guitar Hero-Veteranen dürften trotz des gleichgebliebenen Spielprinzips Freude am neuen Teil haben, Anfänger können mit der World Tour gleich in das Geschehen eingreifen, ohne die anderen Teile kennen zu müssen. Dickes Plus auch gegenüber den älteren Teilen sind die Multiplayer-Spielmöglichkeiten, auch über das Internet. Dazu kommen noch das Schlagzeug und das Mikrofon, so dass man nicht mehr als Solist vor dem Mac rumspringen muss.
Auch das Musikstudio, in dem man eigene Titel aufnehmen kann, erfreut das Musikerherz. Schade ist in diesem Zusammenhang aber, dass man keinen Gesang aufzeichnen kann, auch wenn man über ein Mikro verfügt. Und wenn der Hersteller schon die Möglichkeiten für eine gemeinsame Jam-Session bietet, sollte er auch ein Paket sowohl mit Gitarre als auch mit Schlagzeug und Mikrofon optional anbieten. So muss man den Controllern einzeln hinter her jagen – schade. Für noch mehr Spielspaß empfiehlt der Autor, den Mac doch mal an einen großen Fernseher anzuschließen. Vor allem bei mehreren Spielern hat man so mehr vom Spiel.
Das Spiel kann man unter anderm bei ASH erwerben, mit dem wireless Gitarren-Controller kostet es 89,99 Euro, das Spiel ohne Controller gibt es für 40 Euro.
Bandbild: Justin Moore, “Jon’s Guitar Hero World Tour Birthday Party”. Some rights reserved. Flickr.


