Ingress Erfahrungsbericht – So funktioniert Augmented Reality

von

Schon auf der Google I/O wurde mir klar, dass ich mich mit Ingress auseinandersetzen muss. Googles Project Niantic oder Ingress ist ein Sammelprojekt für den eigenen Maps-Service von Android Phones und Tablets. Wahrscheinlich werden Abkürzungen oder Schleichwege abgegriffen, sicher bin ich mir aber nicht. Also wie funktioniert dieses Spiel eigentlich wirklich?

Ingress Erfahrungsbericht – So funktioniert Augmented Reality

Ingress startetete am 16. November 2012 in einer Beta-Phase und befindet sich auch weiterhin in diesem Entwicklungs-Stadium. Nur per Einladung darf man als Agent mitspielen. Ich brauchte einen Key und kam durch meine Social Media-Kontakte zum Glück an eine Einladung, das war allerdings bereits vor Monaten! Während der Google I/O wurde das Thema Ingress recht prominent behandelt, von Google und auch von den Entwicklern. Es wird also Zeit, ein paar Portale zu knacken!

Wie funktioniert Ingress?

Aber wie geht das? Leider ist Ingress nur auf Englisch und obwohl ich ein recht gutes Vokabular habe, verstand ich vieles einfach nicht. Wobei die Grundstory klar schien: Es gibt eine unbekannte, neue Materie auf der Erde, Exotische Materie (XM) genannt. Die Erleuchteten/Enlightened (grün) wollen diese zugunsten der Menschheit verwenden und der Widerstand/Resistance (blau) eben genau das Gegenteil. Überall auf der Welt stehen Portale, die man als Mitglied seiner Fraktion übernehmen kann.

Verbindet man drei übernommene Portale, wird das Feld zwischen Ihnen blau oder grün, je nachdem, welcher Seite man angehört. Die sich darunter befindenden Einwohner sind damit unter dem Einfluss der jeweiligen Fraktion. Soviel zur Geschichte – Aber was mache ich bei Ingress?

Bildergalerie ingress-gameplay

Ich muss durch die Gegend laufen und Portale finden, diese kann ich dann hacken. Als Lvl 1 Grasshalm hat man nicht viele Möglichkeiten ein verfeindetes Portal zu übernehmen, da es (nach all den Wochen und Monaten) oft große Lvl. 5 – 8 Brocken sind, die es zu besiegen gilt. Ich laufe also erst einmal durch die Gegend und sammle XM, die überall auf der Ingress-Karte in Form von hellen Punkten herumfliegt und durch Spaziergänge, Fahrradtouren oder Joggen aufgesammelt werden kann.

Die ganz Verrückten fahren auch mal mit dem Auto/Taxi durch Berlin, mehrmals. Man hat genug XM, wenn die eigene, obere grüne Leiste aufgeladen ist, und kann sich dann das erste Portal suchen, welches man hackt. Dabei ist es egal, ob es ein blaues oder grünes Portal ist. Der Hacken-Befehl ist ein einfacher Aktions-Button, der nach Antippen des Portals im Menü betätigt wird. Hier sind natürlich keine großen Kenntnisse notwendig. Mit dem Hacken eines Portals erhalte ich Resonatoren, Portal Keys, XMP Buster, Portal Shields und irgendwelche Berichte in Form von Videos. Was ist das alles?

Bildergalerie ingress-mitarbeiter

Die Ingress Community

Am Anfang war ich etwas überfordert, gerade weil die englische Oberfläche und meine mangelnde Auseinandersetzung mit der Anleitung ein paar Kniffe verborgen hielt. Doch ich würde jedem empfehlen, sich gar nicht erst vollquasseln zu lassen, denn der wirkliche Reiz an dem Spiel ist meiner Meinung nach die Community hinter den beiden Fraktionen. Ingress lässt Social Media aufleben! Über Communitys und dem Ingame Chat können Taktiken abgesprochen, Tipps gegeben und Erfahrungen ausgetauscht werden. Ingress lebt von diesem Engagement und nicht selten trifft man auf völlig Fremde auf der Straße mit dem Smartphone in der Hand und gerade das eigene Portal zerstörend.

Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt. Auch bei Ingress ist man sich nicht sicher, was genau Google mit diesem Projekt bezwecken will, die App hat immer mal wieder Probleme, stürzt ab, braucht länger, um Inhalte anzuzeigen, lässt sich teilweise unverständlich bedienen und dann ist da noch der Fakt, dass man WLAN, GPS und Mobilfunk aktiv haben sollte. Je mehr Sensoren aktiv sind, desto mehr Akku wird verbraucht und kein halbwegs ordentlicher Ingress-Spieler läuft ohne Akku-Pack durch die Gegend. Oder auch zwei.

Ingress – Die Sucht

Ich bin ehemaliger Raucher und kenne das Verlangen, was nach dem Aufhören zurückbleibt. Plötzlich fährt man durch die Gegend, entspannt in der Bahn sitzend, und dann kommt dieses Verlangen: “Ob hier wohl ein Portal ist?” Natürlich ist da jeder anders und ich möchte das Spiel auch nicht schlecht reden, doch es geht ganz schnell. Plötzlich fährt man auch mal mit einem Taxi durch die Gegend und “farmt” noch ein wenig. Wenn immer mehr Zeit für das Ingress drauf geht, kann auch mal das private Leben darunter leiden. Daher Vorsicht, Ingress kann süchtig machen, muss es aber nicht!

Mein Fazit

Wenn die Entwickler noch ein paar weitere Sprachen hinzufügen und die App stabiler gestalten können, zudem die Akkuleistung eines jeden Mobilphones nicht nach zwei Stunden gen 0 gehen würde, könnte Ingress eine Wucht werden. Mit Wikipedia im Gepäck ist man schnell über alle notwendigen Zahlen informiert und kann sich ans Erobern machen. Ich nutze es immer wieder mal beim Warten auf einen Zug oder wenn ich an einem neuen Ort interessante Sehenswürdigkeiten sehen möchte. Die werden von den Entwicklern nämlich gern als Portale gesetzt.

Ingress ist eine kostenlose App, fragt in eurem Freundeskreis nach Einladungen oder schreibt uns hier in die Kommentare. Die Community wird euch herzlichen Willkommen heißen!

Ingress im Play Store downloaden

downloaden Nichts mehr verpassen? Dann folge GIGA Android bei Facebook, Google+ oder Twitter!

Weitere Themen: Google


Kommentare zu diesem Artikel

Neue Artikel von GIGA ANDROID

Anzeige
GIGA Marktplatz