Instagram: Apples Vize-Marketingchef verlässt die Plattform – angeblich wegen Android

Frank Ritter
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Phil Schiller von Apple hat seinen Instagram-Account gelöscht. „Na und?“ mag da mancher fragen. Pfeffer kommt in diese recht profane Tatsache durch Schillers Begründung: Mit der Öffnung in Richtung von Android habe Instagram seinen Zenit überschritten, so der Marketing-Verantwortliche bei Apple.

Instagram: Apples Vize-Marketingchef verlässt die Plattform – angeblich wegen Android

„Ich habe immer Microsoft Office verwendet. Seitdem es aber eine Version für Mac OS X gibt, habe ich damit aufgehört, denn nun geht es mit der Software abwärts.“ Absurde Aussage? Viele Apple-Nutzer reagierten kürzlich genauso, als die Foto-App Instagram nach Jahren der iOS-Exklusivität auch für Android verfügbar gemacht wurde – wir berichteten.

Wer jetzt dachte, dass diese Art Klagen lediglich bei einigen wenigen übermotivierten Apple-Anhängern vorkämen, hat sich geschnitten, denn eine durchaus prominente Person stimmt jetzt in die Instagram-Android-Litanei mit ein: Phil Schiller, seines Zeichens Senior Vice President of Worldwide Marketing bei Apple, twitterte auf die Frage eines Fans, warum er nicht mehr bei Instagram sei, lakonisch: „It ‘jumped the shark' when it went Android.“ Frei übersetzt: „Mit Android hatte Instagram seinen Zenit überschritten.“

Ein Leser von 9to5mac fragte per Mail noch einmal genau nach, was Schiller meint – hier Schillers Antwort (Übersetzung von uns):

„Instagram ist eine tolle App und Community. Das bleibt auch so. Aber einer der Aspekte, die ich an Instagram wirklich mochte war, dass hier eine kleine Gemeinschaft aus Early Adoptern ihre Fotos miteinander teilte. Nun, da Instagram viel größer geworden ist, hat der Dienst einfach ein anderes Signal-Rausch-Verhältnis. Das muss nichts Schlechtes sein, ist aber nicht mehr das, woran ich ursprünglich Spaß hatte.

Das klingt schon wieder sehr relativierend, um nicht zu sagen: zurückrudernd. Zu Android wird kein Wort mehr verloren. In dem Zusammenhang ergibt die vorangegangene Aussage zu Android auch gar keinen Sinn mehr. Denn bereits als Instagram iOS-exklusiv war, hatte der Dienst 30 Millionen Nutzer – nicht gerade ein gemütlicher Vintage-Diaabend mit dem engsten Freundeskreis.

Es sei Phil Schiller ohne jede Diskussion vergönnt, die Dienste zu nutzen, die ihm gefallen und natürlich genauso, damit nach eigenem Gutdünken aufzuhören. Es gibt schließlich genug Dinge, die an Instagram kritikabel sind. Aus der Aussage, dass Android daran schuld sei, spricht aber ein nicht gerade geschmackvoller Elitarismus – ein hoher Verantwortlicher bei Apple sollte eigentlich über dem Fanboyism des „Fußvolks“ stehen.

Um noch einmal auf das Gemaule der iPhone- und iPad-Nutzer allgemein einzugehen: Eine Aussage mit der Stoßrichtung „mit Android wird Instagram schlechter“ entbehrt jeder Grundlage. Denn weder besteht ein Zwang für iPhone- und iPad-Nutzer, Android-Usern auf Instagram zu folgen, noch sind die Kameras von Android-Geräten per se schlechter als die der Apple-Geräte. Schließlich kann man auch mit älteren Varianten des iPhones Fotos zu Instagram hochladen, deren Kameras nach heutigen Maßstäben deutlich schlechter sind, als die aktueller Androiden. Des weiteren sei hier noch einmal darauf hingewiesen, dass Kern von Instagram ist, Fotos „schlecht“, im Sinne von „alt“, aussehen zu lassen beziehungsweise schlechte Fotos mit Effekten aufzuhübschen. Wenig Grund also, sich aufzuregen.

Also, liebe iOS-Nutzer: Benutzt Instagram oder benutzt die App nicht. Aber macht nicht Android dafür verantwortlich, wenn ihr keine Lust mehr auf künstlich Vintage-isierte quadratische Handyfotos habt. Vielen Dank.

Quelle: 9to5mac [via phandroid]

Bild: Apple

Dieser Artikel ist ursprünglich auf androidnext.de erschienen. androidnext und GIGA ANDROID sind jetzt eins. Mehr erfahren.

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