Bislang sind iOS- und macOS-Apps strikt voneinander getrennt. Dies könnte sich laut einem aktuellen Bericht bereits im kommenden Jahr ändern.

Das ist Apples Wunderwaffe, um iOS und macOS zu verschmelzen
Bildquelle: Apple

Universelle Apps für macOS und iOS

Während die Kombination von Apps für iOS, tvOS und watchOS bereits möglich beziehungsweise notwendig ist, könnte das laut einem neuen Bericht von Bloombergs Mark Gurman demnächst auch für macOS-Apps gelten. Demzufolge plant Apple angeblich die Kombination von iOS- und macOS-Apps – einer wirklich universellen App, die auf iPhone, iPad und Mac lauffähig ist.

Bislang müssen Programmierer ihre Apps getrennt voneinander entwickeln, wenn diese beispielsweise für Mac und iPhone angeboten werden sollen. Zwar hat Apple für beide Plattformen einen eigenen App Store im Angebot, der Mac App Store wird jedoch seit langer Zeit nur stiefmütterlich behandelt. Dies führte in der Vergangenheit dazu, dass Entwickler ihre Apps wieder aus dem Mac App Store entfernt haben, da er ihnen keine nennenswerten Vorteile brachte.

Unter dem Codenamen „Marzipan“ arbeitet Apple jetzt daran, es den Entwicklern zu ermöglichen, eine einzige App zu designen, die sowohl mit Hilfe eines Touchscreens als auch Maus oder Trackpads genutzt werden kann. Diese eine App kann dann auf iPhone, iPad oder Mac laufen.

iPhone-Apps könnten in Zukunft auch auf dem großen Mac – hier unser Test des 27″ iMac – laufen:

27 Zoll iMac (2017) mit 5K-Display im Test
15.146 Aufrufe

Ähnliches hatte unter anderem Microsoft schon mit Universal Windows Platform (UWP) erlaubt, die Apps für Desktop, Handy oder Tablet zusammenbringt. Bei Google sind es Android-Apps, die zum Beispiel unter Chrome OS lauffähig sind.

Unklarheit über das Wie

Bloomberg nennt leider keine Details, wie Apple diese Kombination der Apps konkret implementieren wird. iOS, watchOS und tvOS setzen auf UIKit, während macOS-Apps AppKit nutzen. Die Beobachter fragen sich nun, ob Apple sein Framework von iOS auf den Mac portieren wird oder daran arbeitet, eine neue Grundlage zu schaffen. Als Beispiel für eine App, die von iOS auf den Mac kam, kann Fotos genannt werden. Diese wurde mit UXKit auf den Mac portiert.

Intern hat Apple bereits entsprechende Umstrukturierungen vorgenommen. Dies umfasst zum Beispiel das Zusammenlegen von Teams, die nun an einheitlichen Grundlagen für die Apps arbeiten, während die Oberflächen weiterhin an das entsprechende Gerät angepasst werden.

Mit iOS 11 brachte Apple eine Reihe von Änderungen fürs iPad, welche die Arbeit mit dem Tablet anstelle eines Macs verbessern können:

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iOS 11 für iPad: Die 11 besten Neuerungen für das Tablet

Sollte Apple derartige Apps erlauben, dürfte der Entwicklung für den Mac frisches Leben eingehaucht werden. Während neue Apps heutzutage primär fürs iPhone angeboten und dort auch regelmäßiger aktualisiert werden, muss der Mac häufig hinten anstehen. Des Weiteren könnten Programmierer, die sich auf iOS-Apps spezialisiert haben, ihre Apps auch auf dem Mac anbieten.

Was diese universellen Apps für die Preisgestaltung auf dem Mac bedeuten könnten, ist ebenfalls ein Teil der aufgrund des Berichts entflammten Diskussionen, welcher Spekulationen erlaubt. Während der Preis von iOS-Apps beziehungsweise Smartphone-Apps im Allgemeinen in der Regel sehr niedrig ist, sind Mac-Apps häufig ein gutes Stück teurer. Viele Anwender könnten damit auch kostenlose oder zumindest niedrigere Preise für Mac-Apps erwarten.

Die Meldung dürfte auch die Gedanken über eine Zusammenlegung von Mac und iOS-Geräten neu anheizen, beispielsweise ein MacBook Pro mit Touchscreen. Derartige Gedankenspiele haben Apples Manager in der Vergangenheit aber wiederholt für nicht sinnvoll erklärt. Es wäre aber nicht das erste Mal, dass Apple Dinge unsinnig findet und später dann das Gegenteil präsentiert, sobald man eine vorzeigbare, finale Lösung anbieten kann.

Projekt „Marzipan“: Ankündigung möglicherweise auf der WWDC im Juni

Laut Bloomberg sollen die universellen Apps eine der wichtigsten Neuerungen der Betriebssystemupdates, iOS 12 und macOS 10.14, Ende des nächsten Jahres sein. Die Vorstellung dürfte damit wie in der Vergangenheit im Juni im Rahmen der Worldwide Developers Conference, kurz WWDC, stattfinden.

Quelle: Bloomberg

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