Apple im Mobil-Markt: Zukunftssorgen für iOS

Seit geraumer Zeit liegt Googles Android im Mobilfunkmarkt vor Apples iOS. Das mag kurzfristig kein Problem sein, schließlich ist die Marge von iPhone, iPad und Co. sehr hoch. Auf lange Sicht wird Apple sich aber entscheiden müssen: Bruttomarge oder Marktanteil.

Apple im Mobil-Markt: Zukunftssorgen für iOS

Android und iOS beanspruchen derzeit nach Angaben von Businessinsider zusammen fast 90 Prozent des Marktes weltweit. Davon bekommt Apple immerhin noch 15 Prozent ab. Betrachtet man nur die USA, sind es sogar 34 Prozent, gegenüber Androids 52,5.

Das klingt gesund, nur ist das nicht der einzige Parameter, den man beachten sollte. Auch das Wachstum ist interessant, vor allem in Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Marktes. RIM, Microsoft und Palm machen zusammen nur noch 13 Prozent des US-Marktes aus — viel ist da nicht mehr zu holen.

(Bild: Businessinsider)

Es läuft also ein Wettrennen um die verbleibenden Marktanteile. Und auch wenn sie sicherlich vorerst nicht komplett an die beiden Löwen, die Big Player verteilt werden, hängt von der jeweiligen Wachstumsgeschwindigkeit eine Menge ab.

Was das angeht, hat Google derzeit die Nase vorn. Die Zahlen für die USA sind sicherlich nicht 1 zu 1 auf den Rest der Welt übertragbar, aber ein Trend zeichnet sich dennoch ab: iOS konnte in zwei Jahren von 25 auf 34 Prozent klettern. Android wuchs im gleichen Zeitraum von 26 auf 53 Prozent.

Die immer wieder gebrachten Argumente gegen eine schwarzseherische Haltung gegenüber Apple schlagen da nur noch bedingt. „Android ist stark Fragmentiert“ — das stimmt zwar, aber vermutlich nicht bis in alle Ewigkeit. Einige Bestrebungen, einheitliche Verhältnisse herzustellen, sind mit Android 4.0 bereits gestartet. Zweifellos liegt in diesem Bereich noch eine Menge Arbeit vor Google. Dennoch sollte man Bedenken wegen des steigenden Marktanteils nicht pauschal mit einem Schlagwort wie „Fragmentierung“ beiseite schieben.

Andere, häufig gebrachte Einwände, wie „Apple produziert eben für den Premium-Markt“ oder „so lange die Bruttomarge stimmt, ist alles in Ordnung“, mögen den Investoren und Aktionären zwar für eine oder zwei Nächte ruhigen Schlaf bescheren. Langfristig kann aber eine immer stärkere Übermacht der Android-Plattform Apple dazu zwingen, gewisse Kompromisse einzugehen. Entweder, es werden Geräte in einem niedrigeren Preissegment angeboten, oder man gibt sich mit kleinerem Marktanteil zufrieden.

Auch ein überlegenes Ökosystem wird Apple nicht dauerhaft retten können. Entwickler strömen dort hin, wo für sie die Erfolgschancen am höchsten sind. Das ist im Normalfall die Plattform mit den meisten Usern und den besten Umsatzchancen  — im speziellen Fall iOS bewirken jedoch entwicklerfreundliche Bedingungen und eine große, einfach zu erreichende Nutzerschaft verbunden mit einer gewissen Zahlzungsbereitschaft einen Vorteil. Gleichzeitig lässt sich nicht leugnen, dass alle Hauptfunktionen eines Smartphones sowie die wichtigsten Apps beinahe alle auf den großen Plattformen verfügbar sind.

Die sehr ausführliche Analyse dessen, was schwächelndes Wachstum für iOS auf lange Sicht bedeuten kann, lohnt die Lektüre. Am Ende scheinen strategische Überlegungen dafür zu sprechen, den Marktanteil um jeden Preis, auch den einer enormen Bruttomarge, zu schützen. Ob Tim Cook und seine Berater das ebenso sehen, wird sich in den nächsten Produktvorstellungen bereits abzeichnen. Je mehr Budget-Smartphones und Preissenkungen wir sehen, desto mehr stimmt man dieser Einschätzung in Cupertino zu.

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