Bluethooth-Sharing in iOS 6: Steht die Verbindung zur Armbanduhr bevor?

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iOS 6 wird die Bluetooth-Verbindung besser nutzen, die Beta-Version des Betriebssystems kündigt heute das „Bluetooth-Sharing“ an. Ein Blick zur Konkurrenz verdeutlicht, welche nützlichen Funktionen damit auf alte und neue iPhones kommen könnten.

Bluethooth-Sharing in iOS 6: Steht die Verbindung zur Armbanduhr bevor?

Viele Zubehör-Produkte nutzen die Bluetooth-Verbindung von Smartphones. Bislang hat Apple die Funktionalität noch nicht ausgereizt. Technisch ist das iPhone 4S gut ausgestattet: Mit Bluetooth 4.0 ist der neueste Standard integriert, der in erster Linie durch einen sparsamen Stromverbrauch glänzt. Die Vorgänger 3GS und 4 besitzen Bluetooth 2.1 + EDR (Enhanced Data Rate). Die technisch maximal mögliche Datenrate beträgt 2,1 Mbit pro Sekunde.

Bluetooth-Funktionen aktuell in den iPhones

Aktuell gibt es für iPhone 3G und neuer folgende Einsatzmöglichkeiten der Bluetooth-Verbindung:

  • Hands-Free Profie: Anbindung von Bluetooth-Headsets und Freisprechanlagen
  • Phone Book Access Profile: Anzeige von Telefonbuch-Kontakten auf Zubehör, zum Beispiel Car-Kits.
  • Advanced Audio Distribution Profile: Streamen von Audio, zum Beispiel an ein Soundsystem.
  • Audio/Video Remote Control Profile: Zubehör kann als Fernbedienung für das iPhone dienen (Wiedergabe, Pause, Stopp, Nächster/Vorheriger Titel).
  • Personal Area Network Profile: Netzwerkverbindungen, zum Beispiel persönlicher Hotspot zwischen iPhone und iPad oder Datenübertragung zwischen Apps unterschiedlicher Geräte.
  • Human Interface Device Profile (nur bei iPhone 3GS und neuer): Unterstützung von Bluetooth-Tastaturen.

Es klingt schon nach einer ganzen Menge Funktionen – die Google-Konkurrenz bietet in Android aber noch mehr. Kommt das mit iOS 6?

Bluetooth-Sharing iOS 6

Auf der letzten WWDC hat Apple eine erweiterte Bluetooth-Funktionalität, Bluetooth MAP (Message Access Profile), für das iPhone-Betriebssystem erwähnt. Vor ein paar Stunden erschien eine neue Beta von iOS 6. Erstmals ist hier der Punkt „Bluetooth Sharing“ in den Einstellungen zu finden. Was Apple damit alles plant, ist noch nicht bekannt. Ein bisschen verrät die Entwicklerversion von iOS bereits: Apps, die Daten über Bluetooth teilen können, erscheinen in den Einstellungen unter dem Punkt Bluetooth Sharing. Sie können Daten auch dann senden oder empfangen (oder beides), wenn sie nicht eingeschaltet sind.

Es könnte sich also so etwas wie die Einstellungen zu den Push-Nachrichten oder Mitteilungszentrale handeln. Welche Apps könnten nun an wen etwas schicken oder Daten empfangen?

iOS 6: Datenübertragung an Smart Watch, Pebble und Co?

Bluetooth MAP wird vor allem für Zubehör wie die Sony SmartWatch und Pebble interessant. Diese Armbanduhren sind über Bluetooth mit dem Handy verbunden und dienen als schnell erreichbarer, kleiner Zweitbildschirm des Smartphones.

iOS unterstützt beziehungsweise erlaubt noch keine besonderen Funktionen. Mit Blick auf Android wird man da schon neidisch. So theoretisch alle Inhalte bis auf Videos können auf die Uhr übertragen werden. Eine eintreffende SMS, Mail oder das Wetter lässt sich genauso ablesen wie – tataa, die Uhrzeit.  Dank Touchscreen ist die Musiksteuerung ebenso möglich wie kleine Spiele. Das Handy selbst bleibt in der Tasche.

Voraussetzung ist nur, dass die Android-App diesen Zweitbildschirm unterstützt.

Smart Watch-Killer iPod nano?

Das klingt sehr nützlich. Warum findet die Uhren dann keinen reißenden Absatz bei den Technik-Freaks wie uns? Nun, Pebble ist noch gar nicht auf dem Markt. Und die Sony SmartWatch ist nicht ausgereift. Das Display ist zu pixelig, die Technik zu anfällig, Standalone-Betrieb nicht möglich.

Wir haben ja bereits vor einigen Monaten gefragt: Verschläft Apple die Uhr-Zeit? Es dürfte aber auch jetzt noch kein Problem sein, mit dem iPod nano (ganz oben: Fotomontage) ein mehr als würdigendes Konkurrenzprodukt zu den erhältlichen Uhren auf den Markt zu werfen. Schon die aktuellen Musikspieler sind mit Bluetooth ausgestattet, Uhrenbänder gibt es ebenfalls (rechts: LunaTik mit iPod nano). Es fehlt in den iPod nano und iPhone aber noch die Unterstützung des Betriebssytems. Wäre nicht sogar eine Eingliederung in AirPlay möglich?

iOS 6 wird im Herbst erscheinen. Spätenstens dann wir klar sein, wie die iPhones Bluetooth nutzen. Wir können erwarten, dass nicht nur Besitzer eines neuen iPhones, sondern der älteren Geräte in den Genuss der neuen Funktionen kommen.

Hoffentlich hat sich Apple mehr überlegt als nur ein kleines Gimmick.

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Probleme

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