iOS-6-Karten: Apple wollte Navigations-Funktion – Google-Maps-App erst in ein paar Monaten

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Differenzen um eine Navigationsfunktion sollen dafür gesorgt haben, dass Apple sich von den Google Maps zugunsten der eigenen Karten-App im iOS 6 verabschiedete. Google soll tatsächlich an einer eigenen Maps-App arbeiten, braucht aber wegen Arbeiten einer Integration von 3D-Modellen noch mehr Zeit. Dafür soll die Web-App bald Street-View-Bilder anzeigen können.

Apples Karten-Desaster bestimmt Schlagzeilen

Selten hat Apple so viel Negativpresse bekommen wie zu der Karten-App im iOS 6: Viele Benutzer beklagen sich darüber, dass die Karten ungenau oder veraltet sind. Zum ersten Mal ist deshalb nach einem größeren iOS-Update die Zufriedenheit der Benutzer gesunken und nicht gestiegen.

Streit über Navigations-Funktion führte zum Bruch

Es stellt sich die Frage, warum sich Apple mit dem eigenen Karten-Dienst nicht mehr Zeit gelassen und sich erst später von den Google Maps verabschiedet hat. Immerhin läuft der Vertrag mit Google eigentlich noch über ein Jahr, so dass der Schritt für Apple erst mit dem iOS 7 nötig geworden wäre.

Offenbar sollen tatsächlich Differenzen mit Google über die Integration einer Navigationsfunktion eine Rolle gespielt haben: Die Tatsache, dass ein solches Feature mit Spracherkennung und Sprachausgabe kostenloser Bestandteil der Android-Smartphones, nicht aber des iOS war, soll Apple laut All Things D ein Dorn im Auge gewesen sein. Google wollte Apple das Feature mit dem Google-Kartenmaterial nur dann erlauben, wenn Apple wiederum weitere Google-Features wie Latitude integrieren würde.

Eigene Google-Maps-App erst “in ein paar Monaten”

Das wollte Apple wiederum nicht, so dass das Unternehmen eine eigene Karten-App erstellte, die eben auch eine Navigationsfunktion bietet. Der App ist nun anzumerken, dass Apple diesen Schritt so schnell wie möglich vollziehen wollte – so dass offenbar selbst Google überrascht war. Der New York Times zufolge braucht das Unternehmen deshalb noch etwas Zeit, um eine eigene Google-Maps-App fürs iOS zu entwickeln.

Die Verzögerung erkläre sich vor allem dadurch, dass Google gerne eine 3D-Ansicht einzelner Städte integrieren möchte. Diese gibt es zwar bereits in der App Google Earth, eine Integration in eine Karten-App bringe aber einen gewissen Aufwand mit sich. Auch die Apple-eigene App bietet eine 3D-Ansicht, die aber auch nicht problemlos funktioniert: Einige Städte sehen so aus, als hätten sie gerade ein Erdbeben erlitten oder als ob sie “schmelzen”. Es soll noch “ein paar Monate” dauern, bis die iOS-Google-Maps-App erscheint; frühere Berichte, denen zufolge die App schon bereitstehen soll, stimmen offenbar leider nicht.

Street View bald in der Google-Maps-Web-App

Die Google Maps haben der Apple-App ein weiteres Feature voraus: Street View. Die Google-Maps-App des iOS 5 konnte das von Google über Jahre zusammengestellte Bildmaterial anzeigen, so dass sich Benutzer vor allem in Großstädten virtuell “umsehen” konnten – was bei Apples Karten-App nur mit den fehlerhaften 3D-Ansichten möglich ist. Google soll Street View bald – angeblich schon in zwei Wochen – in die Browser-Web-App der Google Maps integrieren, so dass iOS-6-Benutzer die Straßenansicht dann über diesen Umweg wieder aufrufen können.

Aktuell gibt es die Möglichkeit, über eine kostenlose App Street View auf iPhone und iPod touch zu nutzen.

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