iOS 6-Karten: Apple zensiert weniger als die Konkurrenz

Der größte Kritikpunkt an Apples Karten war bislang das für viele Regionen unbrauchbare Kartenmaterial. Neue Beispiele zeigen allerdings: In manchen Regionen zeigt Apple sogar mehr als die Konkurrenz. Militärflugplätze und Gefängnisse, die Google zensiert, sind in Apples Kartenmaterial gut sichtbar – womöglich eine weitere Baustelle für das kalifornische Unternehmen.

iOS 6-Karten: Apple zensiert weniger als die Konkurrenz

Eine türkische Internetseite befürchtete nach dem Update auf iOS 6, dass Apple mit seinem Kartenmaterial die Sicherheit im Land gefährde. Apples Karten zeigen detaillierte Bilder eines Gefängnisses, das bei Google kaum zu erkennen ist.

Das Online-Magazin The Verge hat weitere Beispiele gefunden: Das Firmengelände eines niederländischen Militär-Dienstleisters ist auf Apples Karten gut zu erkennen. Google betreibt dagegen Pixel-Art. Nokia zeigt das Gelände ebenfalls. Auch ein Militärflughafen vor der Küste Japans sieht auf Apples Karten-Material “ungewöhnlich detailliert” aus, meint The Verge. Das sehe mehr nach Militär-Fotografie als nach allem anderen aus. Google und Nokia sind mit ihrem Material deutlich zurückhaltender.

Auf Nachfrage von The Verge erklärte Google, dass man selbst bislang keine Bilder unkenntlich gemacht habe. Dies geschehe bereits beim Anbieter des Kartenmaterials. Nokia zensiere, sofern es seitens der jeweiligen Behörden verboten sei. Apple äußerte sich dazu nicht.

Gleiche Partner – unterschiedliches Material

Google und Nokia beziehen Luftaufnahmen von mehreren Unternehmen, darunter jeweils DigitalGlobe. Jenes Unternehmen also, das Apple als einzige Quelle für seine Bilder nennt. Google könnte, so vermutet The Verge, ebenfalls detaillierte Bilder kritischer Regionen verwenden. Stattdessen entscheide man sich dort allerdings für schlechtere Aufnahmen und umgeht damit bewusste Zensur.

Rückblick

Unscharfe Bilder, Wolken und fehlende Farben – so präsentierte sich Apples neue Karten-Applikation den Anwendern nach dem Update auf iOS 6 und sorgte damit für Unmut. Inzwischen räumte Apple CEO Tim Cook ein, dass man mit Karten nicht dem eigenen Maßstab gerecht geworden sei.

Offenbar ist das teilweise schlechte Kartenmaterial aber nicht die einzige Baustelle für Apple. Nun sind es zu gute Bilder, die Probleme bereiten.

(Bildquelle: The Verge.)

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