Bruce Willis, iTunes-Store-Musik und Vererbbarkeit von Nutzungsrechten

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Zum Wochenanfang sorgte eine Meldung britischer Zeitungen für Aufsehen: Der US-Schauspieler Bruce Willis ziehe in Erwägung, Apple zu verklagen. Der Grund: Er ärgere sich, dass ihm die im iTunes Store erworbene Musik nicht gehöre, er wolle sie aber einst an seine Töchter vererben. Willis’ Frau hat die Geschichte mittlerweile dementiert.

Bruce Willis, iTunes-Store-Musik und Vererbbarkeit von Nutzungsrechten

Sowohl die Sun als auch die Daily Mail wollten von entsprechenden Plänen von Bruce Willis erfahren haben. Willis habe sich geärgert, als er erfahren habe, dass er nicht Inhaber der im iTunes Store erworbenen Titel werde, sondern lediglich eine Lizenz erwerbe. In den iTunes-Nutzungsbedingungen heißt es: “Sie sind damit einverstanden, dass Ihnen die iTunes Produkte nur über eine Lizenz zur Verfügung gestellt werden.”

Willis möchte aber, so die Zeitungsartikel, dass seine im iTunes Store erworbene Musikbibliothek nach seinem Tod seinen Töchtern gehört. Zu diesem Zweck erwäge er auch, eine Familienstiftung zu gründen, der seine Musik gehören soll. Mittlerweile hat sich die ganze Geschichte aber allem Anschein nach als “Ente” herausgestellt: Willis’ Ehefrau Emma Heming-Willis ließ über Twitter verlauten, dass die Berichte nicht der Wahrheit entsprechen.

Dennoch wirft die Geschichte – auch wenn sie nicht stimmt – eine interessante Frage auf: Was passiert mit der im iTunes Store erworbenen Musik, wenn der Account-Inhaber stirbt? Die Musik verbleibt natürlich auf dem jeweiligen Datenträger, mit Hilfe des Account-Namens und -Passworts lässt sich die Musik auch erneut herunterladen. Anders als zu “FairPlay”-Zeiten versieht Apple die iTunes-Store-Titel heute auch nicht mehr mit einem Kopierschutz, so dass sie sich beliebig oft übertragen lässt.

Rein rechtlich gesehen ist die Lage allerdings schwieriger: Nach deutschem Recht bleiben die Urheberrechte beim Interpreten, das Verwertungsrecht erhalten die Musik-Labels. Diese räumen Apple wiederum die Möglichkeit ein, Nutzungsrechte zu verkaufen, die der iTunes-Store-Kunde erwirbt. Ob und inwieweit diese sich auf Dritte übertragen lassen – darüber schweigen die iTunes-Nutzungsbedingungen.

Bei Musik auf Audio-CDs stellt sich die Frage wiederum nicht: Wer die CD im Laden erwirbt, wird Eigentümer dieses Datenträgers. Mit dem Tod geht das Eigentum automatisch auf den oder die Erben über.

Bild: Gage Skidmore, “Bruce Willis”. Some rights reserved. Flickr

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Weitere Themen: iTunes für Mac, Apple


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