Google kauft den Hersteller des iTunes-Handys

Es war einmal ein Handy, das hatte iTunes integriert. Das erste Mobiltelefon, das neben den iPods als tragbarer Musikspieler in dem Apple-Universum funktionierte. Nein, es hieß nicht iPhone. Sondern ROKR. Motorola und Apple hatten es zusammen herausgebracht. Das Handy war eine Enttäuschung, vor allem, weil es nur 100 Titel führen konnte. Und wurde folglich kein Verkaufsschlager. Motorola ist jetzt schon länger auf der “anderen Seite”, der androiden nämlich. Die heutige Meldung geht noch einen großen Schritt weiter: Apples schärfster Konkurrent verleibt sich den Handy-Hersteller ein. Wer?

Google natürlich. 12,5 Milliarden US-Dollar will der Suchmaschinenriese und Entwickler des Betriebssystems Android für Motorola Mobility auf den Tisch legen. Damit zahlt Google den Aktionären 63 Prozent mehr aus, als der Handyhersteller eigentlich wert ist. Hätte man das nur vorher gewusst…

In der Wirtschafts- und PR-Sprache heißt das, dass mit dem Zusammenschluss “neue, überzeugende Möglichkeiten geschaffen werden”, “wir verblüffende Benutzeroberflächen schaffen” und anderes Blabla. Google stellt in einem Atemzug aber auch klar, dass sein Betriebssystem Android weiterhin offen bleibt. Nun ja, alles andere wäre verwunderlich.

Google Android ist für Mobiltelefone

und Tablets sehr erfolgreich. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das System als starke Konkurrenz zu Apples iOS herausgestellt. Google, die Erfolgsmaschine?

Nein, nicht ganz. Das erste Handy, das Nexus One, wurde ein Flop, und Google nahm es bald aus dem eigenen Onlineshop. “Es lag nicht an der Hardware,” erklärt Amir, unser Kollege von androidnews.de, “sondern an der unausgereiften und noch unbekannten Android-Version.”

Diese Zeiten sind vorbei.

Ab sofort hat Google für Hardware einen festen Partner. Für den Android-Markt bedeutet das: Neue Android-Versionen werden wahrscheinlich auf Motorola-Geräten vorgestellt, nicht gerade zur Freude von Samsung und Kollegen. Somit kann keines ihrer Geräte als Aushängeschild dienen.

Allgemein für den Handy-Markt bedeutet das: Motorola Mobility im Hause Google könnte die Entwicklung von Betriebssystem und Hardware beschleunigen und verbessern. In den Umzugskartons nach Googlehausen finden sich zudem 17.000 Patente. Wir werden sehen, ob Google und Apple bald ausführliche “Gespräche” vor Gericht führen. Patentstreitigkeiten sind ja ein großes Hobby vieler IT- und Mobilfunkkonzerne.

Apple und Motorola funktionierte nicht, das iTunes-Handy wurde ein Flop. Es lag einerseits am mobilen iTunes, andererseits an der unattraktiven Hardware. Ein Glück für Apple (und für uns Nutzer), dass Steve Jobs statt auf Motorola auf die Eigenentwicklung namens “iPhone” setzte!

Dann man viel Glück, Motorola, unter dem Dach von Google…

Foto: Motorola

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