Google und Spotify attackieren iTunes

Flavio Trillo
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Der iTunes Musik-Store rangiert nach wie vor an der Spitze des Musik-Download Marktes. Allerdings machen sich verschiedene Konkurrenten bereit, Apple an dieser starken Front anzugreifen. Zum einen scheint Google erneut Pläne aus dem vergangenen Jahr aufzugreifen und kümmert sich verstärkt um einen eigenen Online-Store für Musik-Downloads, der möglicherweise noch in diesem Monat startet. Außerdem kann Spotify bei Verhandlungen mit mehreren Platten-Labels erste Erfolge verbuchen.

Von mehreren Quellen aus der Musik-Industrie will CNet erfahren haben, dass Google schon bald Ernst macht mit einem eigenen Dienst für Musik-Downloads und -Streaming. Andy Rubin halte einen Start sogar noch im Februar für möglich, hierfür sehen Beobachter jedoch wenig Chancen. Zunächst müsse das Unternehmen einige komplizierte Lizenz-Probleme lösen, die mit dem gleichzeitigen Angebot von Download und Cloud-Streaming verbunden sind.

Die Label seien jedoch hocherfreut, dass endlich wieder ein finanzstarker, vielversprechender Partner am anderen Ende des Verhandlungstisches sitze. Man könnte sich keine Wiederholung der Desaster um Dienste wie SpiralFrog, Imeem oder Ruckus nicht leisten. Die Portale waren jeweils beim Generieren ausreichender Umsätze durch das werbefinanzierte Angebot kostenloser Musik gescheitert. Allein YouTube hält sich wacker in den Deals mit großen Plattenfirmen.

Auf der im Google-Konzern angesiedelten Video-Plattform sind Musik-Videos mit lizensierten Inhalten bei den Konsumenten äußerst beliebt. iTunes könne zwar auf über 70 Prozent Marktanteil blicken, sich darauf auszuruhen wäre aber fatal. Schon länger vermissen viele Anwender größere, spektakuläre Updates und viele beschweren sich über Leistungseinbußen ihrer Computer, die auf den Einsatz des Programms zurückzuführen seien.

In diese Kerbe könnte Google mit einem eigenen Musik-Dienst schlagen und Apple mit einem schlanken, leistungsfähigen und vor allem preislich attraktiven Angebot einige Nutzer abluchsen. Doch sind Schmidt, Page und Brin nicht die einzigen, die sich anschicken, Apple Paroli zu bieten. Auch der europäische Dienst Spotify, der bislang in Schweden, Finnland und einigen anderen EU-Ländern Fuß fassen konnte, wagt sich mit gespannter Zwille an Goliath heran.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Platten-Label von der Benutzerbasis und dem Konzept zu überzeugen, habe Spotify inzwischen eine Vereinbarung mit Sony Music Entertainment geschlossen, berichtet die New York Post. Hierfür musste der Dienst jedoch eine Menge Zugeständnisse machen, die er zuvor verweigern konnte. Darunter, so die Quellen, erhebliche finanzielle Zuwendungen an die Label im Voraus sowie eine Begrenzung der kostenlosen Musik, die jeder Anwender erhalten könne.

Keine der genannten Unternehmen, einschließlich Apple, wollte sich zu ihren Plänen für die Musik-Industrie äußern. Auch wenn Google es im Februar tatsächlich nicht mehr schaffen sollte, einen eigenen Online-Store für Musik-Downloads auf die Beine zu stellen, wird es aber nicht mehr lange dauern, bis iTunes eine steife Brise ins Gesicht weht.

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