iTunes Marktanteil steigt auf 66 Prozent

macnews.de
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Ein Vergleich der zwei schärfsten Konkurrenten des digitalen Musikgeschäfts zeigt: Amazon konnte im Vergleich zum Vorjahr zwar seinen Marktanteil um 2,3 auf 13,3 Prozent steigern, iTunes hat jedoch mit stolzen 66 Prozent weiter die Nase vorn. Dies fanden einem Bericht des Wall Street Journals zufolge die Analysten der NPD-Gruppe heraus.

Amazon kämpfe engagiert um neue und bestehende Kunden und zwar vor allem mit günstigen Alben-Angeboten um die 3,99 US-Dollar. Tägliche “Deals” sollen die Käufer von dem Giganten iTunes weglocken und wenn möglich dauerhaft binden. Die Musikindustrie sei derweil wenig begeistert von der Preis-Gestaltung des Versand-Giganten, die einerseits dem Wert ihrer Produkte nicht mehr gerecht werde und andererseits den Platzhirsch iTunes kaum beeindrucken kann.

Dabei scheint diese Strategie nicht gerade ineffektiv zu sein. Immerhin machten digitale Downloads ganze 12 Prozent der 189.000 verkauften Exemplare des Kid Rock Albums “Born Free” aus. Amazon hatte für sein tägliches Angebot die Exklusiv-Rechte ergattern können, keiner der 22.680 heruntergeladenen Alben stammte also aus dem iTunes Store

Häufig zahle Amazon sogar im Einkauf um die 7 bis 8 US-Dollar für ein Album und nehme die Verluste in Kauf. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus Cupertino, die ihre Preise für Einzeltitel, Singles und Alben zumeist analog zu ihren eigenen Einkaufspreisen anpasse. Die Marketing-Abteilung des Unternehmens aus Seattle konzentriere sich zudem auf den Verkauf des E-Book-Readers Kindle, während der MP3-hauptsächlich via E-Mail und über Twitter beworben werde.

Auch Künstler zeigen sich wenig begeistert, so das Wall Street Journal. Die Gruppe Fleet Foxes kommentierte den Aktions-Preis ihres Albums auf Twitter mit den Worten: “Wir haben an etwas neun Monate lang gearbeitet, das jetzt für 3,99 US-Dollar bei Amazon MP3 verkauft wird. Das entspricht etwa dem Preis für ein Furzkissen”.

Für einen ernst zu nehmenden Angriff auf den iTunes Store durch Amazon reicht es also bislang trotz attraktiver Preise nicht.

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