iTunes-Musik: Viel gekauft und kaum gehört

Flavio Trillo
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Musik-Streaming aus der Cloud oder zumindest das Aufbewahren von digitaler Musik in Server-Farmen verschiedener Anbieter wird langsam salonfähig. Doch stellt eine Studie nun in Frage, ob das Hochladen tausender Titel zu iCloud, Amazon Cloud Player und anderen überhaupt notwendig ist. Angeblich hören iTunes-Nutzer nur 19 Prozent ihrer Titel.

Ein durchschnittlicher Anwender verfügt laut der Untersuchung durch den Dienst Music WithMe über 5.409 Musikstücke in seiner Mediathek. Davon hat er 4.195 vermutlich nie abgespielt. Der Bequemlichkeit halber werden die meisten Nutzer aber ihre gesamte Sammlung Cloud-Diensten zur Verfügung stellen. Auf dem einen oder anderen Weg werden die Server also zu über 80 Prozent mit unnötigen Datenmengen überschwemmt.

Music WithMe ermöglicht es, von BlackBerry- oder Android-Smartphones aus auf die iTunes-Mediathek am heimischen Rechner zuzugreifen, auch wenn dieser nicht eingeschaltet ist. “Rückmeldungen der User und Daten wie diese Statistik zeigen uns genau, wie dringend gute Tools zum Entdecken neuer Musik benötigt werden”, wirbt Jeff Fedor, CEO von Music WithMe gegenüber techrepublic.com für seinen Dienst.

Wenn demnächst also iCloud zusammen mit iTunes Match den Anwendern die Möglichkeit bietet, ihre gesamte Mediathek völlig unkompliziert auf Apples Servern zu spiegeln – wer wird dann schon von sich aus eine Auswahl derjenigen Stücke treffen, die tatsächlich regelmäßig angespielt werden? Die gesamte Cloud-Bewegung könnte also einer enormen Menge überflüssigen “Musik-Mülls” gegenüberstehen. Das würde wiederum bedeuten, dass die Kosten für Server-Farmen weltweit neu kalkuliert werden müssen.

Wie bereits heute früh vermutet wurde, steht inzwischen die neueste Version von iTunes mit der Nummer 10.3 über die Softwareaktualisierung zum Herunterladen bereit. Wahlweise kann man sie auch direkt bei Apple bekommen.

Bild: withme.com

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