iTunes Replay: iCloud-Kinofilme lassen noch auf sich warten

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Seit dem Software-Update 4.3 können amerikanische Benutzer eines Apple TV Fernsehserien streamen, die zuvor über iTunes oder auf einem iOS-Gerät gekauft haben. Als nächstes stünde eigentlich eine iCloud-Integration von Kinofilmen an. Diese lassen wegen stockender Verhandlungen mit den Rechteinhabern aber noch auf sich warten.

Lizenzen: Für jede Art Inhalte einzeln

Apples Bestreben, Inhalte von der Festplatte oder den Flash-Speichern der iOS-Geräte in die Wolke zu verfrachten, setzt zum Teil neue Abkommen mit den jeweiligen Rechteinhaber voraus. So erklärt sich, dass es außerhalb der USA bisher zwar möglich ist, auf einem iPhone gekaufte Apps im Anschluss direkt auf einem iPad herunterzuladen und umgekehrt – ohne beide Geräte zwischendurch mit iTunes auf einem Mac oder PC zu synchronisieren. Musik muss der nicht-amerikanische Apple-Kunde derweil weiterhin synchronisieren.

Auch Fernsehserien lassen sich außerhalb der USA zwar mit einem Apple TV aus dem iTunes Store streamen, allerdings nicht im Anschluss auf einem anderen Gerät herunterladen. Auch umgekehrt ist das nicht möglich, solange der Benutzer die Serie mit dem Apple TV nicht erneut mieten will. Amerikanische Kunden sind auch hier seit dem Software-Update 4.3 einen Schritt voraus: Sie können Serien auf einem iOS-Gerät oder Mac herunterladen und im Anschluss direkt von Apples Server an ein Apple TV streamen lassen und umgekehrt.

iCloud-Kinofilme: Exklusivrechte von HBO als Stolperstein

Bei Kinofilmen lässt eine iCloud-Integration noch komplett auf sich warten. Kürzlich tauchten Gerüchte auf, dass sich das in naher Zukunft ändern könnte: Unter dem Namen “iTunes Replay” würde Apple auch das erneute Herunterladen oder Streamen von Filmen über verschiedene Geräte hinweg erlauben. Wirklich neu ist das Gerücht nicht: Bereits Anfang 2009, also lange vor dem iCloud-Zeitalter, gab es Gerüchte um ein Film-Streaming-Angebot unter diesem Namen.

Gut möglich, dass Apple schon damals mit den Rechteinhaber verhandelte. Und möglicherweise ziehen sich die Verhandlungen mit den Filmstudios auch noch um einige Monate hin: Laut CNet sind vor allem Abkommen mit dem Kabelfernsehsender HBO ein Stolperstein. HBO habe sich von Fox, Universal und Warner Bros. die Exklusiv-Rechte an Filmen in dem Zeitfenster zusichern lassen, in dem die Filme über den Sender im Fernsehen zu sehen sind. Möchte jemand diese Filme über das Internet als Stream anbieten, muss HBO den neuen Deals jeweils zustimmen.

HBO, ebenso wie Warner Bros. eine Tochter des Medienunternehmens Time Warner, wolle vor allem vermeiden, seine Exklusiv-Rechte aufzugeben und dann später zu große Konkurrenz über Web-Streaming-Anbieter zu bekommen: Sollten diese von einem Pay-per-View auf ein Abonnement-Modell umstellen, könnte ihr Angebot eine zu attraktive Alternative zu HBO werden.

Für den Markt außerhalb der USA bestehen die Probleme mit den HBO-Rechten natürlich nicht. Allerdings kümmert sich Apple bei den Inhalten im iTunes Store traditionell zuerst um den heimischen Markt, um dann später Abkommen außerhalb Amerikas zu schließen. Und hierzulande fehlen selbst Musik und Fernsehserien noch.

Laut CNet sollen die US-Fernsehstudios aber willens sein, Apple ein entsprechendes Angebot zu ermöglichen – allen voran natürlich die Walt Disney Company, dessen größer Einzelaktionär der Apple-CEO Steve Jobs ist. Anders als zuletzt vermutet wird das Angebot aber noch einige Monate auf sich warten lassen.

Weitere Themen: iTunes für Mac, iCloud


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