Sony: Apples iTunes ist erpresserisch

Katia Giese
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Manchmal tut es weh, das richtige zu tun. So auch im Fall Sony Entertainment, die erst eine herbe Abfuhr ihres E-Book-Readers im AppStore hinnehmen und nun auch noch öffentlich feststellen müssen: “Wir müssen unsere Musik derzeit iTunes zur Verfügung stellen. iTunes erpresst uns.” Sony-Chef Michael Ephraim fasst damit die Grundstimmung der Branche zusammen, die zugleich nach einer Ausstiegsmöglichkeit sucht. Ephraim glaubt, dies ist nur eine Frage der Zeit.

Die Worte des Entertainment-Chefs gegenüber der australischen Zeitung The Age hatten zunächst für eine Welle an Nachrichten über einen kurz bevorstehenden Ausstieg Sonys aus dem iTunes-Deal gesorgt. Doch so bald wird es Apples Musikplattform nicht ohne Beyoncé, Justin Timberlake  oder Bruce Springsteen geben – Sony wartet vielmehr auf die richtige Gelegenheit. Eine davon könnte Sonys kürzlich gestarteter Streaming-Service “Music Unlimited” sein, welcher derzeit mit einer Bibliothek von 6 Millionen Songs aufwartet. Anders als iTunes soll Musik nicht mehr heruntergeladen, sondern kann unbegrenzt auf eine große Anzahl Geräte per Internetverbindung auf Abruf übertragen werden.

Sollte dem erst kürzlich gestarteten “Music Unlimited”-Service der Durchbruch gelingen, könnte sich Sony tatsächlich aus dem iTunes-Geschäft zurückziehen und andere Labels möglicherweise mitreißen. Löblich ist die offene Kritik und die Ambitionen, iTunes-Alternativen zu schaffen, aus Verbrauchersicht allemal. Es bleibt abzuwarten, ob Apple mit neuen Service- und Preisstrukturen im sich verändernden Markt am Ball bleibt.

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