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Streit ums iPad: Verlage zwischen Tradition und Aufbruch

Tizian Nemeth
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Das iPad steht in den Startlöchern und sorgt für Streitigkeiten zwischen Apple und amerikanischen Verlagen: So lässt der Hersteller bislang noch zahlreiche Fragen der Medien-Partner zum iBooks-Store unbeantwortet. Zwar bestätige er, mehr als nur einen virtuellen Buchladen zu wollen und an einem umfangreichen Online-Kiosk zu arbeiten, schreibt die Financial Times, darüber hinaus aber halte sich Cupertino bedeckt. Eventuell könnte Apple neben dem iBooks-Store schon bald einen separaten Store für Presseerzeugnisse vorstellen.

Auf die offenen Fragen der Verlage muss Apple in den aktuellen Verhandlungen Antworten liefern: So möchte Apple beispielsweise die Daten der iTunes Kunden für sich behalten und lediglich Verkaufszahlen an die Medien-Partner weiterreichen. Die meisten Verlage möchten zu Marketingzwecken allerdings den direkten Kontakt zum Leser nicht missen, die Verlagsbranche ist die seit Jahrzehnten nicht anders gewohnt. Dies könnte die Verhandlungen scheitern lassen, erklärt die FT und beruft sich auf die Aussage eines Medien-Vertreters.

Auch bei der Umsatzverteilung geraten die Verhandlungspartner in eine Sackgasse: Die 70/30-Prozent-Aufteilung, die Apple bereits mit der Musikbranche vereinbart hat, könnte auch für die Verlage gelten. Diese aber könnten sich insbesondere damit schwer tun, bei ihren Aboeinnahmen auf ein Drittel zu verzichten und durch die bessere Verfügbarkeit einzelner Ausgaben Abokunden zu verlieren. Im iTunes Music Store ließ sich in den letzten Jahren ein solches Phänomen beobachten: Kunden kaufen dort die Einzeltitel, verzichten aber oft auf den Kauf eines ganzen Albums.

Innerhalb der New York Times ist bereits ein Streit darüber ausgebrochen, zu welchem monatlichen Preis man die iPad-Ausgabe der Zeitung anbieten solle, berichtet Valleywag. Der Graben verläuft zwischen der Abteilung für die Print-Ausgabe auf der einen Seite und der für die Online-Ausgabe auf der anderen. Während die Printsparte die Nachrichten für 20 bis 30 US-Dollar pro Monat verkaufen möchte, möchte die Online-Abteilung die Ausgabe für monatlich 10 Dollar anbieten. Die erstere befürchtet, dass viele Leser von der Print-Ausgabe hin zur digitalen Form abwandern könnten. Für den niedrigeren Preis aber spricht, dass die Kosten für Produktion und Vertrieb nicht auf die Online-Ausgabe aufgeschlagen werden sollten. Eine Entscheidung ist bislang noch nicht gefallen.


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