Wer mit der Schriftsammlung des Mac OS X nicht zufrieden ist, sollte ein Auge auf die preisgünstige Alternative Fontcase werfen.

 Mit Fontcase bringt der Hersteller Bohe­mian Coding frischen Wind in die leicht angestaubte Welt der Schriftverwaltung. Beim ers­ten Start importiert Fontcase die definierten Schriftenordner und überprüft sie automatisch auf Beschädigungen. Die Software sammelt ­alle Schriften in einem Font-Vault, ähnlich dem von iTunes oder iPhoto. Das überrascht insofern nicht, da sich der niederländische Hersteller auch beim Design von den beiden i-Applikationen inspirieren ließ. In diesem Font-Vault-Ordner liegen nun die Schriften inklusive ihrer – manuell ergänzbaren – Metadaten. Dazu zählen die Bewertung mit Sternen genauso wie Tags, Genres, Schrifthäuser oder Preis. Zur Aktivierung kopiert Fontcase die aktiven Schriften aus dem Font-Vault in den Order Fonts aus dem Library-Ordner des Benutzers.

Oberfläche

Fontcase zeigt sich in einem bemerkenswert übersichtlichen und zudem optisch sehr gelungenen Design. Das Fenster ist sinnvoll in verschiedene Bereiche unterteilt: Links liegen wie in iTunes die Bibliotheken, eigene Sammlungen beziehungsweise vordefinierte Sortierungsmöglichkeiten. Die Schriften lassen sich nach Designer einblenden – ist dies auch nicht un­be⁠dingt praxisrelevant, so erfreut es doch das Herz eines jeden schriftbegeisterten Menschen. Im Hauptbereich sind die Schriften entweder in einer Lis­ten- oder in einer Symboldarstellung zu sehen. Auch wenn die Symboldarstellung mit Schriftvorschau etwas lahmt, ist sie eine optische Wohltat. Die Vorschau funktioniert bei aktiven sowie bei nicht aktiven Schriften – aktive Schriften sind mit einer grünen Kante markiert, nicht aktive in Grau und Systemschriften kennzeichnet Schwarz-Gelb.
Der untere Teil des Fensters enthüllt entweder die Tastaturbelegung, die Wasserfall-Anzeige oder einen Fließtext, der wiederum als Versaltext, laufend und in verschiedenen „Sprachen“ wie Gibberish oder Klingonisch gezeigt werden kann. Zudem kann der Anwender von allen Darstellungen die Zoomgröße beeinflussen. Beeindruckend ist auch die Möglichkeit, mehrere Schriften auf einen Blick vergleichen zu können.

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Rundum gelungen

Die Schriftverwaltung bekommt dank ihrer gut strukturierten Darstellung, der klaren farblichen Markierung, des guten Überblicks und des schönen Designs eine Bestnote in der Kür. In der Pflicht kann Fontcase noch ein wenig Überarbeitung vertragen. Zwar findet man genug Sortierungsmöglichkeiten inklusive Ein­ga⁠be von Metadaten, und auch die Ausgabemöglichkeiten stellen den Nutzer zufrieden.  Die Darstellungsgeschwindigkeit jedoch könnte höher sein, und eine automatische Schriftenaktivierung fehlt völlig. Über eine Funktion, die das Aktivieren doppelter Schriften vermeidet und nach fehlerhaften Schriften fahndet, würde man sich ebenfalls freuen. Fontcase bietet keine Serverlösung, die Schriften lassen sich aber ähnlich wie in iTunes per Bonjour teilen.
Wer sich an gutem Design und Übersichtlichkeit erfreuen kann, hat mit Fontcase eine ­Alternative zur Schriftsammlung gefunden. FontExplorer oder gar Extensis Suitcase müssen jedoch schon allein aufgrund ihrer Option der Serveranbindung keine Konkurrenz durch Fontcase befürchten.        Claudia Runk/sck

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